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Vorfreude : Vor lauter Aufregung verzichteten die Senioren auf das Mittagschläfchen

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sehr aufgeregt wurde in der Senioren-Wohnanlage des „Erlenhofs“ in Aukrug dem ersehnten Besuch des Weihnachtsmannes entgegen gefiebert.

shz.de von
erstellt am 26.Dez.2013 | 15:53 Uhr

„Der Weihnachtsmann hat Schwierigkeiten mit dem Einparken“, stellte Pflegedienstleiterin Margrit Kock-Böttke fest, als ein Besuch unmittelbar bevorstand, dem man in der Senioren-Wohnanlage des Erlenhofs schon seit Wochen entgegengefiebert hatte. In den vergangenen Jahren hatte der Weihnachtsmann meist ein Pony und einen Hund dabei, wenn er am Heiligen Abend bei den Erlenhof-Senioren vorbeischaute, auch auf dem Motorrad war er schon bei der Wohnanlage vorgefahren. Dass er diesmal mit dem Auto angereist sei, hänge mit dem Regenwetter zusammen, erklärte der Weihnachtsmann den am weihnachtlichen Kaffeetisch versammelten Senioren: „Da kein Schnee liegt, konnte ich ja nicht mit dem Schlitten kommen, und bei diesem Regen wären meine Rentiere und mein Pony ja nur nass geworden.“

Beim lautstarken „Ho! Ho! Ho!“, mit dem sich der Weihnachtsmann auf seinem Rundgang durch die Wohnanlage ankündigte, zuckten auch Margit Kock-Böttke und Einrichtungsleiterin Annette Zimmermann, die ein mit Geschenken vollgepacktes Pflegebett durch die Gänge schoben, jedes Mal aufs neue zusammen. Eine knappe Stunde brauchte der Weihnachtsmann, um alle vier Seniorengruppen der Wohnanlage mit Geschenken zu versorgen. Nachdem er auch selbst von Annette Zimmermann ein Geschenk erhalten hatte, verabschiedete sich der Weihnachtsmann um 17 Uhr: „Ich hab heute noch zwei Termine.“

Das Besondere an der 2007 eingeweihten Wohnanlage des Erlenhofs besteht darin, dass hier pflegebedürftige Senioren mit und ohne geistige Behinderung unter einem Dach zu Hause sind. „Hier herrscht ein großes Miteinander, wo man sich gegenseitig hilft und akzeptiert und wo schon viele Freundschaften entstanden sind“, vermerkte Annette Zimmermann, „bei uns erleben Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam den Alltag und unterstützen sich gegenseitig.“

Eingeleitet wird die Vorweihnachtszeit in der Senioren-Wohnanlage, wenn ab Ende November die Wunschzettel ausgefüllt werden. In der Adventszeit findet jeden Donnerstag eine Andacht statt, und in den gemeinsamen Bastelstunden widmet man sich der Produktion von weihnachtlichem Fensterschmuck. Je näher der Heilige Abend rückt, desto aufgeregter werden die Bewohner. „Wir hatten ein paar Fälle von erhöhtem Blutdruck“, berichtete Annette Zimmermann, „und einige haben heute auf die Mittagsruhe verzichtet, weil sie einfach zu aufgeregt waren.“

Nach dem mittäglichen Festessen und vor der abendlichen Bescherung gab es am Heiligen Abend zwei Gottesdienste im Andachtsraum der Wohnanlage. „Herr Jesus, lasse Dein Licht hineinleuchten in unsere Erlenhof-Gemeinde“, wünschte sich Volker Zimmermann, „zeige uns den Weg zu Geborgenheit, Hoffnung und Liebe.“ Der Leiter des Erlenhofs sang Weihnachtslieder mit den Senioren, verlas die Weihnachtsgeschichte und trug die Erzählung „Das Hirtenlied“ vor, bei der er auch als Blockflötist glänzte. „Über 2000 Jahre ist die Geburt im Stall her, und nach wie vor singen wir jedes Jahr Lieder und freuen uns auf diese Zeit“, stellte Volker Zimmermann fest, „all dies bewirkt das kleine Kind in der Krippe.“ Nach dem Gebet sangen zum Abschluss des Gottesdienstes alle Senioren gemeinsam „Stille Nacht, heilige Nacht.“

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