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Westensee : Vom Tüteberg aus hat man den allerschönsten Seeblick

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der LZ-Serie „Lieblingsorte – Lieblingsplätze“ geht es heute um Westensee: Helma und Günter Carl genießen viele schöne Augenblicke.

von
erstellt am 22.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern unternehmen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. In dem heutigen Teil der Serie schwärmen Helma und Günter Carl unter anderem vom Tüteberg.

So richtig entscheiden können sich Helma und Günter Carl nicht. Ihr Lieblingsplatz in der Gemeinde ist das Dorf an sich. „Westensee ich einfach unglaublich schön“, sind sich die beiden einig. „Jeder Fleck hat etwas besonderes an sich, mit jeder Ecke verbindet man irgendwas.“ Das sportliche Ehepaar verbringt viel Zeit in der Natur. Vor allem die zahlreichen Wanderwege in und um Westensee herum, haben es den beiden angetan. Die Wanderkarte mit den eingetragenen Wanderwegen kennen Helma und Günter Carl nahezu auswendig, jeden der Wege sind sie mehrfach gegangen. Dies sei Sport und Erholung zugleich. „Es gibt sehr viele Bänke an vielen verschiedenen Orten“, berichtet Günter Carl. „Da kann mich sich hinsetzen und einfach die Natur genießen.„ „Man sieht immer was“, ergänzt seine Frau, „manchmal muss man aber genauer hinsehen und Dinge auch mal bewusst wahrnehmen.“

Die Eichenalle bei Gut Bossee mit ihren über 300 Eichen, der Tüteberg oder der Hochzeitsweg seien nur wenige Beispiele, für die Schönheit „ihrer“ Gemeinde. Was die wenigstens wissen – über 50 Bänke hat die Gemeinde im Ort aufgestellt, berichtet Günter Carl, der seit über 16 Jahren als Gemeindearbeiter tätig ist und selbst viele der Bänke aufgestellt hat und in Schuss hält. Auch als Vorsitzender des Ringreitvereins Westensee engagiert sich der 63-Jährige seit über 30 Jahren. „Dadurch ist man automatisch viel in der schönen Natur hier unterwegs.“

Auch mit dem Westensee verbindet das Ehepaar viele Erinnerungen. „Hier haben wir zu Schulzeiten immer Schwimmunterricht gehabt“, erinnert sich Günter Carl, der in Westensee geboren ist. Später dann seien die beiden mit ihren zwei Kindern oft an den See gekommen. Auch die anderen Badestellen in der Gemeinde, in Wrohe und Bossee, wurden besucht. Heutzutage genieße man eher die schöne Aussicht, erzählen die Carls. Den besten Blick auf das rund 280 Hektar große Gewässer habe man vom Tüteberg aus. Der Tüteberg ist die höchste Erhebung auf Westenseer Gemeindegebiet. Direkt vom Ufer aus ragt die Erhebung rund 90 Meter in die Höhe. „Einmal im Jahr muss man da rauf“, lacht Helma Carl, „das ist so ein Schnack bei uns – ,Warst du schon auf’m Tüteberg dieses Jahr?’“ Der Weg sei teilweise ziemlich anstrengend und steil und bevor der Schnee falle, müsse man den Tütberg erklommen haben. „Sonst wird das noch schwerer“, so Helma Carl weiter.

Die wichtigsten Gebäude in der Gemeinde – das Bürgerhaus, das Feuerwehrgerätehaus und die Schule – befinden sich direkt nebeneinander. „Aber die meisten sehen die Gebäude nur von der direkten Seite aus. Dabei ist der Anblick von der Rückseite viel schöner“, erklärt Helma Carl. Vom Emkendorfer Weg aus könne man zwischen den Bäumen hindurch einen wunderbaren Blick auf die Gebäude erhaschen. Dort steht auch eine Bank, die zum Ausruhen einlädt. „Mit der Aussicht kann man nicht nur den Blick über die Wiese und die Natur genießen, sondern eben auch auf die zentralen und wichtigsten Gebäude der Gemeinde. Das hat irgendwie was“, so die 59-Jährige weiter.

Auch mit der Neueröffnung des „Gasthaus Westensee“ verbinden Helma und Günter Carl besondere Momente. „Damals war es wirklich noch das Spritzenhaus. Als die Feuerwehr umzog, wurde es stetig erweitert und irgendwann kam die Gaststätte. Der Brand vor einigen Jahren war für viele ein Schock“, erinnert sich Günter Carl. Das neue Gebäude füge sich gut im Ort ein. Die Stelle direkt am Westensee sei nach wie vor ideal, sowohl für Einheimische, als auch für viele Touristen von außerhalb. „Das Gasthaus wird gut angenommen“, berichtet Helma Carl, die seit über sechs Jahren in der Gemeindevertretung tätig ist und die Entstehung hautnah miterlebt hat. „Es ist schön mitanzusehen, dass die neuen Betreiber guten Erfolg haben“, ist sich das Ehepaar einig. In dem alten Gebäude hat die Familie viele Feste gefeiert, darunter auch die Konfirmation der beiden Kinder.

Seit 15 Jahren findet der wöchentliche Wochenmarkt in Westensee statt. „Vorher hatte der Ort alles, was man braucht – vom Milchmann über Fleischhändler bis hin zu allen wichtigen Handwerkbetrieben“, erinnert sich Günter Carl. Dies habe sich über die Jahre verändert. Heute müsse man nach Felde, Kiel, Rendsburg, Neumünster oder Nortorf ausweichen. „Aber irgendwie funktioniert es. Es beschwert sich keiner und der Wochenmarkt ist eine eindeutige Bereicherung“, betont Helma Carl. Einen Grund sich zu beschweren gebe es auch gar nicht, meint Günter Carl. „Ich erinnere mich an Zeiten, da hatten wir hier im Ort an einigen Stellen noch nicht mal einen Fußgängerweg“, lacht der 63-Jährige. Mit sinkenden Einwohnerzahlen habe die 1500-Seelen-Gemeinde nicht zu kämpfen. „Es kommen immer wieder viele junge Familien hier her, obwohl es kein Einkaufsort ist“, erzählen Helma und Günter Carl. „Aber das ist auch nicht verwunderlich – Westensee ist einfach wunderschön.“

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