Fockbek : Waldkinder in Orkan-Not

„Herr Fischer, Herr Fischer wie tief ist das Wasser“: Die zwölf Kinder des Waldkindergartes fühlen sich auch bei Erzieherin  Daniela Zuchold zu Hause sehr wohl.
„Herr Fischer, Herr Fischer wie tief ist das Wasser“: Die zwölf Kinder des Waldkindergartes fühlen sich auch bei Erzieherin Daniela Zuchold zu Hause sehr wohl.

Wegen Sturmschäden ist der Waldkindergarten Fockbek bei einer Erzieherin zu Gast. Die Rückkehr ist für den 13. November geplant.

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09. November 2013, 12:00 Uhr

Orkan „Christian“ hat im ganzen Land für Verwüstung gesorgt. Davon betroffen sind auch die zwölf Kinder des Waldkindergartens Fockbek, die der Orkan heimatlos gemacht hat. Die Gefahr von herabstürzenden Ästen ist zu groß. Unterschlupf bietet ihnen ihre Erzieherin Daniela Zuchold, die die Kinderschar kurzerhand seit Montag bei sich zu Hause in Alt Duvenstedt betreut. „Irgendwo mussten wir ja hin“, sagt Zuchold, die die Idee für den spontanen „Umzug“ hatte.

Und so stehen statt Toben im Wald basteln, Spaziergänge und Plätzchen backen auf dem Programm. Gerade das Plätzchen ausstechen steht bei den Kleinen hoch im Kurs. „Im Wald können wir nicht backen, da ist kein Strom“, erklärt Elias (6). Deswegen ist der Aufenthalt bei ihrer Erzieherin auch etwas Besonderes für die Kinder.

Bei den Müttern kommt die spontane Hilfe von Zuchold ebenfalls gut an: „Ich finde es total super. Ohne die Betreuung wären wir aufgeschmissen. Wir sind froh, dass eine Beaufsichtigung überhaupt stattfindet. Und die Kinder freuen sich auch, hier draußen sein zu dürfen“, sagt Ann-Catrin Braun.

Am Donnerstag trafen sich der Förster, die Verpächter, ein Vertreter der Gemeinde und Mitglieder der Elterninitiative als Träger der Kita im Wald, um die Schäden zu begutachten und die Gefahrenstellen zu markieren. „Unsere Hütte ist heil geblieben, aber der Weg dorthin ist zu gefährlich“, sagt Sarah Severus, Mitglied des Vorstands der Elterninitiative. Der Wald sei in Privatbesitz und daher gelte das Betretungsverbot der Obersten Fortsbehörde eigentlich nicht. Aber die Verantwortung sei zu groß. Die Sicherheit geht vor.

Obwohl die Gemeinde dazu nicht verpflichtet ist, hat sie zugesagt, die Kosten für die Wiederherstellung des Weges zur Hütte zu übernehmen. Begonnen wird mit der Räumung des Weges am Montag. Die Verpächter begannen gestern mit der Sicherung des Waldes. Rund um das Gebäude wollen die Eltern nun selber aufräumen. „Erst wenn der Förster für den Wald sein OK gibt, können die Kinder wieder in das Gebiet und gefahrlos spielen“, erklärt Severus. Die Rückkehr ist bislang für den 13. November geplant.

Bis die Kinder wieder in ihren Wald zurück dürfen kommen sie auf jeden Fall bei Daniela Zuchold unter. Sie und ihre Kollegin Carmen Nielson lassen sich immer neue Ideen einfallen. In den nächsten Tagen stehen eine Dorferkundung und Trecker fahren auf dem Programm.

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