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Viel Leben, viel Auswahl und ganz schön viel Wald

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

LZ-Serie „Lieblingsorte – Lieblingsplätze“: Ulrich Brüggemeier zeigt, was und wo es ihm in Kropp am besten gefällt

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern unternehmen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. In dem heutigen Teil der Serie führt Ulrich Brüggemeier durch Kropp.

Freitagvormittag: Rund um den Marktplatz in Kropp herrscht reger Trubel wie in einer Stadt. Das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten ist vielfältig. Auch die Marktstände vor dem Rathaus sehen einladend aus. Und: Es gibt überall freie Parkplätze. „Das ist nur einer von vielen Pluspunkten in Kropp“, erklärt Ulrich Brüggemeier, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde und Kreispräsident vom Kreis Schleswig-Flensburg.

Seit einigen Tagen vertritt er Bürgermeister Reinhard Müller, der noch im Urlaub weilt. Vom Büro im Rathaus aus hat man einen großartigen Blick auf den Markt und die Einkaufsstraße in Kropp. „Der Markt ist wirklich toll. Den sollte man sich unbedingt anschauen“, betont Brüggemeier. Er selbst kaufe zwar dort nicht regelmäßig ein, gehe aber gerne einmal an den Ständen vorbei und halte den einen oder anderen Klönschnack. Als Vertreter der Gemeinde und des Kreises sowie als pensionierter Lehrer kenne er mittlerweile sehr viele Leute. Im Sommer steht auch das Freibad bei ihm hoch im Kurs. Es liegt etwas außerhalb des Ortskerns: „Jeden morgen schwimme ich dort meine Bahnen. Das Bad ist eines der wenigen, das schon um 6 Uhr geöffnet hat.“ Sonntags ist der Becher Kaffee und der Klönschnack mit Kiosk-Pächterin Monika Dierksen nach dem Schwimmen schon fast zu einem Ritual geworden. „Von ihr erfahre ich die wichtigsten Neuigkeiten aus dem Ort“. Das sei wichtig, um auf dem Laufenden zu bleiben. Und im Winter? „Da leide ich dann immer und warte, dass es wieder Sommer wird“.

Als Vertreter der Gemeinde und des Kreises habe er ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger. Deshalb fahre er auch gerne mal mit dem Fahrrad rund ums Dorf oder durch die umliegende Landschaft. „Beim Radfahren nimmt man ebenfalls das ein oder andere mit.“ Den Radweg zwischen Kropp und Tetenhusen „hatte ich mir 1978 als Gemeindevertreter gewünscht. Ihn nach mehr als 30 Jahren als Ergebnis verwirklicht zu sehen, macht mich stolz“, sagt Brüggemeier, zumal der Radweg sehr gut angenommen werde. Er führt unter anderem an dem neuen Bürgerwindpark der Gemeinde vorbei sowie durch eines von drei Waldgebieten rund um Kropp. „Kaum einer weiß, wie viel Wald wir hier tatsächlich haben“, erklärt der Kreispräsident und schlägt zum Beweis eine Karte auf, die die bewaldeten Flächen rund um den Ort zeigt: den Staatsforst mit dem ehemaligen Bundeswehrgelände, in dem auch das Wisentgehege zu finden ist, den Diakoniewald sowie ein kleines Waldgebiet in Richtung Klein Bennebek. „Wer Ruhe und Erholung sucht, ist innerhalb von fünf bis zehn Minuten in einem der Wälder“, erklärt Brüggemeier.

Er kam 1970 durch die Bundeswehr von Nordrhein-Westfalen aus in die schleswig-holsteinische Gemeinde, lernte dort seine Frau kennen – und blieb. „Früher war Kropp noch ein kleiner verschlafener Ort, der sich bis heute zu einer großen und lebendigen Gemeinde mit einer vielfältigen Infrastruktur entwickelt hat.“ Durch den Bau der Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne in Kropp und die Ansiedlung des ehemaligen Marinefliegergeschwaders 1 und jetzigen Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“ in Jagel habe eine große Nachfrage nach Wohnmöglichkeiten für die Soldaten und deren Familien bestanden. Viele Baugebiete mit hunderten Bauplätzen seien geschaffen worden, neue Wege und Straßen wurden gebaut, die Schule stetig erweitert. 17 Jahre arbeitete er dort als Lehrer und leitete weitere 25 Jahre lang die Grundschule. Zudem war Brüggemeier 35 Jahre lang Vorsitzender des DRK-Ortsvereins und war auch stellvertretender Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes. Aktuell sei er auch noch Heringskönig in Kappeln, ergänzt Brüggemeier seine Ämterliste – aber das sei eine andere Geschichte.

Neben dem Freibad mit Tennis- und Minigolfanlage biete die Gemeinde mit fast 80 Vereinen sowie verschiedenen Kultur- und Freizeiteinrichtungen alles für Sport, Freizeit, Erholung, Soziales und Kultur, wirbt Brüggemeier für sein „sympathisches Kropp“.

Vom Radweg aus geht die Fahrt durch das Ortszentrum mit der Kirche „als einem der Wahrzeichen des Ortes“ weiter in Richtung Gewerbegebiet an der B 77. Auch dort herrscht rund um die Einkaufsmärkte reges Treiben, die Vielfalt an Gewerbebetrieben sei beachtlich. „Fehlt nur noch ein Schuh- und ein Bekleidungsgeschäft“, bemerkt Brüggemeier nicht ganz ernst gemeint. Denn eigentlich habe die Gemeinde alles, was einen Ort lebens- und wohnenswert mache. Darüber hinaus wurde Kropp 2002 durch den Kreis Schleswig-Flensburg als kinder-, jugend- und familienfreundliche Gemeinde ausgezeichnet.

Diakoniewerk und Bundeswehr seien neben den Gewerbebetrieben nach wie vor die größten Arbeitgeber im Ort. Aus der einst kleinen Siedlung am historischen Ochsenweg entstand im Laufe der Zeit eine 6400-Einwohner-Gemeinde, die seit 2008 zudem Verwaltungssitz des neuen Amtes Kropp-Stapelholm ist. Dass sich Kropp so enorm wandeln und wachsen konnte, liege unter anderem an der guten Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung, meint der stellvertretende Bürgermeister: „Selbst wenn die Meinungen auch mal auseinander gehen und sich die Fraktionen bei dem ein oder anderen Thema behaken – wenn es drauf ankommt, sind wir uns in der Sache fraktionsübergreifend einig.“ Nur dadurch sei es möglich gewesen, mutige oder gewagte Entscheidungen zu treffen. Natürlich habe man auch Fehler gemacht. „Doch wer nicht wagt, kann nicht gewinnen. Denn Stillstand bedeutet auch immer einen Rückschritt“, findet Brüggemeier – und dass passe so gar nicht zu seinem schönen Kropp.

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