Wald, Wolf und Rothirsch auf dem Stundenplan

Fünftklässler lernen bei Jugendwaldspielen im Haaler Gehege Wichtiges rund um die heimische Natur

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14. Juli 2015, 12:56 Uhr

Warum hieß der Februar früher „Hornung“? Darf man im Wald Pilze sammeln? Ist das Wildschwein ein Waldschädling? Auf all diese Fragen erhielten jene Schulkinder eine Antwort, die an den Jugendwaldspielen im Großen Haaler Gehege teilgenommen haben. Fünftklässler aus Hanerau-Hademarschen und Todenbüttel bekamen gestern Vormittag zunächst eine Führung durch den Wald, mussten einen Fragebogen beantworten, ein Bild aus Naturmaterialien malen und Fichtenzapfen in Körbe werfen. Außerdem blieb Zeit für ein Picknick und spielen.
Zwei Zahlen spielten gestern eine besondere Rolle: 700 Hektar ist das Haaler Gehege groß, und 1947 wurde die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gegründet. Martin Plorin ist Mitglied des SDW-Kreisvorstands. „Das oberste Gebot im Wald ist, dass man sich sehr ruhig verhalten soll“, betonte der Hohenwestedter und erhielt auf seine Frage, warum man sich unbedingt an dies Gebot halten solle, die richtige Antwort von den Fünftklässlern: „Damit sich die Tiere nicht erschrecken und auf die Straße laufen.“

Schon auf den ersten Metern der Exkursion gab es einige umgestürzte Bäume zu sehen. „Hier hat der Orkan ‚Christian‘ 2013 ganz schön gewütet“, stellte Förster Sören Reimers fest. Die in die Luft ragenden Wurzeln der umgewehten Fichten und Lärchen entwickeln sich zu Kleinbiotopen, die verschiedenen Käferarten, Ameisen, Pilzen und im Einzelfall sogar Fuchsfamilien neue Lebensräume bieten. „Alles Totholz, was wir hier sehen, geht wieder in den Kreislauf der Natur ein“, sagte Plorin, „in den Landesforsten soll solches Totholz nicht mehr aufgeräumt werden – im Wald wird nicht gefegt.“

Anhand einer Schautafel gab Plorin anschließend Erläuterungen zu den Geweihträgern und den Raubtieren des Waldes. „Der Wolf, der aus Russland, Polen und von den Karpaten her auch nach Schleswig-Holstein einwandert, braucht ein riesiges Areal zum Leben“, vermerkte er. „Ich bin der Meinung, dass wir hier vielleicht Einzeltiere wieder zu sehen bekommen werden, aber ich glaube nicht, dass hier bei uns ganze Wolfsrudel Fuß fassen können.“

Rothirsch-Abwurfstangen und Rehwild-Gehörne lagen bereit, um inspiziert zu werden. „Der Februar hieß früher Hornung, weil die Hirsche da ihr Gehörn abwerfen“, erklärte Reimers. Ab April bildet sich innerhalb von vier Monaten ein neuer Kopfbewuchs – ein enormer Kraftaufwand für die Tiere. Nachdem gestern zum Auftakt der Jugendwaldspiele die 5a aus Todenbüttel sowie die 5b und 5c aus Hanerau-Hademarschen in Barlohe zu Gast waren, werden heute je zwei 5. Klassen aus Jevenstedt und Schacht-Audorf im Haaler Gehege erwartet.


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