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Ausbildung im Ausland : Von Lanzarote an den Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Förderprogramm unterstützt die Ausbildung von jungen EU-Bürgern in Deutschland – erstmals auch bei einem Rendsburger Unternehmen. Ein junger Spanier wird von der Firma Schiffsdieseltechnik Kiel (SDT) zum Industriemechaniker ausgebildet.

Er stammt von einer spanischen Insel, auf der Deutsche gerne Urlaub machen und ist zum Arbeiten gekommen: Angel Granja de Prado hat Lanzarote gegen Rendsburg eingetauscht. Der 20-Jährige absolviert bei der Firma Schiffsdieseltechnik Kiel (SDT) eine Ausbildung zum Industriemechaniker-Maschinen- und Anlagenbau. Ein bisschen Abenteuerlust spielte bei der Entscheidung eine Rolle und die Möglichkeit, eine andere Kultur näher kennen zu lernen. Aber der Hauptgrund: „Je besser man eine weitere Sprache spricht, desto größer sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt der junge Mann ein klein wenig stockend, aber in klarem Deutsch.

Unterstützt wird dieser ungewöhnliche Weg von der Bundesagentur für Arbeit (siehe Informationen „Der Job meines Lebens“). In der Region Rendsburg sei es das erste Mal, dass ein Azubi aus dem Ausland komme, erklärte gestern Frank Vollmer, Geschäftsleiter der Agentur für Arbeit Rendsburg. „Das Programm ist für junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren gedacht, die bisher noch keine Ausbildung absolviert haben“, betont seine Kollegin Sonja Henningsen vom Arbeitgeberservice Mittelholstein.

Angel Granja de Prado ist Abiturient. Mathematik und Physik – beides wichtig für die Ausbildung – bereiten im keine Probleme. Eine Bestnote in Deutsch erleichterte ihm die Entscheidung. Gelernt hat er die Sprache in der Schule und bei seinen Nachbarn auf Lanzarote – einem Paar aus Flensburg, das dort ein Haus besitzt. Sie sind für ihn Nenn-Oma und -Opa geworden. Urlaube im Norden verstärkten sein Interesse an Deutschland.

Eberhard Starke, SDT-Geschäftsführer in Rendsburg, lernte den jungen Mann im Sommer vergangenen Jahres bei einem Praktikum kennen. Man wurde sich schnell einig, so dass sogar noch eine dritte neben den sonst üblichen zwei Ausbildungsstellen pro Jahr geschaffen wurde. Matthias Carstensen, SDT-Ausbildungsleiter, ist sehr zufrieden mit dem jungen Spanier. Dreieinhalb Jahre wird er in dem Betrieb direkt am Nord-Ostsee-Kanal ausgebildet.

Das Unternehmen fertigt, prüft und wartet Schiffsmotoren und Stromerzeugungsanlagen. „Wir sind stark im Service in Europa“, erklärt Eberhard Starke. SDT hat auch Kunden in Spanien. So wurden beispielsweise Anlagen an die spanische Flotte geliefert, die gewartet werden müssen. Starke kann sich daher gut vorstellen, den jungen Spanier zu übernehmen. Doch er ist auch sehr an einem europäischen Netzwerk interessiert. Sollte de Prado wieder in seine Heimat zurück kehren, könnte er ein Teil davon werden. So sagt auch Sonja Henningsen zum Ansatz des Förderprogramms: „Wir bilden nicht für Deutschland aus, sondern für die EU“.

 

Förderprogramm: Der Job meines Lebens

Überwiegend junge Menschen aus Spanien, Portugal, Irland und Italien bewerben sich in Deutschland um Ausbildungsplätze für „den Job meines Lebens“. Sie müssen über 18 Jahre alt sein und noch keine Ausbildung absolviert haben, dann werden sie von der Europäischen Union gefördert (Programm-Kurzname: MobiPro-EU). Zur Förderung gehören Sprachkurse, Beratung, ein Praktikum im Betrieb und finanzielle Unterstützung, erklärt die Bundesagentur für Arbeit. 2013 bewarben sich in Schleswig-Holstein 49 Auszubildende aus dem Ausland.

Infos: www.thejobofmylife.de

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erstellt am 12.Feb.2014 | 19:48 Uhr

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