Start der Norla : Vorgeschmack aufs Ministeramt

Ab heute ist er Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein: Jan Philipp Albrecht nimmt Rapspflanzen in den Blick.
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Ab heute ist er Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein: Jan Philipp Albrecht nimmt Rapspflanzen in den Blick.

69. Landwirtschafts- und Verbrauchermesse: Robert Habeck stellt Bauern seinen Nachfolger Jan Philipp Albrecht vor.

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31. August 2018, 10:07 Uhr

Rendsburg | Es war Robert Habecks letzter Auftritt als Landwirtschaftsminister bei der Eröffnung einer Norla. „Ich freue mich auf den Kaffee bei den Landfrauen, auf das Blöken der Tiere und auf die Gespräche an den Ständen“, sagte er. Wenig später brach er mit seinem designierten Nachfolger Jan Philipp Albrecht, Landesbauernpräsident Werner Schwarz, Landtagspräsident Klaus Schlie, Stadtpräsident Thomas Krabbes und einem langen Tross aus Vertretern der Landwirtschaft und des öffentlichen Lebens zum Messerundgang auf. Er nutzte dies, um sich von den Ausstellern zu verabschieden.

Bauern chef Schwarz hatte die Messe offiziell eröffnet. Sie steht im Zeichen des schlimmsten Dürresommers der vergangenen Jahre. Das griff auch Landtagspräsident Schlie auf. „Der Sommer war für die Landwirte eine Tragödie mit existenzbedrohenden Zügen.“ Wieder zeige sich, dass die Natur den Landwirten die Bedingungen diktiert. „Allerdings ist der Mensch nicht unschuldig an der Entwicklung.“ Es mutete wie eine Ironie des Schicksals an, dass es ausgerechnet zum Norla-Auftakt regnete.

Auch Habeck erkannte an, dass dieses Jahr „für die Bauern eine Katastrophe“ war, nutzte dann aber die Gelegenheit, um seine sechsjährige Amtszeit in einen Kontext mit der Norla zu stellen. Nichts präge ein Land mehr als das Wirtschaften der Landwirte, so Habeck. Vor sechs Jahren sah er auf der Norla das erste Mal einen Melkroboter, „heute ist das Standard.“ Ähnliches erlebte er bei der Technik der Gülleausbringung und bei der Fahrzeugentwicklung.

An vielen Ständen werden Antworten der Branche auf Probleme wie das Bienensterben, die Nitratbelastung der Böden und Dürreperioden sichtbar. Die Landwirtschaftskammer zum Beispiel hat Raps angepflanzt. Mit Dropleg-Düsen wird Pflanzenschutzmittel unterhalb der Blüten gespritzt. Dadurch werden Bienen und andere Nützlinge geschont, die auf den Blüten sitzen.

Die Cleantec Power Unternehmensgruppe führt die patentierte Herstellung ihres Düngers vor: Ein fast fünf Meter hoher Rottewender fährt über einen Komposthaufen und durchmischt ihn. Durch Bakterien entstehen Temperaturen von bis zu 80 Grad, sodass der Kompost keimfrei ist. Durch das Einbringen von einem Drittel Gülle und Pilzsporen entsteht ein organischer Dünger. „Er bietet die Möglichkeit, dem Nitratproblem entgegenzuwirken“, sagt Geschäftsführer Ingo Börner. Landwirte können Gülleüberschüsse dadurch zum Teil konservieren: Der Dünger sei zehn Jahre haltbar. Frauke und Theodor Holstein aus Ostfriesland zeigten sich sehr interessiert. Die Landwirte im Ruhestand wollen das Material ihrem Pächter vorschlagen.

Die Firma Claas bietet einen Crop-Sensor an: Das Gerät wird vor den Traktor montiert. Es misst auf dem Feld die Menge an Pflanzen anhand ihrer Farbintensität. Eine Software steuert für jeden Meter, wie viel Pflanzenschutz oder Dünger ausgebracht wird. Landwirte können diese Mittel innerhalb der Obergrenzen dadurch gezielter einsetzen. Die Messe am Grünen Kamp öffnet bis Sonntag, 2. September, täglich von 9 bis 18 Uhr.

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