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A7 bei Rendsburg : Verfolgungsjagd mit Geisterfahrer – wegen Schokolade

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Mehrere Streifenwagen haben einen Kleinwagen verfolgt – auch in falscher Richtung auf der A7. Die Bilanz: eine Festnahme und lädierte Autos.

Rendsburg | Eine rund 20-minütige Verfolgungsjagd bis zur Rader Hochbrücke hat sich ein roter Kleinwagen mit mehreren Streifenwagen der Polizei geliefert – wegen Schokolade. Mindestens zehn Funkstreifenwagen haben dabei einen 33-jährigen Ladendieb verfolgt. Laut Polizei kam es dabei zu unzähligen gefährlichen Verkehrssituationen, unter anderen eine Geisterfahrt auf der A7. Verletzt wurde niemand.

Gegen 9 Uhr am Freitagvormittag wurde der Ladendieb der Polizei in Eckernförde gemeldet. Er hatte bei einem Discounter in der Sauerstraße diverse Tafeln Schokolade gestohlen, war dabei aber dem aufmerksamen Personal aufgefallen. Nur wenige Minuten darauf erschien der erste Funkwagen, woraufhin der 33-Jährige in seinem Ford Kleintransporter flüchtete.

Bereits innerhalb der Ortschaft erreichte er 100 Stundenkilometer. Die Flucht führte über die B203 in Richtung Rendsburg. An der Ausfahrt Büdelsdorf fuhr der Mann auf die Autobahn A7 Richtung Dänemark, verließ die Autobahn aber an der Raststätte Hüttener Berge wieder. Auf dem Raststättengelände wendete er und fuhr entgegen der Fahrtrichtung immer an der Mittelschutzplanke entlang in Richtung Hamburg. Hinter ihm her fuhren mehrere Polizeiwagen mit Blaulicht – ebenfalls in umgekehrter Fahrtrichtung auf der Überholspur.

Ein Lkw-Fahrer, der auf dem Weg in Richtung Norden war, berichtet, wie er die Geisterfahrer erlebte. Er hatte nach eigenen Angaben hinter der Abfahrt Büdelsdorf einen anderen Lastwagen überholt und war gerade wieder auf die rechte Spur gefahren. Etwa 100 Meter weiter begegnete er dem Flüchtigen. „Ein roter Wagen kam ganz rechts an der Leitplanke entgegen geschossen“, berichtet er. „Darin saß so ein junger Schnösel.“ Die Geschwindigkeit des Geisterfahrers empfand er als schnell, könne sie aber nicht genau einschätzen. „Ich denke, der hat alles aus seinem Auto rausgeholt.“ Die beiden Lastwagen zogen auf die Standspur. Etwa 350 Meter hinter dem roten Fahrzeug habe er drei Polizeiwagen mit Blaulicht gesehen, berichtet der Lkw-Fahrer weiter. Die Regionalleitstelle in Kiel bestätigt mindestens zwei Polizeifahrzeuge, die in falscher Richtung unterwegs waren. Durch das Blaulicht würden die Autofahrer gewarnt. Mehrere Fahrzeugführer konnten rechtzeitig ausweichen.

An der Ausfahrt Büdelsdorf verließ der Mann die Autobahn, um nun aber auf der richtigen Seite wieder auf die A7 (Richtung Hamburg) zu fahren. Etwa 500 Meter vor der Rader Hochbrücke gelang es einer Funkwagenbesatzung, den Flüchtigen zu rammen und zu stoppen. Der Mann wurde um 9.30 Uhr auf der Autobahn festgenommen. Das Fluchtfahrzeug und ein Funkstreifenwagen wurden beschädigt, so die Polizei.

Der 33-Jährige wurde zunächst zum Polizeirevier Rendsburg gebracht, wo die ersten Vernehmungen in enger Absprache mit der Kieler Staatsanwaltschaft anliefen. Dem Mann wird nicht nur gewerbsmäßiger Ladendiebstahl - in dem Transporter wurden geschätzt mindestens 50 Kilogramm Schokolade sichergestellt -, sondern insbesondere Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.

Die zuständige Polizei in Eckernförde bittet alle, die durch das riskante Fahrverhalten des Flüchtigen gefährdet wurden, sich unter der Rufnummer 04351/9080 zu melden.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 14:42 Uhr

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