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Gärnter haben viel zu tun : Veilchen mit Faible für Farben

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die blühfreudigen Hornveilchen zählen inzwischen zu den beliebtesten Beetpflanzen. Frühlingsblumen dürfen jetzt ins Freie.

von
erstellt am 07.Mär.2015 | 18:46 Uhr

Zu Hunderttausenden haben sie sich schick in Schale geworfen und warten in den Gewächshäusern des Kreises darauf, endlich Ausgang zu bekommen: Hornveilchen. Allein 60  000 Exemplare in den verschiedenen Farben hat die Nortorfer Gärtnerei Schnack herangezogen. Bei Ingo Reese in Groß Vollstedt sind es etwa 50  000. Und Anja Wohlgehagen aus Rickert bestätigt: „Hornveilchen sind am beliebtesten“.

Die kleinen Schwestern des Stiefmütterchens haben ein Faible für Farbe. Sie kleiden sich gerne in Gelb. Andere kommen ganz elegant in Weiß daher oder in gediegenem Violett oder in Blautönen.

Und weil sich manche nicht für ein Outfit entscheiden können, kombinieren sie den jeweiligen Grundton mit Violett. Oder Violett mit Orange. Oder, oder, oder. Viele Farben für ein kleines Veilchen, das gar kein reinrassiges Veilchen ist, sondern eine Kreuzung aus dem großblumigen Stiefmütterchen und echten Hornveilchen, verrät Andreas Schnack.

„Es hat sich was getan in den letzten Jahren“, sagt der Nortorfer Gärtnereiinhaber. Nicht Mutter Natur, sondern die Saatgutfirmen haben den neuen Star am Frühlingsblumen-Himmel geschaffen. Die Minis blühen wesentlich länger als ihre großen, klassischen Stief-Schwestern, quase ganzjährig, und wesentlich reicher als ihre Ahnen, die echten Hornveilchen. Sie sind zwar zart, aber nicht zimperlich, so dass auch nach kalten Nächten nicht die Köpfe hängen lassen. Wie geschaffen also für einen norddeutschen Frühling.

Zu dem gehören natürlich auch Primeln. „Sie sind die ersten, wie ihr Name schon verrät“, sagt Andreas Schnack. Ab März können sie ins Freiland gepflanzt werden und eignen sich gut für Töpfe und Blumenkästen. „Wenn das Wetter so bleibt, besteht keine Gefahr mehr“, sagt Ingo Reese aus Groß Vollstedt, der seine Blumen auch auf dem Wochenmarkt in Rendsburg anbietet. Nur bei unter Minus fünf Grad wird für die Primeln im Freien kritisch.

Grundsätzlich sind sind die Primula-Arten zwar empfindlicher als das Hornveilchen, aber auch hier haben die Menschen im Labor nachgeholfen. „Der Trend geht zu immer haltbareren Primeln“, weiß der Nortorfer Gärtner. Ein weiterer Vorteil: „Von ihnen gibt es ein großes Spektrum.“ Manche eifern inzwischen den klassischen Schlüsselblumen nach, bei denen auf langen Stengeln mehrere Blüten sitzen – es sind sogenannte „Elatior Primeln“ (Stengelprimeln). Gefüllte Blüten sind ebenfalls ein Trend.

Wenn am Wochenende wie angekündigt die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen nicht nur die Krokusse aus dem Boden locken, sondern auch die Hobby-Gärtner ins Freie, dann „merken wir das auch in den Gärtnereien“, erklärt Anja Wohlgehagen aus Rickert. Sie empfiehlt Bellis für die Beete. Das Tausendschönchen oder Maßliebchen, wie diese Blume auch genannt wird, ist nichts anderes als die Kulturvariante des wilden Gänseblümchens, das sich gerne auf Wiesen breit macht. „Bellis hält gut und lange“, erklärt Wohlgehaben, die zudem noch die Perl- oder Traubenhyazinthen als Frühlingsblume nennt. Auf die weist auch Andreas Schack hin. „Sie lassen sich gut kombinieren“, verrät er. Zum einen machen es die kleinen Zwiebeln möglich, sie in Arrangements zu pflanzen, zum anderen werden sie nicht so hoch. Das prädestiniert auch die kleine Narzisse namens „Tete à Tete“ für Pflanzungen in Körben oder Schalen.

Sie ist eine Variation von vielen. „Die Narzisse ist unangefochten die Nummer eins unter den Zwiebelblumen“, sagt Schnack. Und wenn die kleinen Narzissen in der Wohnung verblüht sind, kann man sie noch in den Garten pflanzen, wo sie im nächsten Frühjahr neue Blüten treiben. Damit hat man an ihnen ähnlich lange Freude wie an den Hornveilchen. Zum einen bilden sie große Horste und blühen lang, so Schnack. Zum andere säen sie sich selber aus.

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