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Landeszeitung

18. August 2017 | 09:30 Uhr

Vogelhäuschen in Rucksäcken

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Behinderte und nicht behinderte Menschen sammeln Erfahrungen auf abenteuerlicher Wanderung / Hajk-Verein zieht positive Bilanz

Die Nachfrage war ein Rekord: Bereits zum fünften Mal hatte der „Hajk-Verein für Freizeit- Kultur- und Erlebnispädagogik “ Behinderte aus der Evangelischen Wohnhilfe des Kreises Rendsburg-Eckernförde zu einer Wanderung eingeladen, bei der Aufgaben gelöst werden müssen. Doch noch nie hatte die Teilnehmerzahl an einem Hajk die Zahl 30 überschritten.

Vom Startpunkt Bistensee gingen drei Gruppen auf unterschiedlich langen Strecken dem Zielpunkt Kolonistenhof in Neu Duvenstedt entgegen. Jede Gruppe hatte fünf pralle Rucksäcke voller Spiel- und Sachaufgaben zusätzlich zum eigenen Tagesrucksack als Gepäckstück aufzunehmen. Abgewandelt vom Wort Rucksack lautete das diesjährige Motto nämlich „Ruckzack-Hajk“, wie Ute Shaheen vom Vorstand erläuterte. Zur Begrüßung übte Horst Ortmann dieses Motto mit den Teilnehmern im großen Kreis ein. Nach seinem Zuruf „Ruck!“ schallte ein kräftiges „Zack“ zurück.

Die Wegstrecke war den meisten Teilnehmern vom sogenannten „Kolonistenhajk“ im vergangenen Jahr zwar bekannt, jedoch wanderten sie im Vorjahr im Starkregen und pflanzten an markierten Stellen Blumenzwiebeln, von denen auch bei schönstem Sonnenschein trotz eifrigen Ausschauhaltens dieses Jahr nichts mehr zu sehen war.

Die wunderschöne, sich herbstlich einfärbende Natur spielte auf der Wanderung eine wichtige Rolle. Das Alter einer mächtigen Buche wurde geschätzt, Springkraut entdeckt, Wildschweinspuren gefunden und bei den Pausen endlich der Rucksack geöffnet. Aus Naturmaterialien sollte ein Gebilde gebaut werden, Wäscheklammern dienten als Befestigungsmaterial, ein Nistkasten musste nach Plan zusammengebaut werden. Da gab es lange Strohhalme, mit denen bunte Watte um die Wette zu pusten war, Boule-Kugeln, Luftballons und auch Naschkram. Es war den jeweiligen Gruppen überlassen, wann und wo sie bei den Pausen die Spiele einsetzten und ob überhaupt alle zum Einsatz kamen. Die drei Vogelhäuschen bauten allerdings alle Gruppen zusammen, sie werden am Kolonistenhof angebracht werden.

Am dortigen Zielpunkt befand sich die Zentrale. Klaus Willig und Peter Ortmann warteten hier auf eventuelle Anrufe, um Teilnehmer gegebenenfalls mit dem Auto abzuholen, was auch eintraf. Am späten Nachmittag kam die erste Gruppe, fröhlich eine Piratenfahne schwingend, dort an. Udo Tank beglückwünschte die Teilnehmer zu ihrer Leistung, Inke Oetken und Karin Tank waren insbesondere von der Teilnehmerin Katja beeindruckt, die trotz Gehbehinderung streckenweise ohne ihren Rollstuhl auskam, den Stefan ihr allerdings kameradschaftlich die Hügel hinauftrug.

Am Ziel auf dem Kolonistenhof gab es Kaffee und Kuchen. Brötchen wurden gebacken, der Grill vorbereitet, das Lagerfeuer flackerte. Den Abschluss bildete ein großer Kreis um den Apfelbaum, der im vergangenen Jahr hier gepflanzt worden war. Noch einmal ertönte das „Ruck-Zack!“, dann ging es für die begleitenden Erzieher Frauke Harms und Johannes Tank mit ihren Teilnehmern zurück in die Wohngruppen. Das Hajkteam zog abschließend eine durchweg positive Bilanz und wertete die Hajyk-Wanderung als „gelungenen Beitrag zur Inklusion“.

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