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Was die „Sandfüchse“ im Dorf zusammenhält

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

LZ-Serie „Lieblingsorte – Lieblingsplätze“: Für Uwe Jonas ist der Gemeinsinn in seiner Heimat wichtig

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern unternehmen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. In dem heutigen Teil der Serie führt Uwe Jonas durch Tetenhusen.

Ruhig glitzert das Wasser der Sorge in der Herbstsonne. Auf der kleinen Weide am Ufer grasen Schafe, dahinter stehen Wohnhäuser mit Blick auf den kleinen Fluss, der direkt an Tetenhusen vorbeiführt. Eines der Häuser gehörte dem zweiten stellvertretenden Bürgermeister von Tetenhusen, Uwe Jonas. Dreißig Jahre lebte er dort und kümmerte sich um das zum Grundstück gehörige Land mit den Schafen. „Die Entscheidung, das Haus und das Land an meinen Sohn zu übergeben und im Ort neu zu bauen, ist mir anfangs nicht leicht gefallen. Aber wer weiß, was in zehn Jahren ist und ob ich vom Alter her das alles hier noch bewerkstelligen kann?“, begründet er seinen Entschluss. Dennoch bleibt das Haus mit Blick auf die Sorge sein Lieblingsplatz, „wann immer ich möchte, können ich und meine Frau hierher kommen“, sagt der 67-jährige Tetenhusener. „Auf dem Berg“ in der Mittelstraße in Tetenhusen geboren, hat Uwe Jonas seinen Heimatort nur für einige Jahre verlassen. Einmal, um in Kassel die Meisterschule zu besuchen und seinen Bau- und Zimmermeister zu machen. Ein weiteres Mal, um fünf Jahre in Kiel zu arbeiten und zu leben.

Doch die Stadt war nicht seine Sache. Tetenhusen ist und bleibt sein Heimatdorf. Und das habe so viel zu bieten, er wisse gar nicht, wo er anfangen soll. Das Neubaugebiet zum Beispiel, das seit den 1990er-Jahren in drei Bauabschnitten entwickelt wurde und deren Bauplätze vor allem bei jungen Familien mit Kindern begehrt waren und sind. Der dritte Abschnitt befinde sich in der Fertigstellung, bis auf wenige Grundstücke sei das Gebiet komplett bebaut. „Beim ersten Abschnitt gab es so viele Interessenten, dass die Grundstücke ausgelost werden mussten“, erinnert er sich. Für den Bauausschussvorsitzenden sei das ein Erfolg. „Durch die jungen Leute und die Kinder kommt Leben ins Dorf“, so Uwe Jonas, der seit 24 Jahren der Gemeindevertretung angehört.

Eine weitere Baustelle, die der Tetenhusener fast jeden Tag besucht, ist das Gemeindehaus. Das wird derzeit energetisch saniert und mit einem Anbau vergrößert, unter anderem „damit die Feuerwehr mehr Platz für ihre Ausrüstung und das Fahrzeug hat“, erklärt Uwe Jonas. Zur Geschichte des Dorfes gehöre für ihn zudem die Gastwirtschaft (ehemals Blohm Sievers) sowie der Markttreff im gleichen Gebäude. Im Jahr 2000 hat die Gemeinde den alten Gebäudekomplex gekauft und aufwendig saniert. Jetzt ist es an Volker Stiefel mit dem Markttreff sowie an Gastwirt Hans Hermann Kophstahl verpachtet, der den Gasthof „Zum Fuchsbau“ betreibt. Der Name der Gastwirtschaft rühre wahrscheinlich daher, dass die Tetenhusener auch als „Sandfüchse“ bezeichnet werden, erklärt Uwe Jonas. „Weil wir so schlau wie Füchse sind und auf der sandigen Geest leben.“ Der Fuchs ist auch Bestandteil des Dorfwappens. Noch heute prägen die sandigen Inlanddünen die Landschaft in und um Tetenhusen. Überhaupt habe die Gemeinde durch seine Lage im Eider-Treene-Sorge-Gebiet mit dem Tetenhusener Moor sowie mit der Sorge und dem Waldgebiet viel schöne Natur und Landschaft zu bieten. Der von Rolf Heesch gegründete Schulwald mit Lehrpfad gehöre zu den herausragenden Projekten und wurde 2013 mit dem Landesschulwaldpreis ausgezeichnet. Mittlerweile sei er nicht nur Anlaufpunkt von Kindergartengruppen und Schulklassen aus dem gesamten Umland, sondern auch von Besuchergruppen und Erholungssuchenden. Trauungen mit Pflanzen eines Hochzeitsbaumes seien ebenfalls möglich, erzählt Uwe Jonas. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt Rolf Heesch die Ehrennadel des Kreises Schleswig-Flensburg. 2004 gründete sich ein eigener Schulwald-Verein der Siedlergemeinschaft Tetenhusen. Als Zimmermeister baute Uwe Jonas das Eingangsportal für den Schulwald, ehrenamtlich, versteht sich. Der Schulwald sei ein gelungenes Beispiel für den Zusammenhalt im Ort. Jeder habe entweder selbst bei den anfallenden Arbeiten mit angepackt oder Geld für das Projekt gespendet. Das Dorfleben mit den jungen Leuten, den vielen aktiven Vereinen sowie die schöne Umgebung mit der Sorge, das sei es, was seinen Heimatort ausmache.

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erstellt am 05.Okt.2014 | 13:45 Uhr

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