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Rendsburg : Verhalten bei Raubüberfall: „Nicht den Helden spielen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In jüngster Zeit gab es mehrere Angriffe in der Rendsburger Innenstadt. Polizei gibt Ratschläge für das richtige Handeln im Notfall.

„Wie verhalte ich mich, wenn ich von einem Dieb angegriffen werde?“ Diese Frage mussten sich in den vergangenen sieben Wochen mehrere Bürger in Rendsburg stellen. Der Grund: Sie wurden Opfer eines Raubüberfalls. Die meisten von ihnen ereigneten sich in der Innenstadt.

Zwischen den Taten erkennen die zuständigen Sachbearbeiter der Rendsburger Polizei allerdings keinen Zusammenhang. „Von einer Raubserie können wir nicht sprechen“, sagt Sönke Hinrichs von der Pressestelle in Neumünster. Zum Schutz der Bürger seien die Polizisten in der Innenstadt aber ab sofort vermehrt auf Streife. Auch Beamte in zivil seien unterwegs, so der Pressesprecher. Hinrichs rät besorgten Rendsburgern, gerade nachts keine abgelegenen Stätten zu durchlaufen. „Man sollte den Heimweg zu zweit antreten“, erklärt er. Am besten sei es, Fahrgemeinschaften zu bilden oder mit dem Taxi zu fahren. Wenn man überfallen wird, solle man sein Geld sofort herausgeben. „Spielen Sie nicht den Helden“, so Hinrichs. Anschließend sei es wichtig, sich unverzüglich bei der Polizei zu melden. Gleiches gelte auch für Zeugen.

Nach einem Überfall bietet die Polizei den Opfern Hilfe durch die Stiftung „Weißer Ring“ an. Diese wird von Fall zu Fall individuell gestaltet. Uwe Rath, Leiter der Außenstelle des Kreises Rendsburg-Eckernförde, weiß, dass vor allem eines entscheidend ist: „Man muss sich von der Sache frei sprechen.“ Aus diesem Grund sei das Opfergespräch so wichtig. Außerdem unterstützt der „Weiße Ring“ Betroffene im Umgang mit Behörden, bei der Suche nach einem Anwalt oder begleitet sie zu den Gerichtsterminen.

Gerhard Rodigast setzt sich dagegen dafür ein, dass es gar nicht erst zu einem Überfall kommt. Der Rendsburger gibt seit mehr als 40 Jahren Judo-Selbstverteidigungskurse. „Angreifer erwarten ein leichtes Opfer, wenn jemand den Blick nach unten senkt und mit herunterhängenden Schultern herumläuft“, erklärt Rodigast. Eine selbstbewusste Haltung wirke dagegen abschreckend. „Ich kann nur raten, nicht in dunkle Ecken zu gehen und nicht zu eng an Hauseingängen vorbeizulaufen.“ Außerdem helfe es, so zu tun, als würde man telefonieren. Währenddessen könne man die Straße nennen, in der man sich befinde. Ansonsten gelte: „Erregen Sie Aufmerksamkeit. Schreien Sie laut“, rät Rodigast.

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