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Bei Tempo 100 am Auto : Video: Jetzt reden der Mann auf der Motorhaube und der Beifahrer über den Horrortrip auf der A7

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Ein Mann fuhr 6,2 Kilometer lang auf der Motorhaube eines Pkw mit, der mit Tempo 100 Richtung Flensburg unterwegs war. Auslöser war ein Nachbarschaftsstreit. shz.de spricht mit dem Mann auf der Haube und dem Beifahrer.

Alt-Mühlendorf | Auslöser war ein Streit um ein angeblich falsch geparktes Auto: Sechs Kilometer ist ein Mann auf der Motorhaube einer Rentnerin mitgefahren – die  ihn mit Vollbremsungen  abschütteln wollte (wir berichteten). Jetzt spricht der Mann von der Motorhaube. Andreas B. (28) sagt: „Ich wusste, wenn ich runterfalle, bin ich tot.“

Der Mann auf der Motorhaube:

Der Kraftfahrer war mit seiner Frau am 1. März nach Alt-Mühlendorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) gezogen. Fünf Zimmer in einem Mehrfamilienhaus, direkt neben der alten Wassermühle. Montag stand Pächterin Annegret N. (68) vor der Tür, begleitet von Geschäftspartner Ulf Ralfs (61), Solarexperte und Sprecher der Grünen-Ortsgruppe Langwedel. Der fotografierte den weißen VW-Bus von Andreas B. –falsch geparkt, meint er. Andreas B. war sich keiner Schuld bewusst: „Ich wollte deshalb die beiden nicht weglassen, bevor die Bilder gelöscht sind.“ Doch Annegret N. sei ihm mit ihrem Opel Corsa über den linken Fuß gefahren.

Die ehemalige Lehrerin erklärt: „Wir mussten die Flucht ergreifen, uns blieb nichts anderes übrig. Ein Blick auf diesen Mann... ich glaube, er hätte mich zu Mus gehauen.“ Ralfs fügt hinzu: „Dieser Muskelmann ist eine Kampfmaschine, ein Tier.“

Andreas B. betont, er sei 1,57 Meter groß und wiege gerade mal 65 Kilogramm. Und ja, nachdem ihm über den Fuß gefahren worden sei, habe er sich dem Auto in den Weg gestellt. „Frau N. fuhr mich an, ich habe mich an den Scheibenwischern festgehalten und auf die Motorhaube gezogen.“ Er habe erst gebrüllt: „Halt an, lass mich runter“, dann gegen die Frontscheibe getreten, die zersplitterte. „Angehalten ist sie trotzdem nicht, und ich bekam nackte Panik, als es bei Warder auf die A7 ging“, sagt er. „Dort hat sie sogar einen Lkw überholt. Da kam ich auf die Idee, ihr die Sicht zu versperren, legte meine Füße vor ihr Gesicht, damit sie stoppt.“

Der Beifahrer:

 „Wir haben drei oder vier Vollbremsversuche gemacht, der Typ flog nicht runter“, berichtet Beifahrer Ralfs. „Als er anfing, mit den Füßen auf die Scheibe einzutreten, habe ich gesagt: ,Anne, rauf auf die Autobahn‘. Das hat sie dann auch gemacht. Wir konnten ihn erst stoppen, als sie 120 gefahren ist, dann hörte er nämlich auf, sich zu bewegen. So haben wir ihn da kleben lassen. Allerdings rutschte er langsam immer weiter rüber, um ihr Sichtfeld dichtmachen zu können.“

Ulf Ralfs telefonierte mit der Polizei, die ihm befahl, sofort auf dem Seitenstreifen zu halten. „Dort kam es zu weiteren Handgreiflichkeiten“, sagt Polizeisprecher Rainer Wetzel. Dann stoppte auch noch ein Pärchen aus Bad Segeberg, das Andreas B. Pfefferspray ins Gesicht sprühte. Polizeisprecher Wetzel: „Erst die Beamten des Autobahnreviers Neumünster konnten die Sache beenden.“ Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung, Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs  in den Straßenverkehr.

Andreas B. ist wegen der erlittenen Todesangst  in ärztlicher Behandlung. Ulf Ralfs, der nächstes Jahr für den Landtag kandidieren will, hat ein verletztes Auge, Annegret N. eine aufgeplatzte Unterlippe. Sie sagt: „Hinterher ist mir klar geworden, was ich da veranstaltet habe.“ Ihren Führerschein durfte sie trotzdem erst einmal behalten.

Die ganze Geschichte können Sie hier nachlesen.

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erstellt am 15.Mär.2016 | 16:28 Uhr

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