VR-Bank: Drei Geschäftsstellen weniger

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Vorstand reagiert auf geringe Kundenfrequenz in den kleinsten Filialen / Standort Melsdorf künftig nur noch mit Selbstbedienungsautomaten

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20. Mai 2015, 12:51 Uhr

Die Volksbank-Raiffeisenbank strafft ihr Filialnetz. Die Geschäftsstellen Osterrönfeld, Schacht-Audorf und Bredenbek werden am Standort Osterrönfeld zusammengelegt. Der Neubau am Kreisel gegenüber von Edeka soll im Spätsommer bezugsfertig sein. Zudem will der Vorstand die Geschäftsstelle in Melsdorf zum 1. Februar 2016 in eine Selbstbedienungsfiliale umbauen. Und die gemeinsam mit der Sparkasse Mittelholstein betriebene SB-Filiale in Alt Duvenstedt schließt zum 21. Juni dieses Jahres.

Die Vorstände Georg Schäfer und Friedrich Greten stellten die Gründe gestern in einem Pressegespräch dar. „Wir passen uns dem veränderten Kundenverhalten an“, sagte Schäfer. Beispiel Melsdorf: Die Filiale an der östlichen Grenze des Geschäftsgebiets der VR-Bank werde von den Kunden nur noch selten aufgesucht. Die beiden Mitarbeiterinnen hätten täglich zwischen zehn und 15 Kunden. Die Filiale sei in jeder Hinsicht zu klein. Um den Anforderungen an die Beratungsqualität gerecht zu werden, müssten mindestens sechs Bankmitarbeiter dort tätig sein, die – bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise – täglich etwa 200 Beratungsgespräche führen. Dies wiederum lasse sich am Standort Felde realisieren, der deutlich ausgebaut werden und künftig auch die Kunden aus Melsdorf betreuen soll. Die Bank plant, ihre dortige Geschäftsstelle in der Dorfstraße durch einen Neubau zu ersetzen. Mögliche Alternative: eine Filiale im geplanten Edeka-Markt am Dorfplatz. Noch in diesem Jahr will die Bank eine Entscheidung treffen.

„Wir müssen dorthin gehen, wo die Menschen sind“, begründete Schäfer die Strategie der Bank, die Nähe zu Supermärkten zu suchen. Wie er deutlich machte, sei es wegen der hohen Mobilität der Menschen nicht mehr erforderlich, in jedem einzelnen Ort eine Filiale zu unterhalten. Die große Mehrheit der Kunden komme mit dem Auto zur Bank. Friedrich Greten: „Die Quote der Radfahrer und Fußgänger liegt bei weniger als zehn Prozent.“ Dennoch gebe es Kunden, die nicht mobil seien. Für den Fall, „dass im Finanzbereich Not am Mann ist“, verspricht die Bank: „Dann setzt sich ein Mitarbeiter ins Auto und kommt vorbei.“

Die Neuordnung des Filialnetzes macht aus Sicht des Vorstandes auch deswegen Sinn, weil die betroffenen Geschäftsstellen in naher Zukunft umfangreich modernisiert werden müssten. Investieren muss die Bank allerdings in jedem Fall: Der Neubau in Osterrönfeld kostet 3,2 Millionen Euro. Die Kosten für den Standort Felde sind noch nicht bekannt. In den von der Umstrukturierung betroffenen Filialen sind derzeit 13 Mitarbeiter tätig. Entlassen wird keiner von ihnen. Sie schließen die Lücken, die dadurch entstehen, dass sich Mitarbeiter für die Altersteilzeit entschieden haben. Die künftige Struktur: elf Geschäftsstellen (vorher 14), weiterhin fünf Automatenstandorte.

Vorstand Greten stellte zudem die Geschäftszahlen für 2014 vor. Die Bilanzsumme wuchs um 6,9 Prozent auf 577 Millionen Euro, die Einlagen stiegen um sieben Prozent auf 387 Millionen Euro. Das Kreditvolumen lag bei 305 Millionen (plus 1,5 Prozent). Die Zahl der Neukunden stieg um knapp 1300 auf 32  250. Nachdem im vergangenen Jahr die Kosten für die Altersteilzeitverträge den Überschuss drückten, lag er jetzt wieder bei 5,6 Millionen Euro (plus 30 Prozent). Zufrieden ist die Bank mit ihrer Eigenkapitalquote. Sie pendelte sich bei 22,3 Prozent ein und liegt damit deutlich über dem von der Bankenaufsicht geforderten Mindestsatz von 13 Prozent.

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