"Vom Künstler für Künstler"

Wald-Reste in der Halle: Der Bau dieses 'Waldes' wird im Film ausführlich geschildert.
1 von 3
Wald-Reste in der Halle: Der Bau dieses "Waldes" wird im Film ausführlich geschildert.

Knappe drei Stunden Film - das ist eine Herausforderung für die Zuschauer. Karl Siebigs Werk über die "Nord Art 2008" fesselte bei der Premiere in der ACO-Academy.

Avatar_shz von
09. März 2009, 10:45 Uhr

Karl Siebig hat sich einen Traum erfüllt. Den Traum, "ein Stückchen gegen den Fernsehstrom zu schwimmen". Und das quasi zweifach: 40 Tage lang drehte der renommierte Kieler Filmemacher im vergangenen Jahr auf der "Nord Art", begleitete die große Skulpturen-Ausstellung vom Eingang der Bewerbungen bis zur Eröffnung. Und aus dem Material entstand ein knapp drei Stunden langer Film.

"Er hat sich etwas Ideelles gegönnt", würdigte Gastgeber Hans-Julius Ahlmann am Freitagabend Siebigs Werk. Ohne Zwänge von Auftraggebern und selbst finanziert nahm er das Projekt in Angriff. Unter den Premierengästen war der eine oder andere anfangs durchaus skeptisch. Doch die Bildsprache von Karl Siebig und Kameramann Peter Voß fesselt den Betrachter. Ganz nah sind sie dabei, wenn die Bildhauer mit der Säge einen Block zerteilen. Oder wenn Künstler aus Bayern ihre Installationen aufstellen und der Mann mit dem Teer-Eimer sich mit der Kippe im Mund über die Kunst beugt.

Siebig kommentiert nicht. Er lässt die Protagonisten für sich selber sprechen. Auf diese Weise hat der Film auch komische Elemente. In erster Linie jedoch dokumentiert er eindrucksvoll, wie jährlich eine großartige Kunst-Ausstellung entsteht. Immer wieder im Bild daher "Nord Art"-Geschäftsführer (und Künstler) Wolfgang Gramm aus Sehestedt. Der jedoch bescheiden bleibt: "Dass Karl Siebig über die Ausstellung einen Film gedreht hat, das ist eine Ehre für mich."

Auch andere, die immer wieder im Bild waren, feierten am Freitagabend mit: Bildhauer Jörg Plickat aus Bredenbek, Jan Koblasa oder auch die Malerin Hanne Nagel-Axelsen, die Siebig in ihrem Flintbeker Atelier gefilmt hatte. Von allen Seiten war zu hören "toll", "großartig". Professor Bernhard Schwichtenberg aus Kiel lobte die Verbindung von Bildern und Musik. Der Film-Komponist Jens Fischer hatte Siebig mehrere CD mit seiner Musik kostenfrei zur Verfügung gestellt, die der Filmemacher wirkungsvoll verwendete.

"Es ist ein Film vom Künstler für Künstler", so Hans-Julius Ahlmann. Aber auch für jene, die Künstlern einmal über die Schulter schauen wollen. Darum wird das dreistündige Werk in diesem Jahr auf der "Nord Art" 2009 zu sehen sein.


Die Nord Art
Der Film „Nord Art – Geschichte einer Ausstellung“, von Karl Siebig, 2008, Länge: zwei Stunden und 56 Minuten. DVD: 29,75 Euro, erhältlich in der KiC. Die Ausstellung Nord Art 2009, 13. Juni bis 27. September, Mi.-Do. 15-19 Uhr, Fr.-So. 11-19 Uhr.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen