Expansionspläne : VHS will in Ex-Eiderkaserne

VHS-Leiter Rainer Nordmann vor dem einstigen Sanitätsgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Eiderkaserne. Die Räume würde er gerne für Seminare und Workshops nutzen.
VHS-Leiter Rainer Nordmann vor dem einstigen Sanitätsgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Eiderkaserne. Die Räume würde er gerne für Seminare und Workshops nutzen.

Grund: Die Zahl der Teilnehmer und Unterrichtsstunden hat sich seit 2010 verdoppelt.

shz.de von
31. August 2018, 17:05 Uhr

Die Volkshochschule Rendsburger Ring (VHS) will ihr Angebot erweitern. Die Räumlichkeiten sind jedoch bereits mit dem aktuellen Kursprogramm voll ausgelastet. Deshalb strebt die Bildungseinrichtung eine Vergrößerung an: Als zusätzliches Gebäude für Seminare, Workshops und Büros soll das einstige Sanitätsgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Eiderkaserne erschlossen werden.

Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Kulturzentrum. Diesen Plan stellte VHS-Leiter Rainer Nordmann in dieser Woche im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport vor. Die Auslastung seines Hauses hat sich in nur sieben Jahren ungefähr verdoppelt: Wurden 2010 noch 20 430 Unterrichtsstunden gegeben und 14 111 Teilnehmer begrüßt, waren es im vergangenen Jahr sage und schreibe 38 997 Unterrichtsstunden und 28 340 Teilnehmer.

Diese „gigantische Steigerung“, so Nordmann, würde er gerne fortführen. „Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, brauchen wir Raum.“ In dem ehemaligen Sanitätsgebäude könnten auf 1000 Quadratmetern etwa zehn Räume eingerichtet werden.

Nordmann will die VHS zu einem sogenannten Grundbildungszentrum erweitern. Nach seiner Schilderung wird in solchen Zentren nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt, sondern zum Beispiel auch IT-Kenntnisse, das Wissen um gesunde Ernährung und politische Bildung. Als Grundbildungszentrum würde das Angebot der VHS nach Nordmanns Worten „umfangreicher, professioneller, systematischer, berufs- und zielgruppenbezogener“ werden.

Acht Prozent der Bevölkerung sind funktionale Analphabeten – ihre Lese- und Schreibfähigkeiten „entsprechen nicht den gesellschaftlichen Anforderungen“, erläuterte der VHS-Chef. „Ganz viele Einheimische sind betroffen.“ Dies werde verstärkt zum Problem, weil mittlerweile kaum ein Beruf mehr ohne diese Fähigkeiten auszuüben sei. Aufgabe eines Grundbildungszentrums sei daher auch die „Arbeitsplatzerhaltung“.

Gezielt sollen Berufstätige in Kooperation mit den Betrieben unterstützt werden. Auch im Bereich IT-Bildung sieht Nordmann Nachholbedarf. Hier gibt es bislang nur vereinzelte Computerkurse.

Der Ausschuss signalisierte Unterstützung für das Vorhaben. Über die Frage neuer Räumlichkeiten habe jedoch der Bauausschuss zu entscheiden, schränkte Vorsitzender Sascha Werth (Grüne) ein. Bauamtschef Frank Thomsen erklärte, dass sich das Ex-Sanitätsgebäude mit anderen Denkmälern „in einem Auswahlverfahren für interessierte Investoren“ befinde. Der Bauausschuss werde voraussichtlich Ende Oktober „Vergabeempfehlungen“ für die Ratsversammlung aussprechen. Thomsen: „Die VHS wird nicht als Investor, sondern als Nutzer, das heißt Mieter antreten. Daher ist die Vergabeentscheidung für eine Nutzung durch die VHS maßgeblich für das weitere Verfahren.“

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