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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 23:55 Uhr

Boxen : Volltreffer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Willi-Haase-Boxgala der FT Eintracht Rendsburg war ein Volltreffer: Die 400 Besucher in der Rendsburger Nordmarkhalle erlebten einen unterhaltsamen Abend mit vielen spannenden Kämpfen.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Nein, so restlos zufrieden war Emil Barsegjan nach seinem Kampf nicht. „Ich hätte meinen Gegner gerne K.o. geschlagen, weil so viele Freunde und Bekannte in der Halle waren. Denen wollte ich eigentlich eine große Show bieten.“ Doch Mirco Michael vom UBV Schwedt erwies sich vor den Augen der 400 Zuschauer in der Rendsburger Nordmarkhalle als zäher Bursche, steckte die Schläge von Barsegjan ein – und weg. „Dabei habe ich doch für meine Gewichtsklasse einen harten Punch“, wunderte sich der 26-jährige Leichtgewichtler (bis 60 Kilogramm) von der FT Eintracht Rendsburg. Immer wieder traf Barsegjan seinen Gegner. Michael ging aber nicht auf die Bretter, sondern wehrte sich nach Kräften, so dass nach der neunminütigen Kampfzeit die drei Punktrichter über Sieger und Verlierer entscheiden mussten. Mit 2:1 Stimmen entschied Barsegjan („Zum Schluss war ich etwas müde und bin nicht mehr volles Risiko gegangen.“) den Fight für sich.

Was Barsegjan verpasste, gelang der FT Eintracht Rendsburg mit der Willi-Haase-Boxgala: ein Volltreffer. Sechs Vor- und zehn Hauptkämpfe sowie zwei Show-Acts durch die „Dance Force“, eine Tanzgruppe aus Hohenwestedt, machten die rund fünfstündige Veranstaltung zu einem kurzweiligen Event. Zwar hakte es hier und dort, beispielsweise an der Beschallung der Halle oder dem vorgesehenen Zeitplan, doch Florian Nahnsen, 1. Vorsitzender der FT Eintracht, zog ein positives Fazit: „Das war eine runde Sache und wir freuen uns über das rege Zuschauerinteresse. Wir hoffen, dass wir die Willi-Haase-Boxgala zu einer festen Veranstaltung machen können. Schließlich hat Boxen in Rendsburg eine lange Tradition.“ Das Interesse an den Faustgefechten war jedenfalls groß, wenngleich Nahnsen noch „Steigerungspotenzial“ sieht. „Mehr geht immer. Aber für die erste Boxveranstaltung nach acht Jahren war die Resonanz sehr gut. Und das Publikum ist toll mit gegangen.“

Vor allem dann, wenn die Boxer der FT Eintracht im Ring standen. Bei jeder guten Aktion der Lokalmatadoren brandete Applaus auf. „Die Unterstützung von den Fans war klasse“, meinte Barsegjan. Aber nicht jedem verhalf der Heimvorteil zum erhofften Sieg. Im dritten Kampf des Abends musste sich Karapet Budagjan seinem Herausforderer Boy Peter Möller aus Heide mit 0:3-Richterstimmen geschlagen geben. „Leider habe ich nicht die richtige Distanz zu meinem Gegner gefunden, er hat zu oft getroffen. Das Gefühl verloren zu haben, tut mehr weh als die Schläge, die ich einstecken musste“, meinte ein geknickter Budagjan. Trainer Artjom Daschjan konnte seinen Schützling nur mühsam wieder aufrichten. „Man hat Karapet die Nervosität angemerkt. Er war übermotiviert und wollte vor dieser großen Kulisse zu viel“, meinte Daschjan, der Budagjan trotz der Niederlage ein großes Lob zollte. „Er hat mit viel Herz geboxt – wie alle anderen aber auch. Sie haben mit ihren tollen Leistungen zu der gelungenen Veranstaltung beigetragen.“

Für den sportlichen Höhepunkt sorgte Daschjans jüngerer Bruder Samwel. Der 18-Jährige, der für den UBV 48 Schwedt in der 2. Bundesliga antritt, traf im letzten Kampf des Abends auf den bundesligaerfahrenen Benjamin Kremers. Von Beginn an zeigte Daschjan keinerlei Respekt vor dem Favoriten vom SV Motor Babelsberg, ging mutig nach vorne und bestimmte das Geschehen im Ring. Der Rendsburger verdiente sich mit seiner offensiven Taktik den Sieg und den Applaus der Zuschauer. „Ich hatte ja nichts zu verlieren“, meinte der Rendsburger. Zwar gelang ihm ebenso wenig wie Barsegjan zuvor der eine entscheidende Schlag zum vorzeitigen Kampfende, doch im Gegensatz zu seinem Teamkollegen war Daschjan mit seiner Performance restlos zufrieden.

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