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Landeszeitung

21. August 2017 | 22:25 Uhr

Was geschah mit Renate Hinrichsen?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Dramatische Wende im Fall der vermissten Büdelsdorferin: Ermittler gehen davon aus, dass die sie getötet wurde / Verdächtiger stirbt bei Unfall

Sie wollte sich mit einem Bekannten treffen. Der starb bei einem Autounfall, kurz nachdem Polizisten die Durchsuchung seines Hauses begonnen hatten. Der Fall der vermissten Renate Hinrichsen aus Büdelsdorf hat eine dramatische Wende genommen. Nach der 59-Jährigen wurde auch gestern gesucht – bis zum späten Abend ohne Ergebnis. Die Staatsanwaltschaft befürchtet ein Gewaltverbrechen und geht davon aus, dass Renate Hinrichsen nicht mehr lebt.

Seit fast zwei Wochen sorgen sich Freunde und Bekannte um die Büdelsdorferin. Sie galt als sehr zuverlässig und war nach dem Osterwochenende nicht auf ihrer Arbeitsstelle erschienen. Kollegen meldeten sie am 9. April als vermisst. Die Kriminalpolizei Rendsburg nahm die Ermittlungen auf. Diese ergaben, dass die 59-Jährige sich am 2. April (Gründonnerstag) mit einem 42-jährigen Bekannten aus der 440-Einwohner-Gemeinde Zepelin bei Bützow in Mecklenburg-Vorpommern treffen wollte. Am Mittwoch vergangener Woche begann die Öffentlichkeitsfahndung der Polizei. Zwei Tage später, am 17. April, übernahm die Mordkommission das Zepter. Fahnder aus Kiel trafen am Einfamilienhaus des 42-Jährigen ein. In der Garage fanden sie das Auto von Renate Hinrichsen. Bis nach Einbruch der Dunkelheit sicherten Beamte Spuren, beschlagnahmten Beweismaterial und vernahmen Personen. Den 42-jährigen Bewohner des roten Giebelhauses mit dem Schild „Johann“ an der Front trafen sie nicht an. Auch die Büdelsdorferin blieb verschollen.

Doch dann die Zuspitzung: Stunden nach Beginn der Durchsuchung ereignete sich auf einer Landstraße bei Wismar ein tödlicher Verkehrsunfall. Beteiligt war nur ein einziges Auto. Und ein einziger Mann: der 42-jährige Bekannte von Renate Hinrichsen. Er war mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Das Auto überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Der 42-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle. Hatte er sich unter dem Druck der öffentlichen Fahndung das Leben genommen? Hierüber lässt sich bislang nur spekulieren. Die Polizei machte keine Angaben.

Der Bürgermeister von Zepelin, Hans Liesegang, reagierte bestürzt auf die Geschehnisse in seinem Ort. „Es ist sehr traurig, dass die Frau vermisst wird und ihr Bekannter bei einem Unfall ums Leben gekommen ist“, sagte er auf Anfrage. „Alle anderen Zusammenhänge überlasse ich der Polizei und Staatsanwaltschaft.“

Unterdessen suchen die Ermittler weiter mit Hochdruck nach Renate Hinrichsen und hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung. Die 59-jährige Frau wird von der Polizei als „eher kontaktscheu“ eingeschätzt und wie folgt beschrieben: 1,70 Meter bis 1,75 Meter groß, etwa 60 Kilogramm schwer, schlank, südeuropäisches Erscheinungsbild, lange, dunkelbraune Haare, die meistens zum Zopf gebunden sind. Hinweise zum Aufenthalt der vermissten Frau nehmen die Kriminalpolizei in Kiel unter der Rufnummer 0431/160-3333 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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erstellt am 19.Apr.2015 | 14:18 Uhr

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