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Rendsburg-Eckernförde : Vier Sorgenkinder verursachen dem Kreis hohe Kosten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In drei Schulen und im Kreishaus herrscht ein großer Sanierungsstau.

Mehr als ein Prozent des Werts eines Gebäudes darf der Kreis für dessen Bauunterhaltung jährlich nicht ausgeben – doch bei vier Sorgenkindern hat sich so ein großer Sanierungsstau aufgebaut, dass bis 2016 mehr Geld ausgegeben werden muss. Jetzt hat die Verwaltung aufgelistet, wie groß der Unterschied zwischen dem Zielwert und dem tatsächlichen Aufwand ist. Demnach wird allein für das Kreishaus an der Kaiserstraße im Jahr 2015 über eine Million Euro mehr ausgegeben. Heute wird die Liste, die den Aufwand bis ins Jahr 2024 zeigt, dem Umwelt- und Bauausschuss vorgestellt.

Zehn Gebäude des Kreises sind der Aufstellung zufolge im Soll – dazu gehören beispielsweise verschiedene Schulen, die Büchereizentrale und die Feuerwehrzentrale. Die Summen, die für Wartung, Reparaturen und Sondermaßnahmen in diese Häuser gesteckt werden, unterschreiten zum Teil weit die Grenze von einem Prozent des Wiederbeschaffungs- beziehungsweise Versicherungswerts. Das ist die Summe, die der Kreis bei einem Vollverlust von der Versicherung erstattet bekommen würde, erklärt Hans-Joachim Paulsen, Fachdienstleiter des Gebäudemanagements beim Kreis.

Im Fall des Kreishauses hat seine Abteilung einen Versicherungswert von rund 324 000 Euro (ein Prozent) errechnet. Die Aufwendungen im kommenden Jahr betragen jedoch knapp 1,4 Millionen Euro. Die Sondermaßnahmen schlagen mit 1,26 Millionen Euro besonders stark zu Buche, weil laut Paulsen das Dach erneuert wird und weite Teile der Sicherheitstechnik, etwa Rauchschutztüren, ausgetauscht werden müssen. Im Jahr 2016 hingegen sinkt die Aufwandssumme auf etwa 420 000 Euro – noch immer mehr als die Ein-Prozent-Regel erlaubt. Doch das ist vom Kreistag wegen des Sanierungsstaus so beschlossen worden. Der war Paulsen zufolge in einigen Gebäuden deshalb entstanden, „weil in der Vergangenheit nicht einmal das Prozent für die Bauunterhaltung ausgegeben wurde“. Den Schuh muss sich der Kreis jedoch nicht immer anziehen: Die Dachsanierung am Kreishaus hätte sich ohnehin nicht mit der Summe aus einem Prozent bewerkstelligen lassen. Zudem sind zwei der vier Gebäude mit erhöhtem Sanierungsaufwand erst in den letzten Jahren hinzugekommen: die Heinrich-de-Haan-Schule in Rendsburg und die Landfrauenschule in Hanerau-Hademarschen. Bis Ende 2016 fließen knapp 760 000 Euro in diese beiden Häuser. Im Fall der de-Haan-Schule ist es jährlich drei Mal mehr als der Zielwert. Das vierte Gebäude mit erhöhtem Aufwand ist das Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal.

Der tatsächliche Sanierungsstau lässt sich laut Hans-Joachim Paulsen nur unter sehr hohem Aufwand ermitteln, weil in diesem Jahr bereits viele Bauarbeiten erledigt wurden. Wer jedoch den Betrag eines Prozentes des Versicherungswertes der Gebäude vom veranschlagten Aufwand abzieht, erhält für 2015 einen Sanierungsstau von knapp 1,4 Millionen Euro. Wie der im Jahr 2016 aussieht, ist noch nicht klar, weil sich die Versicherungswerte noch nicht errechnen lassen. Ab dem Jahr 2017 muss die Ein-Prozent-Grenze bei allen Gebäuden wieder eingehalten werden.

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erstellt am 12.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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