Neustart : Waldorfschule kann Betrieb aufnehmen

Der neue Verein hat bereits den Schlüssel der Waldorfschule an der Nobiskrüger Allee erhalten. Lehrerin Stefanie Lankau-Stolte zeigt ihn.
Der neue Verein hat bereits den Schlüssel der Waldorfschule an der Nobiskrüger Allee erhalten. Lehrerin Stefanie Lankau-Stolte zeigt ihn.

Unterrichtet wird in Räumen der bisherigen Einrichtung.

shz.de von
02. August 2018, 09:43 Uhr

Rendsburg | Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium hat grünes Licht für eine neue Waldorfschule gegeben. Der Verein „Anthroposophische Bildungsinitiative Rendsburg“ hat jetzt die endgültige Genehmigung erhalten, berichtete Vorstandsmitglied Stefan Schauer. Der Trägerverein hat Räumlichkeiten in der alten Waldorfschule angemietet, die mit Ende des vergangenen Schuljahres nach einer Insolvenz schließen musste. Die Unterrichtsräume werden im Erdgeschoss des Gebäudeflügels eingerichtet, der parallel zur Nobiskrüger Allee verläuft. Es bestehe der Wunsch, den Standort auch langfristig für die Waldorfschule zu erhalten, so Schauer.

Die neue anthroposophische Einrichtung, offiziell noch im Status „in Gründung“, wird nach den Ferien mit drei Doppelklassen den Betrieb aufnehmen: Die Jahrgänge eins und zwei sollen zusammengefasst werden, ebenso drei und vier sowie fünf und sechs. Langfristig sollen alle Klassenstufen einzeln unterrichtet werden. Außerdem sollen auf Sicht 13 Klassen angeboten werden: Ziel sei es, „in sieben Jahren wieder eine voll ausgewachsene Waldorfschule“ zu sein, so Schauer. Alle Schüler sollen ihren Abschluss an der neuen Bildungseinrichtung machen können – auch Abitur: „Wir sind als Gesamtschule mit Abiturzweig genehmigt“, betonte Schauer. Auch das Kollegium soll über die Jahre entsprechend erweitert werden. In das anstehende Schuljahr geht die Einrichtung mit acht Lehrern.

70 Jungen und Mädchen sind für das kommende Schuljahr bereits angemeldet. Es können aber noch weitere Kinder aufgenommen werden, berichtete Sylvia Ullrich, die ebenfalls zum Vorstand des Trägervereins gehört. Staatliche Zuschüsse gibt es in den ersten beiden Jahren nicht. Zwei „großzügige Unterstützer“ sollen die Finanzierung der Schule in dieser Zeit sicherstellen, sagte Schauer: Die GLS-Bank sowie die Software-AG-Stiftung.

Zum Kollegium gehört auch die Rendsburgerin Stefanie Lankau-Stolte. Sie ist als einzige Lehrkraft zuvor an der alten Rendsburger Waldorfschule beschäftigt gewesen. Allerdings hatte sie lediglich drei Wochenstunden und nahm nicht an den Lehrerkonferenzen teil. Dass es in ihrer Stadt nach der Schließung der alten Waldorfschule jetzt wieder eine anthroposophische Bildungseinrichtung gibt, ist für Lankau-Stolte nicht nur aus beruflicher Sicht wichtig. Auch ihre zwei Kinder Karlotta (10) und Frederik (6) sollen von dem neuen Angebot profitieren: Karlotta wird die fünfte und Frederik die erste Klasse besuchen.

Am 20. August soll der Unterricht beginnen. Bis dahin ist noch viel zu tun. Das alte Inventar wurde vom Insolvenzverwalter an eine Waldorfschule in Niedersachsen verkauft, berichtete Lankau-Stolte. Sie und ihre Mitstreiter arbeiten derzeit daran, die Räume zu renovieren und neu einzurichten. Zudem gelte es, sich „als Kollegium zusammenzufinden und das neue Schuljahr zu planen“.

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