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Kultur im Hinterhof : Von lautstarker Pantomime und grünen Inseln

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

An fünf verschiedenen Spielorten wird auch in diesem Sommer wieder ein kulturelles Programm geboten. Der Auftakt findet im Garten des Pelli-Hofes statt. Es spielt Papa Hieber’s Jazz-Sextett.

„Wie eine Hallig in der Steinwüste.“ So beschreibt Peter Feuser die kleine grüne Insel im großen Hof zwischen Musikschule und Büchereizentrale. Hier werden sich Anfang Juli unter einer alten Kastanie Kulturliebhaber treffen, wenn ein Saxophonquartett der Lübecker Musikhochschule spielt. Der Hof ist einer von fünfen, in denen in diesem Jahr „Kultur im Hinterhof“ geboten wird.

Bereits im siebten Jahr gibt es die Veranstaltungsreihe, in 30 Höfen wurde schon musiziert, gelesen und geschauspielert. Der ehemalige VHS-Leiter Peter Feuser ist jedes Jahr wieder auf der Suche nach lauschigen Orten. „Wer noch einen kennt – bitte bei mir melden!“, sagt er. Aber für diese Saison ist er ausgebucht. Und beweist den Rendsburgern wieder einmal, was für schöne Plätze und Ecken die Stadt zu bieten hat. Genau das ist eines der Ziele der Veranstaltungsreihe: Attraktivitätssteigerung Rendsburgs. Daher wird die Initiative der VHS Rendsburger Ring vom Schleswig-Holsteinischen Landestheater und der Sparkasse Mittelholstein unterstützt.

Feuser geht es um drei Aspekte. Einer ist der architektonische: Manche der Höfe waren oder sind nicht öffentlich zugänglich, so dass das Publikum nur zu den Vorstellungen die Möglichkeit hat, sie kennen zu lernen. Feuser möchte aber auch den Besitzern und Geschäftsleuten die Gelegenheit geben, ihre Gebäude zu präsentieren – ebenso wie er Kulturschaffenden eine Plattform offerieren möchte.

Der Auftakt-Hof ist jederzeit zugänglich und Freunden des Musik-Festivals bekannt, denn hier wird nach den Konzerten immer noch mit den Musikern gefeiert: Es ist der Garten des Pelli-Hofs, in dem „unterhaltsamer Jazz mit Papa Hieber’s Jazz-Sextett“ am Sonnabend, 24. Mai, die Hof-Saison eröffnet. Rendsburgern muss man es eigentlich nicht erzählen: Das historische Hotel wurde 1722 von Domenicus Pelli erbaut, der auch die Christkirche errichtete. Was er als Wohnhaus für sich plante, ist vor einigen Jahren ursprünglich restauriert worden – aber mit modernem Komfort.

„Wenn es Kuhfladen vom Himmel regnet, haben wir eine Alternative“, sagt Hotelchef Thomas Rapp, denn das Haus bietet natürlich Veranstaltungsräume. Doch die Hinterhof-Gäste sind zäh. „Sie kommen mit Regenschirm und Decke und sind ein bisschen enttäuscht, wenn die Veranstaltung drinnen stattfindet“, weiß Peter Feuser. Und erinnert sich, dass während der Vorstellung im Hof des Hotel Neuwerk Schwäne am Himmel vorüber zogen. Es sind die besondere Hof-Atmosphäre und das naturnahe Ambiente, die die Besucher anziehen.

Unterschiedliche Orte, Programme und Zielgruppen: Am Altstädter Markt bietet der schmale Hof-Schlauch der Casa Biutelli nicht vielen Gästen Platz. „Daher haben wir hier ein Programm, das nicht die Masse anspricht.“ Die Schauspielerin Katinka Springborn wird Prosa von Franz Kafka lesen. Ohne Worte und ohne Musik kommen die Künstler aus, die im Innenhof des Arsenals auftreten (26. Juli). Die Mitglieder der Pantomimengruppe „Lautstark“ stammen aus Afghanistan, Brasilien, Deutschland und bestechen mit Improvisation und Kreativität. Die Reihe endet im September. Dann gibt es „Maritimes und mehr“ bei Musik und Ringelnatz-Reimen in passender Umgebung – im Hof des Schifffahrtsarchives.

Termine:

Sa., 24. Mai, Papa Hieber’s Jazz-Sextett, Pelli-Hof

Sa., 14. Juni, Kafka-Lesung, Casa Biutelli

Sa., 5. Juli, Passion du Saxophon, Musikschule

Sa., 26. Juli, Lautstark – Pantomime, Arsenal (VHS)

Sa., 6. Sept., Musik mit „Zhok“, Schifffahrtsarchiv

Beginn jeweils um 20 Uhr

Eintritt zwischen 14 bis 16 Euro, Vorverkauf ab sofort in der VHS und später an der Abendkasse.

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erstellt am 13.Mai.2014 | 12:18 Uhr

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