Aukruger Postleitzahlenfest : Vom Postraum zum kaiserlichen Postamt

Ein Muss für Philatelisten: Die Sondermarke  zeigt 'Dat ole Hus' in Bünzen. Foto: kühl (3)
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Ein Muss für Philatelisten: Die Sondermarke zeigt "Dat ole Hus" in Bünzen. Foto: kühl (3)

Ausstellungseröffnung zur gemeindlichen Postgeschichte in der Volks- und Raiffeisenbank in Innien.

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12. Juni 2013, 08:15 Uhr

AUKRUG | Dass die Gemeinde Aukrug ihre fünfstellige Postleitzahl 24613 am 1. Juli 1993 zugewiesen bekam, ist eine von vielen interessanten Informationen, die man der Ausstellung zur Aukruger Postgeschichte in der Volks- und Raiffeisenbank in Innien entnehmen kann. Die von Karl-Heinz Köller zusammengestellte und von Oliver Ziehm graphisch gestaltete Sonderschau ist Teil des Aukruger Postleitzahlenfestes, zu dem der Startschuss am vergangenen Freitag fiel (wir berichteten).

"Das ist eine ganz wunderbare Dokumentation der Aukruger Postgeschichte", befand VR-Bank-Regionalleiter Jens Böker bei der Ausstellungseröffnung, "und es ist schon bemerkenswert, was die Postboten um 1800 so auf sich nehmen mussten." Nachdem 1764 eine Poststation in Nortorf eingerichtet worden war, bekamen die Aukruger in den folgenden 117 Jahren von dort ihre Post, und das bedeutete für den Postboten: Einmal pro Woche hatte er zu Fuß den Weg Nortorf-Timmaspe-Krogaspe-Böken-Bünzen-Bargfeld-Homfeld-Bucken-Innien-Gnutz-Nortorf zu bewältigen. "Bei der Tour haben die Jungs bestimmt ein Paar Schuhsohlen durchgelaufen", mutmaßte Böker.

Nur das Teilstück von Innien nach Gnutz hatten die Radler abgefahren, die sich tags zuvor der von VHHG-Chef Martin Westendorff angeführten "Fahrradtour auf den Spuren der ersten Aukruger Postboten" angeschlossen hatten.

1879 stellte der "landwirtschaftliche Verein an der Bünzau" mit Erfolg einen Antrag auf Einrichtung einer eigenen Aukruger Poststation. 1881 wurde in der Hauptstraße in Innien ein Postraum eingerichtet, 1908 ein paar Häuser weiter ein kaiserliches Postamt eingeweiht, in dem die Post bis 1998 untergebracht war.

Am 21. September 1998 wurde eine Postfiliale im "Markant"-Supermarkt eingerichtet. Der Briefstempel vom Eröffnungstag bei "Markant", der bei der Ausstellung in der VR-Bank zu sehen ist, stammt aus der Privatsammlung von Karl-Heinz Köller. Der Ex-Vorsitzende des Briefmarkensammlervereins Nortorf hatte die Idee zur Sonderschau und hat dafür einige Kostbarkeiten aus seinem Fundus zur Verfügung gestellt: zum Beispiel einen Landpoststempel aus Tönsheide von 1935, einen Sonderstempel zum Jubiläum "850 Jahre Aukrug" von 1978, die Sonderbriefmarke anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Gemeinde Aukrug von 2010 und einen Matrixcode-Postfreistempel der Fachklinik Aukrug aus dem gleichen Jahr. Klar, dass sich Köller auch schon die gerade erschienene Sonderbriefmarke zum PLZ-Fest gesichert hat. Die Sondermarke kostet zwei Euro das Stück (einen 20er-Bogen gibt’s für 30 Euro) und ist bei der VR-Bank sowie in der Buchhandlung "menschen~bauen~leben" in Innien erhältlich.

Ein Höhepunkt des PLZ-Fests steigt am 21. Juni, wenn die Aukruger auf dem Sportplatz die "größte Postleitzahl Schleswig-Holsteins" bilden wollen. "Die Luftaufnahme von diesem Rekordversuch wird es am 24. Juni in meiner Buchhandlung und bei der VR-Bank als Postkarte geben", kündigt Westendorff an und erläutert, wie sich Philatelisten eine absolute "Sammlersensation" sichern können: "Diese Postkarte muss man mit der Sondermarke frankieren und am 24. Juni abstempeln lassen."

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