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Pendlers Leid : Vor Streikbeginn: Zug kommt nicht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Pendler am Rendsburger Bahnhof mussten gestern bereits vor 14 Uhr mit Ausfällen rechnen. Auch heute kann es noch zu Verspätungen kommen.

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 18:09 Uhr

Punkt 14 Uhr am Rendsburger Bahnhof: Michael Fuhrmeister (53) steht mit seinem blauen Rucksack an Gleis eins und wartet. Sein Blick ist auf die Anzeigetafel gerichtet. In 50 Minuten soll der nächste Zug nach Hamburg fahren. „Das glaube ich erst, wenn der hier vorfährt“, sagt er. Der 53-Jährige ist nur einer von vielen Pendlern, denen der Lokführerstreik der Gewerkschaft GDL gestern zu schaffen machte.

Dabei hatte Michael Fuhrmeister mitgedacht. Um 14 Uhr sollte der Streik am Mittwoch starten, so jedenfalls wurde es von der Deutschen Bahn angekündigt. Damit er gar nicht erst in Rendsburg strandet, hatte er seine Fortbildung an diesem Tag extra früher beendet. Er wollte den Zug um 12.50 Uhr erwischen, schließlich sollte der Streik erst eine Stunde später beginnen. „Ein guter Plan, dachte ich mir, doch die Realität sah dann natürlich anders aus.“ Sein Zug fiel aus, bevor der Streik überhaupt erst offiziell begonnen hatte.

Der 53-Jährige ist verärgert über die Informationspolitik der Bahn. Dass die Lockführer für bessere Arbeitsbedingungen streiken, könne er verstehen. Doch wenn man schon eine Uhrzeit für die Arbeitsniederlegung festlege, dann sollte man sich auch daran halten, findet er. „Oder zumindest rechtzeitig darüber informieren, dass es früher losgeht.“

Warum aber kam es am Rendsburger Bahnhof schon vor 14 Uhr zu Zugausfällen? Eine Bahnmitarbeiterin erklärte, dass man schon im Vorfeld einige Züge stehen lassen musste, damit sie mit dem Ende des Streiks um 4 Uhr wieder von ihrem Ausgangsort starten können. „Sonst würden sie ja mit Streikbeginn um 14 Uhr an einem völlig falschen Bahnhof stehen“, erklärte sie.

Verständnis konnte Fuhrmeister für diese Erklärung nur wenig aufbringen. Wenn es um vier Uhr morgens zu Problemen komme, sei das doch weniger schlimm als zu den Stoßzeiten am Tage. Mit dieser Meinung ist er nicht alleine. Auch Hilde Wenk (77) verstehe das Vorgehen der Bahn nicht. Die gebürtige Rendsburgerin hatte ebenfalls versucht, rechtzeitig den Zug nach Hamburg zu erwischen. „Wenn der nächste Zug auch nicht kommt, dann gehe ich wieder zurück zu meiner Schwester und fahre morgen erst zurück“, so ihre Planung.

Doch auch wenn sich die 72-Jährige erst heute Morgen wieder auf dem Weg nach Hamburg macht, sollte sie mehr Zeit einplanen. Denn auch nach dem Ende des Streiks dürfte es am Donnerstagmorgen noch Zugausfälle und Verspätungen geben, heißt es von Seiten der Bahn. Pendler sollten deshalb mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig bei der Arbeit anzukommen.

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