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Schwebefähre : Viele bunte Knöpfe 50 Knöpfe für mehr Sicherheit auf der Schwebefähre

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Welcher Knopf erfüllt welchen Zweck? Was ist zu beachten, wenn die Schranke geschlossen wird? Eine Bedienungsanleitung soll Antworten geben.

Welcher Knopf erfüllt welchen Zweck? Was ist zu beachten, wenn die Schranke geschlossen wird? Und wann darf eigentlich das Nebelsignal ertönen? Diese und zahlreiche weitere Fragen haben sich die Mitarbeiter des Technik-Dienstleisters DNVGL aus Hamburg (ehemals Germanischer Lloyd) gestellt. Denn sie wollen zum ersten Mal eine umfassende Bedienungsanleitung für die Schwebefähre erstellen. Zu diesem Zweck war das Transportmittel gestern Vormittag und am Nachmittag für insgesamt fünf Stunden gesperrt.

Elektroingenieur Andreas Andrecht und Maschinenbauingenieur Thorsten Rolfs stehen mit ihrem Ordner in der Hand und gezücktem Stift im Führerhaus. Sie spielen folgendes Szenario nach: Die letzte Fahrt um 22 Uhr ist beendet, der Schwebefährenführer will Feierabend machen. Doch was muss er vor Verlassen der Fähre noch erledigen? Schritt für Schritt gehen die beiden ihre Anleitung durch, testen dabei jeden Knopf, der für das Schließen der Schranke oder das Ausschalten der Monitore notwendig ist. Sie wollen so überprüfen, ob die von ihnen formulierte Bedienungsanleitung Sinn macht, ob ein wichtiger Schritt fehlt oder vielleicht auch überflüssig ist. Unterstützung bekommen sie dabei von Schwebefährenführer Dieter Rutz. Hier und da greift er ein und ergänzt den Leitfaden. „Am Ende soll so eine Anleitung entstehen, die jeder nachvollziehen kann“, erklärt Andrecht.

Nach zehn Minuten ist alles bereit für den Feierabend. Rutz schließt das Führerhaus ab, geht die steile Treppe hinunter und wirft noch einmal einen letzten Blick auf seine Fähre. Und dann beginnt das Ganze noch einmal rückwärts. „Was tun Sie als erstes, wenn Sie morgens hier ankommen“, fragt Andrecht, und Schritt für Schritt gehen sie auch diesen Ablauf durch. Ein Knopf ist am Ende der Prüfung übrig, er erfüllt keinen sinnvollen Zweck.

Natürlich habe es vorher auch schon schriftliche Richtlinien für die Arbeit auf der Fähre gegeben, betont Jörg Winkelmann vom Wasser- und Schifffahrtsamt, „aber eben kein ganzheitliches Papier“. Gerade für die Schwebefähre sei ein umfassendes aktuelles Dokument wichtig: „Sie ist schließlich kein gängiger Serienartikel.“ Die 60-seitige Bedienungsanleitung sei aber nur ein Teil eines großen Sicherheitskonzepts, welches das Wasser- und Schifffahrtsamt vor einem Jahr in Auftrag gegeben hat. Dazu gehört auch eine Beurteilung der Gefahrenpotenziale. Wie hoch ist das Risiko, dass jemand in der Pforte hängen bleibt oder die Fähre mit einem Schiff zusammenstößt? Das sind nur zwei der möglichen Fälle, die in dem Bericht auftauchen.

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