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Rettung aus der Luft : Vier Einsätze täglich für „Christoph 42“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Rettungshubschrauber an der Imland-Klinik hob 2014 insgesamt 1568-mal ab – doch nur in 423 Fällen war das Krankenhaus beteiligt.

73 Prozent aller Flüge des an der Imland-Klinik stationierten Rettungshubschraubers „Christoph 42“ haben keinen medizinischen Bezug zu Rendsburg. Bei 1145 von insgesamt 1568 Einsätzen im vergangenen Jahr wurden mit der rot-weißen Maschine vom Typ BK 117 entweder Intensivpatienten zwischen Kliniken außerhalb der Stadt verlegt, beispielsweise von Heide nach Kiel und umgekehrt. Oder Notfallpatienten wurden auf dem Luftweg befördert, ohne dass die Imland-Klinik beteiligt war. Dies ist etwa bei einem Unfall auf der Autobahn 7 der Fall, wenn Schwerverletzte nicht nach Rendsburg, sondern in die Uniklinik nach Kiel geflogen werden.

Diese Zahl ergibt sich aus der gestern veröffentlichten Jahresbilanz 2014 der DRF Luftrettung und einer Auswertung der Landeszeitung. Sie ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die sich durch einen im Stadtgebiet stationierten Hubschrauber belästigt fühlen, vor allem nachts. Im jüngsten Bauausschuss wurden zudem Befürchtungen laut, der Lärm könnte Investoren auf dem Ex-Eiderkasernen-Gelände abschrecken.

1568 Einsätze bedeuten rechnerisch 4,3 Alarmierungen pro Tag und entsprechen einem Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr (2013: 1436 Einsätze). Von der Gesamtzahl im vergangenen Jahr entfielen 1316 auf Notfälle und 252 auf Intensivtransporte (Verlegungsflüge). „Unsere häufigsten Alarmierungsgründe waren schwere Unfälle und Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle“, berichtet Rettungsassistent Frank Schmelzkopf. „Hinzu kamen Ertrinkungsunfälle, häufig von Kleinkindern, verunglückte Motorradfahrer oder Personen, die beim Grillen mit Spiritus hantiert und sich schwer verbrannt haben.“ Sie alle benötigten schnellstmöglich Hilfe. Man sei mit dem Hubschrauber innerhalb kürzester Zeit vor Ort, um die Patienten notärztlich zu versorgen und in eine geeignete Klinik zu transportieren, so Schmelzkopf.

Als einziger Hubschrauber der gemeinnützigen DRF Luftrettung in Schleswig-Holstein hebt „Christoph 42“ auch nachts ab. In der Dunkelheit befinden sich – anders als bei gutem Flugwetter am Tag – immer zwei Piloten an Bord. Einer, der die Maschine fliegt. Und einer, der sich hauptsächlich auf den Luftraum konzentriert. Bei allen Flügen muss die Sichtweite mindestens 1500 Meter betragen. Andernfalls bleiben die Rendsburger Luftretter aus Sicherheitsgründen am Boden.

In Schleswig-Holstein ist neben „Christoph 42“ noch der DRF-Hubschrauber „Christoph Europa 5“ unterwegs. Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die DRF Luftrettung auf Spenden angewiesen. Infotelefon: 0711/700  722  11.

 

 

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erstellt am 03.Feb.2015 | 03:03 Uhr

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