Vereine fordern einen Dorftreff

Die Sparkassenfiliale schließt im Mai und könnte zum neuen Dorftreff in Groß Wittensee werden.
Die Sparkassenfiliale schließt im Mai und könnte zum neuen Dorftreff in Groß Wittensee werden.

Groß Wittensees Bürgermeister nimmt Verhandlungen mit der Sparkasse auf / Hoffen auf Zuschuss

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20. März 2014, 17:10 Uhr

Eine gut halbstündige Beratungspause musste sich die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung nehmen, um zu ihrem Entschluss zu kommen. Dann stimmte das Gremium mehrheitlich dafür, das Sparkassengebäude – vorbehaltlich einer 55-prozentigen Förderung durch Land und EU – zu erwerben. Bürgermeister Jochen Arp wurde beauftragt, Verhandlungen mit der Sparkasse zu führen und einen Förderantrag zu stellen.

Im Mai wird die Sparkasse die Filiale in der Gemeinde schließen und stattdessen zweimal in der Woche eine mobile Geschäftsstelle Station machen zu lassen. Die Gemeinde beschäftigt sich seit Bekanntwerden dieser Entscheidung damit, das Gebäude zu erwerben, umzubauen, um daraus einen Dorftreff zu machen. Sehr zur Freude der Vereine und Verbände, die mit großem Interesse – rund 30 Besucher – waren es im „Schützenhof“ – die Sitzung verfolgten. Ihren Beschluss hat sich die Gemeinde aber nicht leicht gemacht. Zu den Kosten für den Kauf wollte die Gemeindevertretung öffentlich nichts sagen.

„Wir warten seit Jahrzehnten auf einen Bürgertreff“, sagte Ingrid Gosch, Vorsitzende des örtlichen Deutschen Roten Kreuzes. Der Ortsverein hatte für sein Anliegen rund 200 Unterschriften gesammelt. Als Raum für ihre Treffen und Veranstaltungen werde die Turnhalle der Schule genutzt. Davor und danach müssten Stühle geschleppt, stets Kompromisse eingegangen werden. Dabei hätte das DRK noch viele Ideen, doch ohne entsprechende Räume seien diese nicht zu verwirklichen. „Die Gemeinde muss jetzt Nägel mit Köpfen machen“, forderte Gosch. Auch Karl Thoms, bis vor kurzem noch Siedler-Chef, sieht keine Alternative: „Ein Dorf ohne Mittelpunkt ist kein Dorf“, sagte Thoms.

Gemeindevertreter Volker Walther (BfW) befürchtet, dass sich die Gemeinde beim Kauf des Gebäudes übernehmen könne. Schließlich müsse in den nächsten Jahren auch ein neues Feuerwehrgerätehaus her. Ein Anbau könne dann als Bürgertreff genutzt werden. Holger Blunck (FWG) betonte, dass es Aufgabe der Gemeindevertretung sei, die Finanzen im Blick zu haben und langfristig mal wieder einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können.

Auf Nachfrage der Zuhörer teilte Jochen Arp (CDU) mit, dass der Neubau auf der sogenannten Böttcher-Koppel entstehen soll, also am Ortsausgang in Richtung Klein Wittensee. Bis zur Realisierung könne es aber noch vier, fünf Jahre dauern. Das alte Gerätehaus könne dann als Erweiterung dem Kindergarten zur Verfügung stehen. „Es gibt nicht nur Kindergarten, Schule und Feuerwehr“, sagte Ingrid Gosch, jetzt seien auch die anderen Vereine mal an der Reihe. Man wolle sich nicht weiter vertrösten lassen.

Zeit zum Rückzug für die Gemeinde, die hinter verschlossener Tür beraten wollte. Mit Applaus wurden die nach 30 Minuten von den ausharrenden Zuhörern im Sitzungssaal empfangen. Bei zwei Gegenstimmen von Holger Blunck und Peter Fromberg (beide FWG) wurde der Grundsatzbeschluss für den Ankauf letztlich gefasst.

Erste Pläne für den Treff gibt es schon: Der ehemalige Schalterraum und das Büro des Bankgebäudes könnten zu einem großen, rund 80 Quadratmeter großen Raum zusammengelegt werden. So würde Platz für 72 Sitzplätze entstehen.

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