Flugplatz Hohn : Verteidigungsministerium prüft die Weiternutzung

Zukunft unklar: Auch wenn der Fliegerhorst in Hohn offiziell immer noch 2022 geschlossen werden soll, wird eine Weiternutzung derzeit geprüft.
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Zukunft unklar: Auch wenn der Fliegerhorst in Hohn offiziell immer noch 2022 geschlossen werden soll, wird eine Weiternutzung derzeit geprüft.

Schließung 2022 derzeit noch offiziell, doch Johann Wadephul sieht gute Chancen für Fortbestand.

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14. Februar 2019, 15:30 Uhr

Am Mittwoch sorgte ein Medienbericht für großen Wirbel. Der Fliegerhorst in Hohn solle doch nicht geschlossen werden. Stattdessen sei aus Bunderwehrkreisen zu hören, dass sogar eine temporäre Stationierung von Eurofightern möglich sei. Die 2440 Meter lange Landebahn in Hohn sei für die Bundeswehr von strategischer Bedeutung, hatte Oberst Ralf Güttler, der Kommandeur des Landeskommandos Schleswig-Holsteins, am Dienstagabend gesagt. „Wenn es bis 2031 zur Umsetzung der Ausrüstungspläne der Bundeswehr kommt, wird es auch wieder mehr Kampfflugzeuge in der Bundeswehr geben. Und diese müssen ja irgendwo stationiert werden.“

Im Zuge einer Reform zur Neuausrichtung der Bundeswehr hatte das Verteidigungsministerium 2011 das Aus das Lufttransportgeschwader in Hohn verkündet. Aktuell verfügt es noch über knapp 600 Dienstposten. Dort sind Transportmaschinen vom Typ Transall C-160 stationiert.

Zu den Spekulationen sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums: „Derzeitig ist für den Flugplatz Hohn mit der betroffenen Liegenschaft die Abgabe im Jahr 2022 vorgesehen. Bereits im aktuellen Koalitionsvertrag ist verankert, alle bisherigen Entscheidungen zur Abgabe von Liegenschaften noch einmal umfassend zu überprüfen. Diese Überprüfung, von der auch der Flugplatz Hohn mit der betroffenen Liegeschaft betroffen ist, wird voraussichtlich bis Ende 2019 abgeschlossen.“

Eine diskutierte Möglichkeit zur Weiternutzung ist eine sogenannte Stillstandswartung. Das bedeutet, dass der Flugplatz mit minimalem Personalaufwand weiterbetrieben wird und gegebenenfalls innerhalb kurzer Zeit reaktiviert werden kann. Damit würde die Infrastruktur allerdings erhalten bleiben.

Optimistisch äußerte sich der Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul: „Die Chancen stehen gut für den Fortbestand des Flugplatzes Hohn“, sagte Wadephul, „die Bundeswehr wird in Zukunft wachsen und sie wird neue und moderne Flugzeuge beschaffen. Da ist ein strategisch so günstig gelegener Flugplatz wie Hohn unverzichtbar“

Verschiedene Faktoren sprächen laut Wadephul für einen weiteren Betrieb auch noch 2022: „Hohn hat die richtige Infrastruktur und der Flugplatz liegt zwischen Nord- und Ostsee und damit den Hauptübungsgebieten der Luftwaffe. Deswegen ist es militärisch absolut sinnvoll, den Flugplatz auch nach Außerdienststellung der Transall in Betrieb zu halten. Die Luftwaffe braucht Hohn auch in der Zukunft.“ Jetzt komme es darauf an, so Wadephul, die vielen Ideen für eine militärische Weiternutzung zu konkretisieren. „Deswegen ist der Antrag auf Stillstandswartung durch den Inspekteur der Luftwaffe so wichtig. Denn er verschafft Zeit für die Ausplanung der vielen bestehenden Ideen“, so Wadephul. „Ich habe das Thema Hohn mit der Führung der Luftwaffe und mit der Verteidigungsministerin persönlich besprochen und bin zuversichtlich, dass es grünes Licht für den Antrag auf Stillstandswartung geben wird“, erklärte der Abgeordnete.

Für die Region sei eine mögliche Weiternutzung Hohns durch die Bundeswehr aus zweierlei Gründen begrüßenswert, erklärte Wadephul: „Der Flugplatz bringt wichtige Arbeitsplätze, das ist das eine. Aber genauso wichtig ist es mir auch, dass das enge Band zwischen den Menschen der Region und unserer Bundeswehr bestehen bleibt.“

Die Hoffnung auf die Stationierung des militärischen Transportflugzeugs A400M in Hohn hatte sich im letzten Jahr zerschlagen. Hierüber drückte die Landesregierung ihr Bedauern aus.

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