Mietnomaden in Rendsburg : Verdreckte Wohnung - Kinder in Gefahr?

Verwüstet und verlassen: Eines der Handyfotos, entstanden kurz nach der Zwangsräumung der Wohnung. Foto: lz
Verwüstet und verlassen: Eines der Handyfotos, entstanden kurz nach der Zwangsräumung der Wohnung. Foto: lz

Dreck, Müll, Zerstörung - in Rendsburg hat eine Familie ihre alte Wohnung in schlechtem Zustand hinterlassen. Der Vermieter befürchtet, die Kinder könnten auch im Dreck gelebt haben.

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10. Juni 2013, 09:38 Uhr

Rendsburg | Als der Gerichtsvollzieher am Donnerstag die Haustür öffnete, fiel ihm das Chaos förmlich vor die Füße: Eine verwüstete und völlig verdreckte Wohnung in der Rendsburger Gerhardstraße ruft das Jugendamt des Kreises auf den Plan. Auf privaten Handyfotos, die kurz nach der Zwangsräumung entstanden, ist inmitten von Kleidung, Schmutz und Unrat Kinderkleidung und -spielzeug zu erahnen. Ein Hinweis darauf, dass hier Minderjährige in Gefahr waren? Oder nur ein weiterer Fall von Mietnomadentum?
Dem Jugendamt des Kreises wurden die Fotos ebenfalls zugespielt. "Die Familie ist uns bekannt. Es liegt keine Kindeswohlgefährdung vor", sagt Doris Lucke, die stellvertretende Fachdienstleiterin im Jugend- und Sozialdienst. Die Familie sei regelmäßig durch sozialpädagogische Fachkräfte betreut worden. "Die haben vorher nicht in diesen Verhältnissen gelebt", versichert Lucke. "Hygiene war nicht das Hauptproblem." Die Verwüstung sei "durch Überforderung beim Auszug" entstanden, so die stellvertretende Fachdienstleiterin. Gleichwohl werde man jetzt Kontakt zu den Betreffenden aufnehmen, um zu sehen, ob alles in Ordnung sei. Die neue Adresse der Familie sei der Behörde bekannt.

Kinder zwischen Müll?

Nach Angaben des Hausbesitzers haben sich vier minderjährige Kinder in der Wohnung aufgehalten. "Diese Wohnung ist völlig vermüllt, Türblätter eingetreten, Loch in einer Wand, 20 Müllsäcke in Innenhof und die Behörde unternimmt nichts dagegen", schreibt er.
Der vorherige Eigentümer des Gebäudes prozessiert seit mehr als einem Jahr gegen die Familie. Dabei geht es um nicht gezahlte Mieten und Nebenkosten sowie Sachbeschädigung. Er sei mehrfach von der Familie bedroht und beleidigt worden, sagt der Ex-Besitzer des Hauses der Landeszeitung. "Zeitweise haben sich fünf Kinder bei der Familie aufgehalten." Schon häufiger habe sie Wohnungen in diesem Zustand verlassen, vor dem aktuellen Fall in der Kieler Straße. "Die haben hier diverse Leute in den Ruin getrieben."

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