Viel Arbeit durch Sturmtief „Elon“

Mit dem Hubsteiger der Rendsburger Feuerwehr konnten lose Äste aus einer Baumkrone beseitigt werden.
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Mit dem Hubsteiger der Rendsburger Feuerwehr konnten lose Äste aus einer Baumkrone beseitigt werden.

Im gesamten Kreis stürzten Bäume um und wurden Dächer beschädigt / Autofahrer brauchten wegen zahlreicher Vollsperrungen viel Geduld

shz.de von
09. Januar 2015, 12:33 Uhr

Die Feuerwehren waren gestern im ganzen Land im Einsatz und hatten auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde alle Hände voll zu tun. Bis zum frühen Abend wurden sie zu 52 Einsätzen gerufen. Ein Lastwagenfahrer verletzte sich bei einem Unfall auf der Autobahn 210. Eine Windböe hatte seinen Laster in Höhe Bredenbek in den Graben gedrückt.

Die weiteren Schäden durch Sturmtief „Elon“ waren allerdings nicht so schlimm wie vielerorts befürchtet. Und so manches Problem löste sich sogar von allein. Wie zum Beispiel am Vormittag auf der B 77 in Höhe Rendsburg-Mitte: Hier kippte nach einer kräftigen Windböe ein leerer Lkw-Anhänger um und blockierte die Bundesstraße. Der Stau reichte zurück bis in die Rendsburger Innenstadt. Doch noch bevor die Einsatzkräfte mit schwerem Gerät anrücken konnten, richtete eine Windböe aus der entgegengesetzten Richtung den Anhänger wieder auf. So konnte der unverletzte Fahrer seinen Weg bis zur nächsten Ausfahrt fortsetzen und den Stau auflösen.

Arbeitsreicher war ein Sturmeinsatz im Elsdorfer Gehege: Direkt an der B 203 drohte ein Baum auf die viel befahrene Straße zu stürzen. Die benachrichtigten Wehren aus Elsdorf, Bargstall und Fockbek fällten den Baum sicherheitshalber. Dabei verfingen sich einige lose Äste in einer anderen Baumkrone – bei dem Wind eine Gefahr für Radfahrer auf dem parallel zur Straße verlaufenden Radweg. Um die Äste zu entfernen, musste der Hubsteiger der Rendsburger Feuerwehr angefordert werden. Für die Dauer des Einsatzes war die B 203 voll gesperrt.

Gleich drei Nadelbäume wurden gestern von Sturmtief „Elon“ so umgeweht, dass sie quer über der Kreisstraße 88 bei Aukrug-Bargfeld lagen. Zersägt und weggeräumt wurden die Baumstämme von den Feuerwehrleuten aus dem benachbarten Sarlhusen im Kreis Steinburg. Sie waren am schnellsten an der Gefahrenstelle. Ein vierter Nadelbaum wurde von den Feuerwehrmännern gefällt, bevor etwas passierte: „Da war Gefahr im Verzug“, meinte Einsatzleiter Hartmut Scheel, „diese Tanne hing auch schon zu drei Vierteln über der Straße.“ Timm Kracht beförderte auch diesen Stamm mit seinem Teleskoplader in den Straßengraben. Als die Feuerwehrleute aus Aukrug-Bargfeld und -Innien am Einsatzort nahe des Mittelholsteinischen Golfclubs eintrafen, hatten ihre Kollegen aus Sarlhusen die Hauptarbeit schon erledigt. „Wir üben viel mit den Kameraden aus Sarlhusen“, so Uwe Maywald und Sascha Dreyer von der Feuerwehr Bargfeld, „wir pflegen ein gutes Miteinander.“ Das zahlte sich aus.

In Hohenwestedt sorgten vom Dach der Firma Leser herunterwehende Teile für eine mehrstündige innerörtliche Vollsperrung der Bundesstraße 77. Um 11 Uhr trafen die Feuerwehrleute an der Gefahrenstelle ein und machten sich ein Bild von den Sturmschäden. „50 bis 100 Quadratmeter Dachfläche sind vom Orkan umgeklappt worden“, berichtete Wehrführer Thorsten Müller. Bitumenpappe- und Styroporteile waren auf den Gehweg und die B 77 „geregnet“. „Der größte Teil ist noch auf dem Dach“, vermerkte Müller, „sicherheitshalber haben wir aber die Itzehoer Straße komplett dichtgemacht.“ Bis ein Dachdecker die beschädigte Dachfläche abgesichert hatte, blieb die B 77 gesperrt. Ab 12.30 Uhr war die Bundesstraße dann auch bei Jahrsdorf für eine Dreiviertelstunde voll gesperrt: Ursache war ein auf die Straße gewehter Baum, der von den Hohenwestedter Feuerwehrleuten zersägt und weggeräumt wurde. Begonnen hatte der Tag für die Hohenwestedter Feuerwehr mit einem Einsatz im Barmbek, wo der Sturm „Elon“ mehrere Dachziegel von einem Haus heruntergerissen hatte.

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