Theatervorschau : Vergnügen und Zerreißprobe

Szene aus „Der kaukasische Kreidekreis“: Manja Haueis, Uwe Kramer (Mitte) und Timon Schleheck.
Szene aus „Der kaukasische Kreidekreis“: Manja Haueis, Uwe Kramer (Mitte) und Timon Schleheck.

Das Stadttheater zeigt „Shakespeare in love“ und „Der kaukasische Kreidekreis“.

shz.de von
27. August 2018, 20:40 Uhr

Unter dem Motto „Eingestimmt“ bietet das Stadttheater einen Vorgeschmack auf neue Produktionen. Am Sonntag gab es Einblicke in zwei Stücke: „Shakespeare in love“ (Premiere am 8. September) und „Der kaukasische Kreidekreis“ (Premiere am 9. September in Schleswig). Die Bühne war mit 18 Verantwortlichen und Akteuren besetzt. Eindrucksvoll, wie viele Mitwirkende notwendig sind, um „Theater“ im besten Sinne des Wortes zu machen.

„Shakespeare in love“ behandelt auf intelligent-spritzige Weise Probleme des Autors Will Shakespeare beim Schreiben. Erfolgsverwöhnt kämpft er unter Zeitdruck um Einfälle für den Schluss. Als er sich in Lady Viola verliebt, die als Mann verkleidet in seiner Schauspieltruppe mitspielt, beginnt er wie im Rausch zu schreiben. Eigenes Erleben und Wunschdenken werden eins: Die Geschichte einer Liebe. Mit Spiellust wie zu Shakespeares Zeiten, Live-Musik und Seitenhieben auf den Theaterbetrieb ein großer Spaß. Nach dem Vorbild des weltberühmten Films „Skakespeare in love“ mit viel Menschen-Erkenntnis und klamaukhaften Übertreibungen ein intelligent gemachtes Vergnügen und ein Lehrstück übers Theater-Machen.

Ebenso wie „Der kaukasische Kreidekreis“ von Berthold Brecht. Wer ist die wahre Mutter eines zum großen Erbe berechtigten Babys? Eine schwere Aufgabe für den Richter Azdak, die der Menschenkenner genial löst. Tiefgehende Darstellung von Charakteren am ernsten Beispiel. Episches Theater, das zum Mitdenken und -fühlen anregt. Eine Zerreißprobe zwischen Unaufrichtigkeit und Mutterliebe.

Beide Stücke bieten ideale Rahmen, um schauspielerisches Können zu zeigen, aber auch, mit welcher Intensität sich vorbereitet wurde.

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