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Landeszeitung

16. Dezember 2017 | 16:20 Uhr

Wartungspanne: Jetzt heulen die Züge

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nach Arbeiten an Gleisen der Hochbrücke hören Anwohner der Schleife unangenehme Geräusche / Schienenschleifzug soll für Ruhe sorgen

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2015 | 14:06 Uhr

Wer in der Schleife wohnt, ist das Rauschen der vorbeifahrenden Züge gewöhnt. Seit Mitte Dezember ist jedoch ein heulendes Geräusch hinzugekommen, das von den Fahrzeugen ausgeht. Die Deutsche Bahn räumt ein: Offenbar ist diese neue Lärmkulisse auf Wartungsarbeiten an den Schienen zurückzuführen.

„Das Geräusch kam plötzlich und war sehr ungewohnt“, sagt Jochen Leistner. Der Rentner wohnt in der Aalborgstraße, etwa 100 Meter von den Schienen entfernt. Auch als er selbst mit dem Zug von Neumünster Richtung Norden fuhr, fielen ihm und anderen Mitreisenden die „sehr unangenehmen“ Laute in der Schleife auf. Diese weckten die Neugier des 75-Jährigen, sodass er per Mail versuchte, der Ursache auf den Grund zu gehen.

Bei der Landesverkehrsgesellschaft nah.sh verwies man ihn an die Deutsche Bahn, von dort kam nun eine Antwort: Zwischen Nortorf und Rendsburg sei ein so genannter Schleifzug eingesetzt worden, um Oberflächenfehler an den Schienen zu beseitigen. Rund 150 Züge, so Leistner, fahren wochentags über die hohen Gleise. Durch diese starke Beanspruchung entstehen Oberflächenfehler an den Schienen, die in regelmäßigen Abständen abgeschliffen werden müssen. Diese Arbeiten sollen normalerweise den Fahrkomfort sichern, sowie den Verschleiß und die Geräuschentwicklung verhindern. Das Gegenteil war jedoch zuletzt der Fall: Erst nach dem Einsatz des Schleifzuges sei es zu erhöhten Fahrgeräuschen gekommen, schreibt ein Vertreter der Deutschen Bahn an den Rentner. Man erwäge nun, einen Schleifzug anderer Bauart einzusetzen. Zum Grund für die Geräuschentwicklung und dem Zeitpunkt der nächsten Ausbesserungen konnte die Deutsche Bahn gestern keine nähere Auskunft geben.

Leistner, der seit 40 Jahren in der Schleife wohnt, bezeichnet sich selbst als „Hobby-Eisenbahner“. Wohl deswegen bringt er viel Verständnis für den Lärm auf. Ihn persönlich störten die Geräusche nicht, betont er. Aber das muss nicht für jeden Nachbarn gelten. In der Schleife wohnen etwa 8000 Menschen.

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