zur Navigation springen

Waldschadensbilanz : „Viel Sand, wenig Halt“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rund 50 Interessenten machten sich auf die Spuren von „Christian“. Forstwirtin Friederike Conrad führte die Besucher durch den Wald. Den Erlös aus dem Holzverkauf wollen die Landesforsten in neue Bäume investierten.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 00:00 Uhr

Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume – der Orkan „Christian“ hat auf seinem Weg große Schäden verursacht. Millionen von Bäumen wurden in wenigen Stunden umgeknickt oder entwurzelt. Wie es fünf Wochen danach in den Wäldern aussieht, konnten Interessenten gestern bei einem „Waldspaziergang der besonderen Art“ in Kropp-Heidbunge betrachten. Der Wald dort gehört zur Försterei Brekendorf der Landesforsten Schleswig-Holstein.

Mit rund 50 Männern, Frauen und Kindern (und einigen Hunden) machte sich die Forstwirtin Friederike Conrad vom Parkplatz Heidbunge an der Bundesstraße 77 zum Waldspaziergang auf. Die Bäume seien ganz unterschiedlich von dem Sturm betroffen. Die immergrünen Nadelbäume hätten dem Orkan besonders viel Windwiderstand geboten und seien deshalb häufiger umgeknickt worden als die schon teilweise „entblätterten“ Laubbäume. Eichen als Tiefwurzler hätten dem Sturm eher standgehalten als flach wurzelnde Bäume wie Fichten und Birken, sagte Conrad. Auch der Boden hätte großen Einfluss auf die Schäden gehabt. „Viel Sand, wenig Halt.“

In den Landersforsten seien 240 000 Kubikmeter Holz dem Sturm zum Opfer gefallen. Im Privatwäldern waren es 200 000 Kubikmeter. „Das entspricht der anderthalbfachen Menge des jährlichen Einschlags“, erklärte die Waldpädagogin die Größenordnung.

Der Natur mache der Schaden nichts aus, betonte Conrad. „Aber den Menschen, die den Wald bewirtschaften.“ Denn wo großflächig Bäume umgeknickt worden sind, müssten diese schnell beseitigt und danach aufgeforstet werden. Sonst würden sich rasch Brombeeren breit machen und eine forstwirtschaftliche Nutzung erschweren.

Auf die Frage eines Teilnehmers an dem Waldspaziergang nach Preissteigerungen bei Bau- und Brennholz antwortete Conrad mit einem klaren „Nein.“ Der Holzpreis sei zurzeit sehr gut und werde nach ihrer Einschätzung durch die Orkanfolgen nicht steigen. Die Forstwirtin machte deutlich, dass bei den Landesforsten der komplette Erlös aus dem Holzverkauf nach dem Orkan in die Wiederaufforstung investiert werde: „Ohne Steuergelder.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen