Kunstausstellung : Von der Mongolei nach Büdelsdorf: Auspacken für die NordArt

Chefkurator Wolfgang Gramm am „Festmahl“ des chinesischen Künstlers Lv Shun.
Foto:
1 von 2
Chefkurator Wolfgang Gramm am „Festmahl“ des chinesischen Künstlers Lv Shun.

30 Transportkisten mit mehr als 100 Werken: Kunst aus dem fernen Osten trifft in Büdelsdorf ein. Die 17. NordArt wird am 6. Juni eröffnet.

shz.de von
05. Mai 2015, 08:58 Uhr

Büdelsdorf | Von Ulan Bator nach Büdelsdorf – die Kunst geht weite Wege. Zwölf Tage brauchten zwei Lastwagen für die 9000 Kilometer lange Strecke von der Hauptstadt der Mongolei über Russland bis zum Ausstellungsgelände der NordArt. 30 Transportkisten mit mehr als 100 Kunstwerken werden jetzt ausgepackt.

„Das war ein abenteuerlicher Transport, aber alles ist heil hier angekommen“, freute sich Wolfgang Gramm, Chefkurator der inzwischen größten jährlichen Kunstausstellung in Europa. Die Mongolei ist der Länderschwerpunkt der diesjährigen NordArt. Die Werke von 34 Künstlern aus dem Land hat Gramm zusammen mit der Kuratorin Oyuntuya Oyunjargal ausgewählt. Etablierte und kritische junge Künstler werden ihre Werke in der bisher größten zusammenhängenden Ausstellung mongolischer Kunst in Europa präsentieren. „Und dann wird deutlich, dass die Mongolei nicht nur das Land wilder Steppenreiter ist, sondern ein modernes Land mit Kunst und Kultur“, sagte Wolfgang Gramm.

Ihr Land habe auf der NordArt die Möglichkeit, sich professionell zu präsentieren, freute sich die Kuratorin Oyuntuya Oyunjargal, die wie fast zehn Prozent ihrer Landsleute auch Deutsch spricht. „Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Mongolei gehen schon auf die Weimarer Republik zurück“, erklärte Oyunjargal. Die Mongolei war in diesem Jahr schon auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vertreten und wird auch zum ersten Mal bei der Biennale von Venedig ausstellen.

Wolfgang Gramm will die mongolischen Künstler weiter unterstützen. Durch seine vielen Kontakte ins benachbarte Dänemark hofft er, ihnen auch dort eine Ausstellung zu ermöglichen. Täglich treffen neue Kunstwerke auf dem Ausstellungsgelände in Büdelsdorf ein. Ein Zehn-Tonnen-Schwergewicht ist bereits aufgebaut. Zehn Meter lang und 2,50 Meter hoch ist die Stahlguss-Skulptur „Festmahl“ des chinesischen Künstlers Lv Shun aus Peking. Die 17. NordArt wird am 6. Juni eröffnet. Vier Monate zeigen 240 Künstler aus 50 Ländern in Büdelsdorf mehr als 1000 Kunstwerke.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen