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Landeszeitung

23. Oktober 2017 | 05:20 Uhr

Vom Mitfavoriten zum Abstiegskandidaten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rückblick auf die Fußball-Kreisklasse A: Dramatischer Absturz des FC Fockbek / Wittenseer SV stellt mit 57 Treffern die Torfabrik der Liga / Rieseby als Neunter bester Aufsteiger

Der Kreisfußballverband Rendsburg-Eckernförde hat bereits am 5. Dezember die Winterpause verkündet. Die Mannschaften der Kreisklasse A müssen im Frühjahr dennoch kein Mammutprogramm fürchten, denn sie liegen mit mindestens 14 ausgetragenen Partien absolut im Soll. Bevor der Kampf um die Aufstiegsplätze und den Klassenerhalt ab dem 18. März jedoch so richtig ernst wird, bleibt viel Zeit für eine Halbzeit-Analyse.

SG BSV/EMTV


Die Truppe von Spielertrainer Stefan Truelsen steht verdient an der Spitze dieser Klasse, denn sie hat sich im Verlauf der Vorrunde keine einzige Schwächephase erlaubt. Mit der eigenen Konstanz, die ihnen in der vergangenen Saison noch gefehlt hat, und der Beharrlichkeit auf Ausrutscher der Konkurrenten zu warten, hat sich die SG einen komfortablen Neun-Punkte-Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz erarbeitet. Insbesondere die Heimstärke, das Team blieb ohne Niederlage, spricht für sich und lässt erwarten, dass der Sprung in die 1. Kreisliga im Frühjahr gelingen wird. Die SG verfügt über keinen echten Torjäger. Routinier Björn Geng und Tobias Jung teilen sich mit jeweils neun Treffern die Hauptlast.

Wittenseer SV


Der WSV musste in der vergangenen Saison lange gegen den Abstieg kämpfen. Umso erstaunlicher, dass die Mannschaft von Peter Thede in dieser Spielzeit bis kurz vor der Winterpause das Maß aller Dinge war. Eine mehr als zufriedenstellende Vorbereitung war Grundlage dafür, dass man von Beginn an die Liga dominierte. Durch eine Niederlagenserie von drei Spielen ging die bis dahin so souverän herausgespielte Tabellenführung jedoch an die SG BSV/EMTV verloren. Maßgeblichen Anteil am bisher so erfolgreichen Abschneiden hat die Torfabrik des Tabellenzweiten. Die beste Offensive der Liga hat dabei zwei Namen: Pascal Reimers (19) und Torben Wulf (16) erzielten zusammen mehr als die Hälfte aller WSV-Treffer (57).


SV Fleckeby


Die Zielsetzung der Fleckebyer lautete nach dem Abstieg aus der 1. Kreisliga zunächst Konsolidierung. Das Team von Francois Cassini hielt sich strikt an diese zurückhaltende Vorgabe, ohne allerdings die Aufstiegsplätze komplett aus den Augen zu verlieren. Die Nagelprobe, ob man höheren Aufgaben gewachsen sein würde, waren die Partien gegen die großen Drei in direkter Folge. Gegen die SG BSV/EMTV (2:1), Eckernförde IF (3:2) und den Wittenseer SV (5:1) trat man schließlich den Beweis an, den direkten Wiederaufstieg realisieren zu können, auch wenn das gerechte Remis zum Abschluss gegen den SSV Bredenbek (2:2) dem Coach nicht so recht in den Kram passte. Das Prunkstück der Cassini-Elf ist die Abwehr. 21 Gegentreffer bedeuten den besten Wert der Liga.

Eckernförde IF


Obwohl die Eckernförder vor der Saison wieder einige Führungsspieler abgeben mussten, so sind sie doch die einzige Mannschaft, die den führenden Teams einen der drei Aufstiegsplätze noch streitig machen könnte. Nach Punkten hält man sich, trotz der enttäuschenden 0:1-Niederlage beim SV Holtsee zum Hinrundenabschluss, noch in Schlagdistanz. Auch den Vergleich beim Torverhältnis muss man gegenüber den großen Drei nicht scheuen. IF stellt zudem den Toptorjäger der Liga: Raffael Fischer (24 Tore) brachte die gegnerischen Abwehrreihen gleich reihenweise in Verlegenheit. Dagegen bleibt die fehlende Disziplin das große Sorgenkind: 42 Gelbe Karten in 16 Partien kann kein anderes Team vorweisen.

SSV Bredenbek


Der Tabellenelfte der vergangenen Spielzeit war mit dem Ziel, nicht absteigen zu wollen, in die neue Saison gestartet. Hält sich das Team von Peter Heuer an diese Vorgabe, könnten sie mit jetzt 27 Punkten den Spielbetrieb eigentlich schon einstellen. Doch damit wird man sich nicht zufrieden geben, auch wenn eine Aufstiegsplatzierung aufgrund des Rückstandes wohl nicht mehr möglich ist. Die bisher erzielten 39 Treffer werden, im Vergleich zu den Werten der Topteams, höheren Ansprüchen ebenfalls nicht gerecht. Dass man aber durchaus mit den Spitzenmannschaften mithalten kann, bewiesen die Heuer-Schützlinge bei ihrer jüngsten Miniserie, bei der man dem Wittenseer SV die erste Niederlage beibrachte (3:2) und in Fleckeby ein 2:2-Remis ertrotzte.

Brekendorfer TSV


Die Mannschaft von Mario Sörensen beschloss die Hinserie mit einem deutlichen 6:0-Erfolg über den TSV Rieseby und überwintert wie schon in der vergangenen Saison auf Rang sechs. Dass es zu keiner besseren Platzierung gereicht hat, lag auch an den personellen Problemen, die den Coach zwangen, immer wieder ein anderes Team auf den Platz zu schicken. Zudem scheint für den TSV die Devise „Sekt oder Selters“ zu gelten, denn die Bezeichnung Unentschieden war bisher ein Fremdwort, neun Siege stehen acht Niederlagen gegenüber. Doch das ist zusammengefasst nur die halbe Wahrheit. Sörensen hat angekündigt, in der Pause grundsätzliche Dinge ansprechen zu wollen. Dazu gehört auch die Frage, ob sich die Spieler in der Zukunft mit einem gesicherten Mittelfeldplatz zufrieden geben wollen.

SV GW Todenbüttel


Die Elf von Michael Knieriemen wollte nach dem Abstieg aus der 1. Kreisliga im oberen Drittel, wenn’s gut läuft, um die Aufstiegsplätze mitspielen. Davon ist man jedoch relativ weit entfernt, weil die Spiele gegen die führenden Teams aus Barkelsby und Wittensee knapp verloren gingen (je 1:2) und man sich darüber hinaus auch ein 1:5 beim SV Holtsee oder ein 2:2 beim Tabellenletzten FC Fockbek leistete. Will man es positiv betrachten, sind die Grün-Weißen aber das einzige Team aus dem Rendsburger Raum, das sich nicht mit dem Thema Klassenerhalt auseinandersetzen muss. Wenn Timo Ihfe und Ole Petersen allerdings weiter in schöner Regelmäßigkeit treffen (je zehn Tore), könnte man vielleicht doch noch einmal oben anklopfen.


SV Felm


Die Felmer spielen bisher eine solide Saison, mehr aber auch nicht. Und genau da liegt das Problem von Trainer Kay Mielenz, der für sich und seine Mannschaft lieber handfeste Ziele vor sich sieht, als im Niemandsland der Tabelle vor sich hin zu dümpeln. Die Chance, die Spannung über einen längeren Zeitraum hoch zu halten, war durchaus gegeben. Zwar bezog man gegen den Wittenseer SV am 4. Spieltag richtig Prügel (0:9), doch dann überzeugte das Team seinen Coach mit fünf Siegen in Folge. Man klopfte oben an, ehe eine lange Niederlagenserie die Truppe schnell wieder in die Realität zurückholte. Auffällig: Das Offensivfeuerwerk der Vorsaison findet nicht statt. Das liegt auch daran, dass der Toptorjäger der vergangenen Spielzeit, Henrik Listner, nicht mehr so trifft wie gewohnt (elf Tore).

TSV Rieseby


Im Lager des TSV ist man mit dem bisher Erreichten absolut zufrieden. Und das, obwohl die Vorbereitung alles andere als optimal verlief. Die Truppe von Sönke Burkowski hat sich als bester Aufsteiger mit einer fast ausgeglichenen Bilanz dennoch im Tabellenmittelfeld etabliert und dürfte unter den gegebenen Voraussetzungen nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten. Schon am 1. Spieltag sorgte die Mannschaft für Furore, als man den SV Fleckeby mit 3:1 bezwang. Als darauf der klare Sieg gegen den nächsten Kreisligaabsteiger SV GW Todenbüttel folgte (6:2), träumten kühnste Optimisten wohl schon vom Durchmarsch. Nicht so Burkowski, der stets Realist blieb und seinem Team aber attestierte, nicht nur kämpfen zu können, sondern sich auch spielerisch verbessert zu haben.

Gettorfer SC II


Die Reserve des GSC hat sich einen Platz im gesicherten Mittelfeld vorgenommen. Mit Rang zehn liegt das Team von Christopher Sacht, der kurz vor Ende der Hinrunde seinen Trainerposten abgegeben hat, durchaus im Soll. Allerdings bestätigte sich die Befürchtung, dass man durch den Weggang einiger Leistungsträger wie Tobias Vosgerau und Marcel Qualen im Offensivbereich nicht durchschlagskräftig genug sein würde. 25 erzielte Treffer bedeuten den zweitschlechtesten Wert der Liga. Während man vor eigenem Publikum in sechs Partien nur eine Niederlage einstecken musste (1:5 gegen den SV Holtsee), gab es auf fremden Plätzen so gut wie nichts zu holen. In der Auswärtstabelle belegt der GSC deshalb einen Abstiegsplatz.

FSV Friedrichsholm


Der FSV sollte im ersten Jahr seiner Zugehörigkeit zur Kreisklasse A in der Lage sein, den Ligaverbleib zu schaffen. Eine durchwachsene Vorbereitung mit äußerst schwankender Trainingsbeteiligung könnte im Verlauf der Herbstserie die Ursache dafür gewesen sein, dass man zu viele leichte Fehler produzierte, mit denen man die Gegner zum Toreschießen einlud. Drei Partien blieb der Aufsteiger zum Auftakt ungeschlagen, ehe man beim 1:4 in Barkelsby und beim 3:5 gegen den SV Fleckeby erstmals seine Grenzen aufgezeigt bekam. Der anschließende Sieg bei Eckernförde IF (1:0) bewies jedoch, dass die Schützlinge von Berndt Gosch durchaus konkurrenzfähig sind. So steht mit Beginn der Winterpause eine fast ausgeglichene Bilanz mit einem, im Vergleich zu den stark abstiegsgefährdeten Teams, sehr guten Torverhältnis (-2).

TuS Rotenhof II


Die Reserve des TuS bekam vom Spielplangestalter zum Saisonauftakt gleich die Topteams serviert. Die ernüchternde Bilanz gegen die SG BSV/EMTV, Eckernförde IF und Wittenseer SV: Keine Punkte und 2:14 Tore. So war man vom angestrebten Platz in der oberen Tabellenhälfte von Beginn an meilenweit entfernt. Es dauerte sogar bis zum 7. Spieltag, ehe der erste Dreier bejubelt werden konnte (5:2 gegen den OSV II). Doch auch danach gelang es der Truppe von Raffael Hopp nicht, Kontinuität in die Leistungen zu bringen. Erst zwei Siege in Folge gegen den FSV Friedrichsholm (4:2) und den SV Felm (5:2) verschafften dem Team Luft im Abstiegskampf. Es könnte aber eine Zitterpartie bis zum Saisonende werden, wenn die Elf weiterhin zu viele gute Einschussmöglichkeiten vergibt.

SV Holtsee


Die Holtseer haben sich einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel gesetzt. Davon ist die Truppe von Jan Klokow augenblicklich weit entfernt. Nach der Punkteteilung zum Saisonauftakt gegen den SV Felm (4:4) musste man vier Niederlagen in Folge einstecken. Die Situation entspannte sich nicht nach dem Erfolg beim GSC II (5:1), weil man gegen die Abstiegskonkurrenten TSV Rieseby (2:3), den FC Fockbek (1:4) und auch den OSV II (2:3) komplett leer ausging. Die Frage nach der Qualität der Mannschaft musste zwangsläufig gestellt werden, auch wenn die sportlich Verantwortlichen aufgrund der vielen knappen Niederlagen zunächst eher von einer Ergebniskrise sprachen. Weil bis zur Winterpause jedoch nur noch ein Sieg gelang (1:0 über IF), bleibt die Lage mit elf Punkten äußerst kritisch.

Osdorfer SV II


Für den dritten Aufsteiger ging es vom ersten Tag an nur um den Erhalt der Klasse. Dieses Unterfangen entpuppt sich für das Team von Maik Lindner, trotz des guten, kameradschaftlichen Zusammenhalts, als überaus schwierige Mission. Keine Mannschaft hat weniger als 24 Treffer erzielt, die Hauptlast ruht zu sehr auf Torjäger-Routinier Daniel Drews (neun Tore). Während es gegen die Spitzenteams ausnahmslos klare Niederlagen gab, erhielt man sich die Hoffnungen auf den Ligaverbleib durch Siege gegen die unmittelbaren Konkurrenten SV Holtsee (3:2) und den FC Fockbek (5:1). Der OSV musste sich witterungsbedingt bereits Mitte November, nach einer 1:5-Packung in Bredenbek, in die Winterpause verabschieden und wird vermutlich bis zum letzten Spieltag kämpfen müssen.

FC Fockbek


Der FC wurde vor der Saison von vielen Trainern als Mitfavorit gehandelt, während man nach den Enttäuschungen der letzten Jahre selbst kein Ziel mehr ausgeben wollte. Der Rolle als Meisterschaftsanwärter konnte das Team von Özkan Altin, von dem man sich im Laufe der Serie aus verschiedenen Gründen getrennt hat, auch aufgrund des personellen Aderlasses nie gerecht werden. Im Gegenteil: Nachdem der Aufstieg in die 1. Kreisliga immer wieder verpasst wurde, droht jetzt sogar der freie Fall in die B-Klasse. Selbst gegen den Tabellenvorletzten OSV II gab es eine empfindliche 1:5-Klatsche. Insgesamt 61 Gegentreffer stehen für die schwächste Defensive der Liga. Zudem hat der FC die meisten Partien aller 15 Teams ausgetragen. Fraglich ist, ob ein Piet Schulz (bisher neun Tore) am Ende reichen wird.
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