Vorhang auf für grüne Innovationen

Zusammenarbeit: Die Entwässerungsrinnen von ACO wechseln sich mit Bewuchs ab. Dieser Vorschlag war einer von vielen auf der Landesgartenschau in Eutin, bei der die Büdelsdorfer Firma als Sponsor auftrat.
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Zusammenarbeit: Die Entwässerungsrinnen von ACO wechseln sich mit Bewuchs ab. Dieser Vorschlag war einer von vielen auf der Landesgartenschau in Eutin, bei der die Büdelsdorfer Firma als Sponsor auftrat.

Der Gärtner-Fachverband tagte in der ACO-Academy. Bei dem Büdelsdorfer Unternehmen werden Lösungen gesucht – zum Beispiel, welche Entwässerungssystem bei Starkregen eingesetzt werden können.

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14. März 2018, 19:55 Uhr

Ein überwiegend bepflanzter Vorgarten gefällt den Deutschen besser als ein wenig bepflanzter, hat eine Befragung ergeben. Dennoch verschwindet immer öfter die Erde unter einer dicken Kiesschicht. „Rettet den Vorgarten“ heißt daher eine Initiative der grünen Fachleute – das sind in diesem Fall Landschaftsgärtner und -planer. Sie tagten jetzt in der ACO-Academy. Die Themen „Grün in die Stadt“ und Umgang mit Regenwasser waren dabei zwei zentrale Punkte.

„Insektensterben, Artenrückgang, CO2- und Feinstaubbelastung sowie Starkregenereignis – in jüngster Zeit mehren sich die Hiobsbotschaften, die belegen, wie stark unsere Lebensräume aus dem Gleichgewicht geraten sind“, erklärt Mirko Martensen. Der Präsident des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL) sieht eine Lösung darin, das natürliche Grün in die Städte zurückzuholen. Aber trotz der offensichtlich positiven Effekte käme das Grün in der Städteplanung nach wie vor zu kurz, kritisiert sein Verband. Positiv sei allerdings das Programm „Zukunft Stadtgrün“ der Bundesregierung: 50 Millionen Euro Fördergelder stehen bereit, damit die grüne Infrastruktur in Städten verbessert wird. Mirko Martensen appelliert an die Städte und Kommunen, diese Gelder jetzt auch abzurufen (siehe Infokasten).

Mehr Grün in der Stadt kann die Pflanzung von Buchen bedeuten, denn „eine ein Meter dicke Buche filtert pro Jahr 1,3 Kilogramm Feinstaub“, so Martensen. Auch die Begrünung von Fassaden oder Dächern sei ein Ausgleich zu den vielen versiegelten Flächen im urbanen Raum. Starkregen stellt vor allem in Städten große Herausforderungen an die Stadt- und Landschaftsplaner. Es gibt zu wenig Flächen, in denen das Wasser versickern kann. 30 Liter Regen pro Quadratmeter über einen Tag hinweg werden Starkregen genannt. Aber es können auch schon mal mehr als 100 Liter sein.

Um hier vorzubeugen, sind die Experten von der Industrie mit Lösungen gefragt, macht Anja Sievers deutlich. Die ACO-Produktmanagerin und ihr Team entwickeln ständig neue Ideen und neue Produkte, schließlich sind Entwässerungslösungen ein Hauptfeld des Büdelsdorfer Unternehmens. Dabei geht es nicht nur darum, das Regenwasser aufzufangen, sondern es auch zu reinigen, bevor es wieder ins Grundwasser gelangt, macht Iver Ahlmann, geschäftsführender Gesellschafter von ACO, deutlich. Denn: „Abriebpartikel von Autoreifen haben im Grundwasser nichts zu suchen“, erklärt Anja Sievers So hat das Unternehmen eine neue Abflussrinne entwickelt, die vollständig versiegelt ist, so dass kein Tropfen versickert und alles in die Kanalisation gelangt. Bei ihren Produkten achten die Büdelsdorfer auch auf Ästhetik. Denn die Abflussrinnen sind nicht nur für Straßen, auch für Garagenauffahrten oder Terrassen gedacht. Oder für Vorgärten. Die Gartenbauer setzten sich dafür ein, dass diese wieder großzügig bepflanzt werden. Nicht nur aus Eigennutz, sondern auch mit Blick auf die Umwelt. „Jeder Zehnte nimmt an, dass versiegelte Vorgärten pflegeleicht sind“, erklärt Peter Menke, Vorsitzender der Stiftung „Die Grüne Stadt“. Vielleicht ein Grund für diese Art der Gartengestaltung. Denn, zeigt man den Befragten Bilder von einem Vorgarten mit einer großen Kiesfläche und einem mit Pflanzen, bevorzugen sie die grüne Variante.

Experten für Garten- und Landschaftsbau

> Der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL) hat seinen Sitz in Ellerhoop.

> 115 Firmen sind in dem Verband Mitglied. > ACO ist – neben vielen weiteren schleswig-holsteinischen Firmen – ein Fördermitglied des Verbandes. > Die Garten-Experten betreuten zu 60 Prozent Privatleute, gefolgt von Firmen, Wohnungsbau und Industrie. > Informationen zu den Fördermitteln des Bundes: „Mit drei Klicks zu mehr Stadtgrün“: www.gruen-in-die-Stadt.de

> Internet: www,galabau-nord.de

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