zur Navigation springen

Hohenwestedt : Von „Hasso“ bleibt nur Kalk

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im einzigen Haustier-Krematorium des Landes treten Hunde, Katzen und Vögel ihren letzten Weg an.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Das einzige Haustier-Krematorium in Schleswig-Holstein befindet sich im Hohenwestedter Gewerbegebiet Böternhöfen. „Auch in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es solche Einrichtungen nicht, aber mindestens zwei in Niedersachsen“, weiß Barbara Rohwer vom „Elysium“-Haustier-Krematorium. Seit viereinhalb Jahren bietet „Elysium“ seine Dienste an, und seitdem wurden in Böternhöfen viele unterschiedliche Haustiere eingeäschert: Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Frettchen, Kaninchen, Ratten und Papageien. Der Preis richtet sich nach dem Gewicht des Tiers, und da reicht die Bandbreite vom Sittich (100 Gramm) bis zur Dogge (90 Kilo).

„Wir hatten auch schon Anfragen bezüglich Pferden, Ponys, Schafen und Mini-Pigs, aber dafür haben wir keine Genehmigung vom Veterinäramt, weil die Huf- und Klauentiere automatisch in die Tierkörperbeseitigungsanstalt kommen“, erklärt Barbara Rohwer.

Bei „Elysium“ kann man für seinen vierbeinigen oder gefiederten Liebling Einäscherungen buchen, die nach „Sternen“ klassifiziert sind. Die reichen von der Gemeinschaftseinäscherung mit anderen Haustieren (ein Stern) bis Einzeleinäscherung inklusive Urne und Zertifikat plus Einäscherung im Beisein des Besitzers und auf Wunsch Aufbahrung des Tiers (vier Sterne).

Barbara Rohwers Tätigkeit beschränkt sich keineswegs auf die technischen Aspekte. „Da ist auch viel psychologische Arbeit dabei, und da verlasse ich mich auf meine Menschenkenntnis“, sagt Barbara Rohwer, „ich versuche zu helfen und die Menschen aufzubauen.“ Der seelsorgerische Teil beginnt oft einige Zeit vor dem Tod des Haustiers, wenn sich die Besitzer bei „Elysium“ mit dem Ablauf vertraut machen wollen. Eine Einäscherung im Krematorium ist aus Sicht der Betreiberin empfehlenswert. „Die Einäscherung ist die sauberste Sache, das ist auch vom Umweltaspekt her die vernünftigste Lösung“, betont Barbara Rohwer, „die Überreste sind reiner Kalk, und darum kann man mit der Urne machen, was man möchte.“ Zum Beispiel eine Seebestattung in Nord- oder Ostsee.

Doch meistens bekommt die Urne mit der Asche von „Hasso“ oder „Felix“ einen Ehrenplatz in der häuslichen Schrankwand, oder die Urne wird im Garten oder auf einem Tierfriedhof begraben.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen