Mit Video : Wahlkampf in Rendsburg: Pierre Gilgenast und Janet Sönnichsen liefern sich ein Duell mit Pfeffer

Die Bürgermeisterkandidaten Janet Sönnichsen und Pierre Gilgenast, flankiert von den Moderatoren Jürgen Muhl, stellvertretender Chefredakteur des sh:z (links), und Dirk Jennert, Redaktionsleiter der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung.

Die Bürgermeisterkandidaten Janet Sönnichsen und Pierre Gilgenast, flankiert von den Moderatoren Jürgen Muhl, stellvertretender Chefredakteur des sh:z (links), und Dirk Jennert, Redaktionsleiter der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung.

Fünf Tage vor der Bürgermeisterwahl: Auf dem Podium ging es unter anderem um die Reizthemen Innenstadt und Bauland.

Avatar_shz von
08. September 2020, 22:23 Uhr

Rendsburg | Ein Amtsinhaber, der mehr Arbeitstempo ankündigte und mehrfach Selbstkritik übte. Und eine Herausforderin, die sich auf der Bühne im Rendsburger Conventgarten angriffslustig wie selten in diesem Wahlkampf zeigte.

 

In der letzten öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Pierre Gilgenast (SPD) und Janet Sönnichsen (parteilos) auf großer Bühne vor der Bürgermeisterwahl am Sonntag, 13. September, steckte Kurzweil und Pfeffer.

Rendsburg ist wirtschaftlich immer noch gut aufgestellt. Michael Thomas Fröhlich, Unternehmensverband Mittelholstein
 

50 Besucher verfolgten am Dienstagabend die vom Unternehmensverband Mittelholstein (UVM) und der Landeszeitung auf die Beine gestellte Podiumsdiskussion, die auf shz.de live gestreamt wurde. „Rendsburg ist wirtschaftlich immer noch gut aufgestellt“, leitete UVM-Geschäftsführer Michael Thomas Fröhlich den Abend ein. Die Unternehmen seien jedoch angewiesen auf gute Rahmenbedingungen.

Die Talkrunde im Conventgarten wurde auf shz.de live gestreamt.
Thore Nilsson

Die Talkrunde im Conventgarten wurde auf shz.de live gestreamt.

 

Doch wie soll die Stadt wachsen, wenn Familien kein Bauland finden und ins Umland abwandern, weil die Konversion der Ex-Eiderkaserne seit zehn Jahren stockt? Der stellvertretende sh:z-Chefredakteur Jürgen Muhl brachte das Problem auf den Punkt. Als Rolf Teucher noch Bürgermeister gewesen sei (1987 bis 2003), habe er in die Bücher der Nachbarkommunen geschaut. „Die waren schlechter als in Rendsburg. Heute ist es umgekehrt.“

Wir müssen erheblich schneller werden bei der Ausweisung von Bauland. Pierre Gilgenast, SPD-Kandidat und Amtsinhaber
 

Sönnichsen, hinter der die Ratsmehrheit aus CDU, Grünen, SSW und FDP steht, forderte „viel mehr sichtbare Auftritte der Verwaltungsspitze“, um Druck über die Region hinaus auszuüben. Gilgenast konterte: „Mit etwas Berufserfahrung“ werde Sönnichsen erkennen, „dass es dort eine gewisse Dickfälligkeit in der Bearbeitung gibt“. Gemeint war das Innenministerium als wichtigster Geldgeber. Gilgenast gab dann aber zu: „Wir müssen erheblich schneller werden bei der Ausweisung von Bauland.“

Es sei kein Managementproblem, sondern ein Problem der mangelnden Ansage der Stadt. Janet Sönnichsen (parteilos), Herausforderin
 

Aneinander gerieten die Hauptakteure auch beim Thema Innenstadt, die viele als ungepflegt empfinden.  Auf die Frage von LZ-Redaktionsleiter Dirk Jennert, welche Handlungsoptionen das Rathaus habe, um die Situation zu verbessern, kritisierte Gilgenast den Umwelt- und Technikhof (UTH) im Verantwortungsbereich der Stadtwerke. „Es muss eine Verbesserung im Management geben. Die Art der Pflege muss anders organisiert werden.“

LZ-Mitarbeiterin Frauke Freese stoppte die Redezeit der beiden Bewerber - und schlug mit der Glocke nach Alarm, wenn das Minutenlimit überschritten wurde.
Thore Nilsson

LZ-Mitarbeiterin Frauke Freese stoppte die Redezeit der beiden Bewerber - und schlug mit der Glocke nach Alarm, wenn das Minutenlimit überschritten wurde.

 

Sönnichsen hielt dagegen: Es sei kein Managementproblem, sondern „ein Problem der mangelnden Ansage der Stadt“.

Sönnichsen vermisst ein klareres Wort aus dem Rathaus

Ein klareres Wort von Gilgenast wünscht sich die Herausforderin auch im Austausch mit dem Umland. Rendsburg müsse sich „viel stärker einbringen“ als bisher. Sie selbst würde diese Führungsrolle nicht offensiv einfordern, sondern sie sich vertrauensvoll erarbeiten. „Ich will loslegen, anpacken, für meine Heimat etwas bewegen“, sagte Sönnichsen.

Gilgenast wirbt mit seiner Erfahrung und verspricht mehr Tempo

Gilgenast will aus Rendsburg eine moderne Stadt machen, „die gleichzeitig ihre Geschichte nicht verleugnet.“  Er versprach, seine Erfahrungen der ersten acht Amtsjahre für die Zukunft zu nutzen. „Das Tempo muss erhöht werden, das will ich auch tun“, sagte Gilgenast.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen