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Westensee : Waldbesitzer fällt 30 Bäume nach tödlichem Unfall

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Am 26. Dezember war im Orkan "Barbara" ein Baum auf ein Auto gestürzt. Eine 34-jährige Frau starb.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 10:03 Uhr

Noch heute erinnern Kerzen, Blumen und Kreuze neben der Landstraße Bosseer Schoor an das tragische Unglück, das sich dort am zweiten Weihnachtstag 2016 zugetragen hat. Während des Orkans „Barbara“ war ein Baum auf ein vorbeifahrendes Auto gestürzt. Die 34-jährige Fahrerin starb noch am Unfallort. Der 24-jährige Freund der Frau wurde mit schweren Verletzungen ins Kieler Universitätsklinikum gebracht. Der Waldbesitzer hat Konsequenzen aus dem Unfall gezogen und nun zahlreiche Bäume fällen lassen.

Bereits in der vergangenen Woche haben die aufwändigen Arbeiten am Westufer des Bossees begonnen. Zwischen Montag und Donnerstag mussten die Straßen rund um das Gut Bossee deshalb zeitweise gesperrt werden. Diese Woche stehen noch Pflegearbeiten sowie die Entfernung von Totholz auf dem Plan. Bis heute Abend ist daher an der Landesstraße 48 und an der Bosseer Straße mit Sperrungen zu rechnen.

Im Gegensatz zu vielen jetzt abgesägten Bäumen war der Stamm, der den damaligen Unfall ausgelöst hat, nicht krank. „Der Baum war gesund. Bei solch einem Unglück spricht man wohl von höherer Gewalt,“ sagt der Bosseer Gutsbesitzer Detlev von Bülow. Trotzdem nahm er das schreckliche Ereignis als Anlass dafür, die Bäume zu prüfen. Das Flintbeker Baum-Sachverständigenbüro Kahnt wurde deshalb im Januar damit beauftragt, die Standsicherheit und die Gesundheit der Bäume auf dem Gutsgelände zu untersuchen.

„Viele Bäume an den Straßenrändern der beiden betroffenen Straßenabschnitte wiesen eine mittlere bis schlechte Vitalität mit zum Teil hohem Totholzanteil auf,“ hieß es im Gutachten, das der Forstverwaltung Bossee im Februar vorgelegt wurde. Pilzbefall hatte einige der alten Bäume von innen augehöhlt, viele Äste waren abbruchgefährdet. Die Forderung des Sachverständigen: „Mehrere Bäume müssen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit in den kommenden drei Monaten gefällt werden.“ Schweres Gerät musste also her, um die Buchen, Eichen und Eschen zu fällen. Keine leichte Aufgabe für die Arbeiter der Forstverwaltung, die in der letzten Woche knapp 30 umsturzgefährdete Bäume fällen mussten. „Man kann ja nicht in die Bäume hineingucken und weiß daher nicht, wie sie dann umfallen. Das kann dann schon gefährlich werden“, weiß Landeigentümer von Bülow. Fahrlässig findet er daher auch das Verhalten einiger Autofahrer: „Obwohl wir die Straßen gesperrt haben, fahren einige einfach an den Absperrungen vorbei.“ Die Autofahrer gehen ihm zufolge nicht nur das Risiko ein, unter einen gefällten Baum zu geraten, sondern können auch zur Gefahr für die Forstarbeiter werden.

Bis heute Abend sollen die letzten Baumpflegemaßnahmen erledigt sein. Aufräumarbeiten am Straßenrand und vor allem die Wiederherstellung des Lichtraumprofils, also die Entfernung von Ästen auf einer Höhe bis zu viereinhalb Metern über der Fahrbahn, stehen noch aus. Bis dahin werden die beiden Straßen weiterhin teilweise gesperrt bleiben.

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