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Landeszeitung

22. August 2017 | 17:17 Uhr

Ruder : Voll fokussiert

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gut vorbereitet geht der deutsche Doppelvierer um den Rendsburger Lauritz Schoof bei der am kommenden Sonntag beginnenden Ruder-WM an den Start. Auf dem Lac d’Aiguebelette (Frankreich) peilt das Quartett eine Medaille an.

Noch einmal kurz abschalten bevor es ernst wird. Am vergangenen Sonntag endete in Ratzeburg das letzte Trainingslager der deutschen Ruderer vor der am Wochenende beginnenden Weltmeisterschaft auf dem Lac d’Aiguebelette in Savoyen (30. August bis 6. September). Bereits gestern machte sich der DRV-Tross um den Rendsburger Lauritz Schoof auf den Weg in die französischen Alpen, wo sich vor Ort der letzte Feinschliff geholt werden soll. Schoof nutzte die beiden freien Tage dazwischen, um in Hamburg einen alten Freund zu besuchen und um noch einmal „auf andere Gedanken zu kommen“, wie er sagt.

„Das Trainingslager war lang und hart. Nicht nur körperlich, sondern auch mental. Wenn man die ganze Zeit so eng zusammenhockt, dann sind kleinere Konflikte programmiert. Aber das ist ganz normal, nichts Dramatisches. Dennoch ist man froh, wenn man ein paar Tage lang mal andere Menschen sieht und vielleicht über etwas anders redet als Rudern.“ Ab heute gilt die volle Konzentration aber wieder seinem Sport und den Kollegen aus dem Doppelvierer. Gemeinsam mit Karl Schulze (Berlin), Philipp Wende (Leipzig) und Hans Gruhne (Potsdam) will der 24-Jährige vom Rendsburger Ruderverein eine durchwachsene Saison zu einem guten Abschluss bringen. Nach dem gelungenen Weltcupauftakt mit dem Sieg im slowenischen Bled belegte das deutsche Boot bei der Europameisterschaft in Posen Anfang Juni einen enttäuschenden sechsten Platz. Allerdings fiel Wende damals kurzfristig wegen einer Sehnenscheidenentzündung aus und musste durch Patrick Leineweber (Celle) ersetzt werden. Schoof: „Philipp ist einer stärksten Skuller. Damit ist uns ein Stück Qualität verloren gegangen. Deshalb war das schwache Abschneiden bei der EM auch nicht so überraschend.“ Wie wichtig der Leipziger für das Boot ist, zeigte sich beim Weltcupfinale Mitte Juli in Luzern, wo der deutsche Doppelvierer souverän siegte.

In Luzern fehlten mit Großbritannien und der Ukraine zwar zwei der härtesten deutschen Konkurrenten und daher hat der Erfolg für Schoof „nur eine begrenzte Aussagekraft“, dennoch verbreitet er vor dem wichtigsten Wettkampf des Jahres Zuversicht: „Wir haben in den beiden Trainingslagern nach dem Weltcupfinale in Weißenfels und zuletzt in Ratzeburg noch einmal sehr intensiv an uns gearbeitet und gehen topfit in die WM.“ Und dass das Quartett gut harmoniert, bewies es in einem Vergleichsrennen mit dem Achter während der Tage in Ratzeburg. Zwar war das Großboot absolut schneller, doch in der Relation erzielte der Vierer eine bessere Zeit. Schoof: „Da hat man gesehen, was wir drauf haben.“

Deshalb wäre alles andere als ein Platz auf dem Siegerpodest bei den Titelkämpfen in Frankreich für den Rendsburger auch eine Enttäuschung. „Eine Medaille sollte es schon sein. Am besten wäre natürlich Gold“, sagt Schoof – auch mit Blick auf das kommende Jahr. Denn wer bei der Weltmeisterschaft eine gute Platzierung erzielt, der hat beste Chancen, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (Brasilien) ebenfalls im Boot zu sitzen. „Jetzt werden die Weichen für 2016 gestellt. Die Trainer gucken ganz genau hin, wer in welches Boot passt. Rio ist und bleibt natürlich mein großes Ziel. Es wäre ein Traum, noch einmal bei Olympischen Spielen an den Start zu gehen“, sagt der 24-Jährige, der 2012 gemeinsam mit Wende, Schulze und Tim Grohmann (Dresden) auf dem Dorney Lake vor den Toren Londons Gold gewonnen hatte. „Rio ist aber noch weit weg. Unser Fokus liegt jetzt erst einmal nur auf der WM.“

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erstellt am 27.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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