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Rendsburg-Eckernförde : Warnung vor „Schlagloch-Epidemie“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gewerkschaft fordert die Verwaltung auf, die Kreisstraßen umgehend zu erneuern. Bauamt weist auf bereits erhöhte Investitionen hin.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) befürchtet eine „Schlagloch-Epidemie“ im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Sie fordert die Verwaltung auf, umgehend die Kreisstraßen zu sanieren. Gemeinsam mit dem Auto-Club Europa (ACE) ruft die Gewerkschaft dazu auf, gefährliche Löcher zu melden. Im Kreishaus und beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) stößt die Forderung der Gewerkschafter auf Unverständnis.

Spätestens im Frühjahr müsse im Kreis Rendsburg-Eckernförde eine „Asphalt-Therapie“ beginnen, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksverbandes Schleswig-Holstein Nord der IG Bau. „Sobald klar ist, dass es keinen Frost mehr gibt, müssen die Straßen geflickt werden. Jedes Schlagloch, das dann nicht gestopft wird, meldet sich in der nächsten Saison zurück – und zwar noch größer und tiefer. Dann wird es umso teurer“, sagt Bezirkschef Arno Carstensen. Es sei notwendig, ein waches Auge auf den Zustand der Straßen zu haben. „Nach dem Winter sind alte Löcher größer geworden und neue hinzugekommen. Wer in der Verwaltung oder Politik hierbei wegguckt, um Geld zu sparen, spart an der falschen Stelle und macht sich zum ‚Straßen-Sünder‘“, so Carstensen.

Bloßes „Löcherstopfen“ mit Kaltasphalt sei jedoch keine Lösung, weil die Straßen laut Carstensen dadurch zu Holperpisten werden. Nur „eine grundlegende Sanierung der Fahrbahndecke“ hilft, sagt er.

Dr. Martin Kruse, Bau-Fachbereichsleiter beim Kreis, räumt ein: „Die Kreisstraßen sind – wie viele andere Straßen auch – in der Gesamtschau in einem schlechten Zustand.“ Der Kreis Rendsburg Eckernförde gebe jedoch bereits in diesem Jahr mehr Geld für die Deckenerneuerung aus. Ihm zufolge stehen dafür insgesamt 3,9 Millionen Euro zur Verfügung. Auch die Schlaglöcher seien in der Vergangenheit besonders angepackt worden: Schon 2013 habe der Kreis eine halbe Million Euro zusätzlich für die Beseitigung der Asphaltkrater in die Hand genommen. Im vergangenen Jahr waren es 600  000 Euro. Zudem habe der Kreis mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr im Jahr 2014 eine neue Vereinbarung getroffen. Demnach werden für Unterhaltung und Instandsetzung nicht mehr zwei Millionen sondern 2,4 Millionen Euro bereit gestellt.

Diese Vorkehrungen „auf der einen Seite und die doch recht milden Winter 2013/2014 beziehungsweise in der vorsichtigen Prognose 2014/2015 auf der anderen Seite“ sorgen dafür, dass Schlaglöcher in Kreisstraßen derzeit kein Thema sind“, so Kruse. Vielmehr gehe es der Verwaltung darum, die Kreisstraßen „langfristig in einen befriedigenden Zustand“ zu bringen.

Matthias Paraknewitz sieht eine gewisse Polemik in den Forderungen der Gewerkschaft. Er leitet die LBV-Niederlassung Rendsburg, die im Auftrag des Kreises dessen Straßen unterhält. Es sei in vielen Fällen durchaus gewollt, Löcher nur mit kaltem Wintermischgut zu füllen. Zu dieser Jahreszeit sei nichts anderes möglich, weil es auch bei Kälte und Feuchtigkeit klebe. Außerdem stehe hinter allen Bauarbeiten ein Konzept. Je weniger Zeit einer Straße bis zur Grundinstandsetzung mit einer neuen Fahrbahndecke noch bleibe, desto weniger Aufwand werde für die Ausbesserung der Schlaglöcher getrieben. Wenn eine Kreisstraße im kommenden Jahr für die Erneuerung anstehe, werde sie nur geflickt, um die Verkehrssicherheit herzustellen. Das sei zum Beispiel bei der K44 zwischen Krummenort und dem Flugplatz Hohn der Fall – sie wird noch in diesem Jahr erneuert.

Kein Verständnis hat Paraknewitz für den Aufruf von IG Bau und ACE, Schäden dort zu melden, damit ein selbsternannter „Schlagloch-Sheriff“ die Fälle prüft und der Behörde meldet. „Wir fahren regelmäßig auf Streckenkontrolle.“ Deshalb sei der LBV nicht auf solche Melder angewiesen – „das würde auch unserer Verkehrssicherungspflicht widersprechen“.

Der LBV hatte im vergangenen Jahr festgestellt, dass von den rund 500 Kilometern Kreisstraßen 165 in so schlechtem Zustand sind, dass sie komplett erneuert werden müssen.

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erstellt am 26.Feb.2015 | 06:00 Uhr

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