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„Coeurballa“ im „Tivoli“ : Vier Frauen mit Rhythmus im Blut

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Coeurballa“ nennt sich die Band. Sie spielt Stücke zwischen Orient und Okzident, die direkt ins Herz gehen und zum Tanzen anregen. Mit dabei: Die Ärztin Ute Marckmann aus Aukrug.

Ute Marckmanns Handarbeit ist bemerkenswert. Mit schlafwandlerischer Sicherheit finden ihre Finger die richtigen Tasten – leicht und schnell. Dabei ist ihr Instrument ein Schwergewicht. 10,3 Kilo wiegt das Akkordeon. „Eigentlich wollte ich lieber Cello spielen“, gesteht sie. Aber ihr Vater bestand auf dem Tasteninstrument. Am Freitagabend waren Familie und Freunde von Ute Marckmann unter den Gästen im „Tivoli“ und konnten sich davon überzeugen, dass das Instrument eine gute Wahl war. Seit Ende 2013 ist die Aukrugerin Mitglied der Frauenband „Coeurballa“, die bei ihrem ersten großen Auftritt für ein ausverkauftes Haus sorgte.

Ein Leben ohne Musik kann sich Ute Marckmann nicht vorstellen – genau wie die drei weiteren Frauen der Band. Dabei verdienen sie alle ihren Lebensunterhalt mit anderen Berufen. An fünf Tagen in der Woche arbeitet die Ärztin für Allgemeinmedizin in ihrer Neumünsteraner Gemeinschaftspraxis. Ein Mal in der Woche trifft sie sich reihum mit Dagmar Kapeller, Christiane Abdel-Salam und Dagmar Volger. „Bei uns zu Hause, wir brauchen ja nicht viel Platz“, lacht die Akkordeonspielerin. Am raumgreifendsten ist noch der Bass von Dagmar Volger. Sie hat sich nach Klavier, Querflöte und Percussion-Instrumenten im Alter von 50 für den Kontrabass entschieden. Die zweite Vorsitzende des Jazzclubs Neumünster wirkt mit ihrem akkuraten Haarschnitt eher wie eine Sekretärin. Aber auch sie hat Rhythmus im Blut – denn die Musik der Frauenband ist „feurig, aber auch melancholisch“, erklärt Ute Marckmann. Und betont: „Sie geht direkt ins Herz.“

Die Frauen wandeln zwischen Orient und Okzident. Gypsy-Weisen haben sie genauso im Repertoire wie finnische und französische Walzer oder türkische Stücke. Ihr Vorbild sind die „17 Hippies“, eine Berliner Band, die die beiden Gründungsmitglieder Dagmar Kappeller und Christiane Abdel-Salam (sie ist mit einem ägyptisch-stämmigen Mann verheiratet) fasziniert hatte.

Nicht ganz so wuchtig wie die „Hippies“ klingen die Stücke der vier Damen, sie sind sehr melodiös und schon nach kurzer Zeit wiegten sich die ersten im Publikum zur Musik. „Ajde Jano“ - „Komm Jano, lass uns den Kolo tanzen“ heißt die Gypsy-Weise, mit der die Vier das Konzert begannen. Eigentlich sollte vor der Bühne Raum zum Tanzen sein, doch aufgrund des großen Andrangs saßen auch hier Gäste. Dabei geht „Coeurballas“ Musik nicht nur direkt ins Herz, sondern auch direkt in die Beine. Schließlich setzt sich der Name zusammen aus „Coeur“ (französisch für Herz) und „Balla“ (ballare ist italienisch für tanzen).

Dass sie eine reine Damenband sind, hat durchaus Vorteile, so Ute Marckmann, denn davon gibt es nicht so viele. Alle vier Frauen haben etliche Jahre Musikerfahrung, schließlich ist die Ärztin mit dem Akkordeon mit ihren 51 Jahren die Jüngste. Allerdings: Beim Akkordeonorchester Neumünster, in dem sie auch Mitglied ist, wird nach Noten gespielt. Bei „Coeurballa“ gibt es nur ein Lead-Sheet, das Melodie und Akkorde vorgibt. „Aber das ist ja gerade das reizvolle“, erklärt Ute Marckmann.

An Power mangelt es ihnen nicht. Vor allem Frontfrau Dagmar Kappeller ist ein Energiebündel mit ausdrucksstarker Stimme. Von ihr waren auch eigene Stücke zu hören. Allerdings ist keines davon auf der Demo-CD, die die Gruppe im Tonstudio von Sam Brown in Aukrug aufgenommen hat.

Und wie ist es mit dem Cello-Spiel – hat Ute Marckamnn es einmal damit versucht? „Nein.“ Sie schüttelt den Kopf. Längst hat sie sich mit dem Akkordeon arrangiert. Und das ist gut so.

 


> Informationen: www.coeurballa.de

und www.kultur-aukrug.de

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erstellt am 02.Feb.2015 | 06:00 Uhr

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