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Green Screen macht Schule : Von Delfinen und einer Walretterin

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gestern startete in Rendsburg und vier weiteren Städten die Green-Screen-Aktionswoche mit Filmen für Schülern. In der Kanalstadt lief „Adoptiert von Delfinen“ – und am Ende des Naturfilms löcherten die Schüler die Expertin Petra Deimer-Schütte mit Fragen.

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erstellt am 08.Apr.2014 | 12:13 Uhr

„Was passiert, wenn ein Delfin in den Spiegel schaut?“, wollte Moderator Tim Gailus wissen. Da flogen die Finger nur so in die Höhe. „Er erkennt sich“, erklärte einer der jungen Gäste in der Schauburg. Die Viertklässler aus Westerrönfeld wussten Bescheid über das Leben von Meeressäugern, denn sie hatten ein Buch über das Leben der Walkämpferin Petra Deimer-Schütte gelesen. Groß war die Freude, dass diese als Expertin nach dem Film „Adoptiert von Delfinen“ Rede und Antwort stand.

Aufmerksam und interessiert verfolgten knapp 300 Kinder in zwei Vorstellungen den Auftakt der Aktionswoche „Green Screen macht Schule“ in Rendsburg. „Insgesamt werden rund 2000 Schüler an fünf Standorten in Schleswig-Holstein ausgewählte Naturfilme sehen“, erklärte Green Screen-Pressesprecher Michael van Bürk. Zu dem Angebot durch das Naturfilmfestival gehört die Begleitung durch einen Moderator und durch Experten, die anschließend Fragen beantworten.

Gespannte Stille herrschte, als Forscherin Angela Ziltener und ihr Team im Roten Meer zu Delfinen hinabtauchten. Die Tiere flohen nicht – denn „Ferdinand“ kannte die Menschen. Als dieser Delfin verletzt war, hatte er Kontakt zu dem Tauchlehrer Michael Stadermann und anderen Männern gesucht. Weil die Delfin-Gruppe die Forscher in ihrer Nähe akzeptierte, waren bisher einmalige Aufnahmen möglich. Das Ergebnis waren emotional ergreifende Szenen, zum Beispiel wie die Delfine Ball spielten, wie sie Quallen als Kaugummi nutzten oder wie sie durch Korallen schwammen, um ihre Haut zu schubbern und sauber zu halten. Auch Liebesspiele waren kein Tabu – und „Ferdinand“ erwies sich als Delfin-Kuh, die im Laufe des Film ein Junges zur Welt brachte.

Im großen Saal der Schauburg hatten eine erste und vierte Klasse der Friedrich-Ebert-Schule Büdelsdorf Platz genommen sowie Kinder aus der Schule am Ochsenweg Jevenstedt - Standort Westerrönfeld und der Grundschule Borgstedt. Die Westerrönfelder hatten vor dem Kinobesuch das Buch „Die sanften Riesen der Meere“ gelesen. Es ist die Geschichte von Petra Deimer-Schütte. Vor Madaira kämpfte sie mit einem Freund gegen den Walfang, und sorgte dafür, dass dort ein Programm zum Schutz der Wale umgesetzt wurde.

In der Schule hatten die Viertklässler ein aufwändiges Lesetagebuch geschrieben, über Walarten Referate gehalten, im Internet über den Schutz der Wale recherchiert. Und hatten einen Brief an Petra Deimer-Schütte geschrieben. Dass die Walretterin nun leibhaftig vor ihnen stand, war für die Kinder ein großartiges Erlebnis. Die Walretterin erzählte den Schülern ihre wahre Geschichte ganz lebendig und gestand: „Ich habe geweint, wenn ein Wal getötet wurde“. Inzwischen ist sie seit Jahren mit dem TV-Journalisten Hans-Jürgen Schütte verheiratet, lebt in Hasloh bei Pinneberg und engagiert sich im Freundeskreis zum Schutz der Meeressäugetiere. Lehrerin Alexandra Volkmann ist sich sicher, dass der Film und die Begegnung mit Petra Deimer-Schütte den Schülern in Erinnerung bleiben werden. Und es wird in den Kinder-Köpfern für das Bewusstsein sorgen, „dass zum einen die Wale und Delfine besondere Tiere sind, die geschützt werden müssen und zum anderen auch, dass großer Mut und eine besondere Lebensweise dazugehören, um erfolgreich ein Ziel, was einem sehr groß erscheint, umzusetzen.“

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