Handball-Oberliga der Männer : Vorne Oeltjen, hinten Treziak

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In der Handball-Oberliga der Männer feierte die HSG Eider Harde im Kampf um den Klassenerhalt gegen den TSV Mildstedt einen 28:27-Sieg. Herausragende Spieler bei den Gastgebern waren Steffen Oeltjen und Torhüter Simon Treziak.

shz.de von
19. Januar 2015, 06:00 Uhr

So sieht dann wohl Abstiegskampf aus. In einem niveauarmen, dafür aber hochdramatischen Handball-Krimi setzte sich die HSG Eider Harde in eigener Halle mit 28:27 (14:11) gegen den TSV Mildstedt durch, einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt in der Männer-Oberliga. Die Erleichterung nach Abpfiff war den Spielern ins Gesicht geschrieben. Teamkapitän Jörg Gosch ballte beide Fäuste, schrie seine Freude heraus, bevor er sich dem Jubelkreis anschloss und ausgelassen den Sieg feierte. Die mehr als 400 Fans in einer pickepackevollen Werner-Kuhrt-Halle sahen den ersten Eider-Sieg seit Mitte November (30:27 gegen den TSV Ellerbek), insgesamt den dritten doppelten Punktgewinn der Saison. „Das war so wichtig. Wir haben toll gekämpft, aber wir können noch besser spielen“, bilanzierte Gosch.

Zwei Spieler des Gastgebers hatten sich ein Sonderlob verdient. Als den Hausherren drohten, Mitte der zweiten Hälfte die Felle davonzuschwimmen, waren Torwart Simon Treziak und Steffen Oeltjen zur Stelle. Der eine bügelte hintereinander mehrere Fehler seiner Vorderleute aus, der andere holte im Angriff seine gefürchtete „Unterhand-Peitsche“ heraus. Trainer Christian Gosch dazu: „Sie waren die spielentscheidenden Akteure.“ Spielmacher Jörg Gosch war dagegen über weite Strecken kaltgestellt, wurde wie so oft in dieser Saison von Anfang an in Manndeckung genommen.

Trotzdem gehörte die erste Halbzeit der HSG. Das Problem: Obwohl Mildstedt gefühlt dauerhaft in Unterzahl agierte und immens viele Fehler produzierte, führten die Eider-Handballer zur Pause nur mit 14:11. Vorne merkte man der HSG die Verunsicherung an, spielerisch ging nicht viel. Meistens führten Einzelaktionen zum Erfolg. So netzte Ulf Thöming, „Aushilfe“ aus der dritten Mannschaft, kurz vor der Halbzeit drei Mal hintereinander ein, der letzte Wurf zischte dabei aus zwölf Metern ins Netz. Die Defensive zeigte sich bis auf wenige Ausnahmen stabiler als zuletzt.

Nicht so allerdings nach dem Wechsel. Immer mehr Lücken taten sich auf, die HSG musste oft in Unterzahl agieren – nur in der zweiten Halbzeit kassierten die Hausherren neun Zeitstrafen. Die Gäste drehten die Partie und gingen mit zwei Toren in Front. Die Schlüsselszene ereignete sich Mitte der zweiten Halbzeit: „Mildstedt Bulls“, wie sie sich selbst nennen, kamen knochenfrei vom Kreis zum Wurf, doch Treziak parierte den Ball. Der Weckruf! Die HSG eroberte die Führung zurück. Am Ende wurde es eng. Das Schiedsrichter-Gespann Laß/Schütze (Kropp/Schleswig) – in der Liga nicht dafür bekannt, ein Spiel zu beruhigen – entschied sich in der Schlussminute beim Stand von 28:27 dazu, aus objektiv unerfindlichen Gründen nach 15 Sekunden Zeitspiel gegen die HSG anzuzeigen und dann noch gegen Oeltjen ein umstrittenes Stürmerfoul zu pfeifen. 20 Sekunden hatten die Gäste noch Zeit zu egalisieren. Der letzte Wurf der Gäste landete jedoch im Eider-Block.

Mit nun sieben Pluspunkten rangiert die HSG auf Platz zwölf. Umso wichtiger war der Sieg, weil auch Herzhorn punktete. Christian Gosch: „Ich denke, wir haben verdient gewonnen, müssen aber weiter konzentriert im Training arbeiten. Wir können den Klassenerhalt packen.“

HSG Eider Harde: Dobratz, Treziak – Brown, Oettershagen (3), Behmer (1), Gosch (4/3), Reinsch (1), Plöhn (4), Petersen, Ketelsen, Oeltjen (7), Hell, Bendixen (4), Thöming (4).

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