Rendsburg : Von Betroffenen für Betroffene

Informieren in Rendsburg über eine Vielzahl von Leistungen: Martina Sauther, Hartmut Schocker, Silke Vetter und Matthias Matthiesen (von links).
Informieren in Rendsburg über eine Vielzahl von Leistungen: Martina Sauther, Hartmut Schocker, Silke Vetter und Matthias Matthiesen (von links).

Neue Beratungsstelle der Diakonie für Menschen mit Behinderungen

shz.de von
06. November 2018, 17:38 Uhr

Damit Menschen mit Behinderung alle notwendigen Förderangebote in Anspruch nehmen können, benötigen sie eine qualifizierte Beratung. Bislang waren dafür die Kostenträger wie Krankenkassen oder Versicherungen zuständig. Zurückhaltende Zusagen oder gar Ablehnungen waren damit nicht ausgeschlossen. Das soll durch die „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) für Menschen mit Behinderung“ anders werden.

Ob die Menschen von Behinderungen bedroht sind, bereits unter ihnen leiden oder ob sie Angehörige sind – für sie ist im Sozialgesetzbuch festgeschrieben, dass sie Hilfsangebote in Anspruch nehmen können. Ob und welche Hilfen bewilligt werden, darüber entschieden bislang die Kostenträgern wie Krankenkassen oder Versicherungen. Eine unabhängige und neutrale Beratung bietet jetzt das Diakonische Werk bietet in Rendsburg an. In Eckernförde arbeitet die Diakonie mit dem Landesverband für Körper- und mehrfach-behinderte Menschen Schleswig-Holstein zusammen.

Die Teilhabeberater Matthias Matthiessen, Martina Sauter, Hartmut Schocker und Silke Vetter informieren in Rendsburg über eine Vielzahl von Teilhabeleistungen: Hilfsangebote für den Alltag, Reha-Möglichkeiten und Hilfsmittel, Arbeitsplätze in Werkstätten oder spezielle Wohnangebote. Das Besondere an diesem für die Nutzer kostenfreien und niedrigschwelligen Angebot ist die Beratung auf Augenhöhe durch Fachkräfte und Peer-Berater: Betroffene werden durch Betroffene beraten, die sich durch eigene Erfahrung im komplizierten Hilfesystem auskennen und aus Sicht der Ratsuchenden passende Hilfemöglichkeiten aufspüren. Im Vordergrund stehen dabei selbstbestimmte Entscheidungen, Wünsche und Bedürfnisse.

Für den Aufbau der Beratungsstellen erhält das Diakonische Werk in den kommenden drei Jahren jeweils 300 000 Euro für drei Beratungsstellen mit fünf fest angestellten Beratern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert in Zusammenarbeit mit der Diakonie weiter entwickelt.

>EUTB Kreis Rendsburg-Eckernförde, Holstenstraße 2 (gegenüber der Post). Tel. 04331 / 593 492, E-Mail: eutb-rd@diakonie-sh.de

>EUTB Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen, Carlshöhe 42, Tel. 04351/ 860 99 91, E-Mail: m.schuett@lvkm-sh.de

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