Während der Fahrt nicht erreichbar

Entlang von Schnellstraßen und Bahnschienen sind neue Funkmasten geplant.
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Entlang von Schnellstraßen und Bahnschienen sind neue Funkmasten geplant.

Pendler haben auf vielen Strecken mit schlechtem Handy-Empfang zu kämpfen

shz.de von
07. Januar 2018, 16:54 Uhr

Noch immer gibt es im Kreisgebiet Stellen, an denen Handy-Gespräche von Pendlern regelmäßig abbrechen. Nach den Angaben der Anbieter müsste man zwar fast überall im Kreisgebiet mit dem Handy telefonieren können, doch in der Praxis kommt es bei Telefonaten während Auto- oder Zugfahrten immer wieder zu Signalausfällen.

Pendlern auf dem Weg von Rendsburg nach Kiel, die auf der Fahrt über die Freisprechanlage telefonieren wollen, bricht auf der A 210 kurz nach dem Rendsburger Kreuz regelmäßig der Empfang weg. Es handelt sich dabei nicht um ein einzelnes kleines Funkloch: Bis kurz vor Melsdorf kommt es immer wieder zu Ausfällen. Ähnliche Probleme gibt es auf der A 7. In Höhe der Abfahrt Neumünster-Nord gibt es keinen Empfang. Auch auf der L 328 zwischen Nortorf und Jevenstedt kann nicht problemlos telefoniert werden.

Wie gut der Empfang ist, hängt auch vom Anbieter ab. Bei einem deutschlandweiten Test schnitten Telekom und Vodafone deutlich besser ab als Telefonica.

Tom Janneck, Teamleiter des Ressorts „Marktwächter Digitale Welt“ bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, berichtet, dass in Schleswig-Holstein entlang von Autobahnen und Bahnstrecken „nicht so viele Funkmasten stehen“. Auf den Pendlerstrecken sei die Netzabdeckung in Schleswig-Holstein für ihn daher „ausbaufähig“. Insgesamt seien ländliche Regionen im Vergleich zu städtischen stark benachteiligt. Janneck berichtet, dass man laut der Netzabdeckungskarten, welche die Anbieter auf ihren Internet-Seiten veröffentlichen, „theoretisch überall“ telefonieren können müsste. „Aber aus eigener Erfahrung ist das nicht der Fall“, sagt er.

Der wirtschafts- und verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Kay Richert, sagt, dass die Mobilfunkanbieter sich „nicht nur auf die stark besiedelte Regionen konzentrieren“ dürfen. „Besonders im ländlichen Raum – und dazu gehören zum Teil eben auch Autobahnen und Landstraßen – müssen sogenannte weiße Flecken behoben werden, damit dort keine gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nachteile entstehen.“ Die Netzagentur müsse mit den Anbietern alles dafür tun, Funklöcher zu beseitigen, fordert Richert.

Telefonica teilt auf Anfrage mit, dass ihre Kunden bundesweit eine Netzabdeckung von „knapp 100 Prozent“ hätten, Vodafone berichtet, dass 99,9 Prozent der Bewohner im Kreisgebiet per Handy telefonieren könnten. Allerdings könne Topographie, Witterung und Vegetation die Qualität des Empfangs in Einzelfällen beeinträchtigen, schränkt Konzernsprecher Volker Petendorf ein. Außerdem gebe es besonders bei Bahnfahrten noch Lücken in der Mobilfunk-Versorgung, „da hier teilweise noch Repeater eingebaut werden müssen, die die Mobilfunkwellen von den Mobilfunk-Stationen ins Innere der Züge transportieren“. Petendorf verspricht, dass alles getan werde, die bestehenden Lücken zu schließen. Auch Telekom und Telefonica geben an, in den kommenden Jahren neue Mobilfunkstationen entlang von Autobahnen und Bahnstrecken in der Region installieren zu wollen.

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