Reise : Völkerverständigung auf vier Rädern

Haben auf ihrer Fahrt durch Russland die Freundschaftsfahne immer hoch gehalten: Alfred und Benita Kath aus Hamdorf.
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Haben auf ihrer Fahrt durch Russland die Freundschaftsfahne immer hoch gehalten: Alfred und Benita Kath aus Hamdorf.

Ein Ehepaar aus Hamdorf startet zur Freundschaftsfahrt durch Russland – nach 7000 Kilometern kehrt es bereichert zurück.

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22. August 2017, 11:32 Uhr

Über 7000 Kilometer haben Benita und Alfred Kath auf ihrer Reise durch Russland zurückgelegt. Aufgebrochen sind sie nicht als Touristen, sondern als Botschafter der Freundschaft: Die beiden Hamdorfer haben sich der Freundschaftsfahrt „Druschba“ durch das eurasische Land angeschlossen. Am 23. Juli sind knapp 350 Menschen in mehr als 70 Fahrzeugen und zwei großen Reisebussen aufgebrochen, um auf sieben verschiedenen Routen das flächenmäßig größte Land der Welt zu bereisen. Start- und Endpunkt der dreiwöchigen Fahrt war Berlin.

Das Ehepaar Kath machte sich in seinem Opel Zafira auf den Weg, um die Wolga-Route zu erkunden. Mit seinen 3530 Kilometern Länge handelt es sich um einen der längsten und außerdem wasserreichsten Flüsse Europas. Die Tour führte die Hamdorfer unter anderem nach Nischni Nowgorod, Samara, Smolensk und Moskau. Besonderen Eindruck hinterließen aber weniger die Städte und Dörfer als vielmehr die Menschen, denen Alfred und Benita Kath bei ihrer Reise begegneten: „Wir sind überall äußerst herzlich willkommen geheißen worden. Es gab fast immer offizielle Empfänge, Pressekonferenzen und Vorführungen“, beschreibt Alfred Kath. Zu dem Willkommens-Ritual gehörten meist Aufführungen von Trachtengruppen, die Volkstänze präsentierten und Lieder sangen. Auch Salz und Brot wurde den Reisenden stets gereicht. „Die Menschen waren immer sehr aufgeschlossen. Viele sprechen dort auch Deutsch, die Kinder lernen das schon in der Schule. Außerdem hatten wir auch zwei Übersetzer dabei“, erinnert sich Benita Kath. „Die Herzlichkeit und Fröhlichkeit, mit der wir empfangen wurden, war nicht gespielt. Zum Teil war ich so ergriffen, dass ich weinen musste“, so die 65-Jährige.

Die Länge der einzelnen Etappen variierte, genaue Ablaufpläne gab es nicht. Fest standen eigentlich nur die anzusteuernden Stationen. „Die Route war vorgegeben, und es gab auch Hotelvorschläge, aber die Buchungen haben wir selbst vorgenommen. Und auch um die Verpflegung vor Ort haben wir uns gekümmert.“ Die Gruppe, in der das Ehepaar Kath reiste, schwankte zwischen zwölf und 15 Teilnehmern. Übernachtet haben sie meist in Hotels, selten bei Gastfamilien. Bei diesen Gelegenheiten haben Kaths aber gelernt: Ein Glas Wodka samt Trinkspruch und einem Happen zu essen gehört zur russischen Gastfreundlichkeit. „Deswegen aber zu denken, dass die Russen alle Alkoholiker sind, wäre falsch“, betont Alfred Kath.

Die Motivation, zu dieser Reise zu starten, erklärt der 68-Jährige damit, dass er schon seit Längerem „Russland freundlich gesonnen“ ist. „Was alle Teilnehmer unserer Gruppe geeint hat, ist eine Unzufriedenheit mit unserer amerikalastigen Politik. Dagegen wollten wir ein Zeichen setzen.“ Ihnen allen sei es darum gegangen, von Volk zu Volk, von Mensch zu Mensch zusammenzukommen. „Die Politik wollten wir dabei außen vor lassen“, so Alfred Kath. Vielmehr wollten sie den Gedanken von Frieden und Freundschaft transportieren – und hätten bei den Russen damit offene Türen eingerannt.

Nach drei Wochen ist das Paar nun um viele Eindrücke, Erinnerungen und neue Freundschaften reicher. Auch ihre „ältere Karre“ habe gut durchgehalten, Unfälle gab es auch bei den anderen Teilnehmern ihrer Gruppe nicht. Gern würden Kaths einmal wieder mitfahren. Nächstes Jahr allerdings haben sie keine Zeit – wegen einer Familienfeier in Kanada.

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