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Ehemalige Kaserne : Viele Interessenten, ein neuer Vertrag

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Oktogon“-Eigentümer verhandeln über Verpachtung von bis zu 30 000 Quadratmetern. Privatschule mietet weitere Klassenräume.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2015 | 09:45 Uhr

Die Klassenstufen fünf bis zehn der Privatschule Mittelholstein werden seit 2013 in einem sanierten Gebäude auf dem „Oktogon“-Areal unterrichtet. Im September gesellen sich die bisher in Büdelsdorf betreuten Grundschüler in ihre Nähe, allerdings in einem anderen Gebäude. „Oktogon“-Inhaber Ralf Thielen (Thielen Projektträgergesellschaft) und der Geschäftsführer der Privatschule, Michael Claßen, unterzeichneten in dieser Woche einen Vertrag über die Anmietung von Räumlichkeiten mit einer Gesamtgröße von 500 Quadratmetern. Fast eine halbe Million Euro will Thielen in die Hand nehmen, um die Schüler optimal unterzubringen. Rechnet man die Mittelstufe hinzu, wird die Privatschule ab dem neuen Schuljahr 1600 Quadratmeter nutzen.

Die gesamte an Firmen vermietete Fläche auf dem „Oktogon“-Areal beträgt 10  000 Quadratmeter. Anders betrachtet: 85  000 Quadratmeter konnten noch nicht vermarktet werden. Thielen geht aber davon aus, bis Ende 2016 den Durchbruch zu schaffen: „Wir sind mit verschiedenen Interessenten in Verhandlungen über weitere 20  000 bis 30  000 Quadratmeter.“

Die günstigsten Quadratmeterpreise werden für Lagerflächen verlangt, Büroräume schlagen mit einem höheren Mietzins zu Buche. Die Bandbreite bewegt sich zwischen 1,85 und 7,50 Euro pro Quadratmeter. Wieviel die Projektträgergesellschaft bereits in die Gebäude investiert hat, will Ralf Thielen nicht konkret beziffern, nur so viel: „Wir kommen nahe an einen zweistelligen Millionenbetrag heran.“

Besonders groß ist die Nachfrage nach den früheren Lagerhallen der Bundeswehr. Bis Ende kommenden Jahres soll eine Vermietungsquote von 80 Prozent erreicht werden. Auch für den baulich attraktivsten Teil des Geländes – das achteckig angelegte Gebäude-Ensemble im Süden (Wohn- und Nutzfläche: 38  000 Quadratmeter) – gibt es Interessenten. Das Problem ist nur: Die denkmalgeschützte Anlage setzt hohe Investitionen voraus, auch wenn die Dächer nach Einschätzung des „Oktogon“-Inhabers gut und die Fenster dicht sind. Thielen: „Da kommen wir auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Das wäre für mich allein zu groß.“ Weitere finanzstarke Partner müssten miteinsteigen. Der Geschäftsmann ist optimistisch, dass das gelingt.

Auf jeden Fall sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen bis Ende dieses Jahres gegeben sein. Das Gelände ist aufgeteilt in vier Bebauungspläne. Projektmanager Heinz Schouten: „Zwei davon sind bereits rechtskräftig, bei den anderen beiden hoffen wir auf Baurecht bis Ende des Jahres.“ Auch das Altlastenproblem werde bis dahin gelöst sein. Die aus Bundeswehrzeiten stammende Kraftwerksschlacke wurde entfernt. Die zuständigen Behörden machten die Auflage, die obere Schicht des Erdreichs abzutragen, auf dem die Schlacke lag. Damit soll ein zertifiziertes Unternehmen beauftragt werden. Die Ausschreibung läuft.

Wer auf dem „Oktogon“-Areal bereits heimisch ist, fühlt sich dort offensichtlich wohl. Das bestätigen Privatschul-Chef Michael Claßen, Eiderholz-Geschäftsführer Marcel Schulz sowie Olaf Paulisch, der hier im Frühjahr ein Lagerhaus eröffnet hat, das auch von Privatleuten genutzt werden kann. Sie schätzen die gute Verkehrsanbindung und die Sicherheit. Ein privates Wachunternehmen fährt mehrmals täglich auf dem Gelände Streife. Schulz: „Wir haben hier keinen Vandalismus.“

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