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Ausstellungs-Eröffnung : Vater der Hochbrücke

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Heute beginnt in den Museen im Kulturzentrum die Ausstellung über Friedrich Voß. Anlass ist der 100. Geburtstag der „Eisernen Lady“. Modelle und Dokumente aus dem Nachlass werden gezeigt.

„Bei ihm ging’s nur um Brücken.“ Mit einem einzigen treffenden Satz beschreibt Dr. Martin Westphal den Mann, dessen Schaffen ab heute in den Museen im Kulturzentrum gewürdigt wird. Mit einer Ausstellung wird an Friedrich Voß, den Erbauer der 100-jährigen Eisenbahnhochbrücke mit Schwebefähre, erinnert. Dabei hatte der Museumsleiter ursprünglich gar nicht vorgehabt, den runden Geburtstag der „Eisernen Lady“ in seinem Haus zu feiern. Doch eine glückliche Fügung ließ ihn seine Meinung ändern.

Dorothea Ehrich, eine Enkelin Voß’, bot Jürgen Ostwald, dem Kunstbeauftragten der Fielmann-AG, im vergangenen Dezember den Nachlass ihres Großvaters an. Im April wurde die Hinterlassenschaft – Fotos, Briefe, Pläne, Skizzen und viele weitere Dokumente – in drei Umzugskartons offiziell an die Museen übergeben. Nach Themen aufgeschlüsselt, fand sie eine neue Heimat in neun Archivkartons. Zusammen mit herausgelösten Bestandteilen der 200 Quadratmeter großen Dauerausstellung im Hohen Arsenal zum Komplex Kanal und Hochbrücke entstand in den zurückliegenden Monaten aus diesen Versatzstücken eine lebendige Präsentation. Martin Westphal: „Es gibt viel zu gucken.“

Begrüßt wird der Besucher am Eingang von einem der ersten, von St. Marien aus aufgenommenen Fotos der fast fertigen, noch jungfräulichen Hochbrücke im Hintergrund aus dem Sommer 1913. Ihr Erbauer kam zum Zuge, als der damalige Kaiser-Wilhelm-Kanal erweitert wurde, was neue Querungen erforderlich machte. 1908 wurde Voß zum Leiter des Brückenbauamts ernannt. Er baute neben der Rendsburger Hochbrücke auch deren Schwester, die 1961 abgerissene Drehbrücke, Bauwerke in Holtenau, Hochdonn und Krefeld-Uerdingen.

Dass die Rendsburger sich mit ihrer Hochbrücke identifizieren, beweisen die Modelle der Jubilarin. So errichtete ein Rendsburger 1959 mit Streichhölzern eine Miniatur der „Lady“ zum 75. Geburtstag seines Vaters. 2010 wurde dem Historischen Museum ihr in den Lehrwerkstätten der Kreishandwerkerschaft entstandenes Abbild übergeben – ein besonderes Prachtstück in der Ausstellung.

Auch in der Vitrine mit „Rendsburgensien“ darf das Geburtstagskind nicht fehlen. Es ist auf einem Schwibbogen ebenso dargestellt wie auf den Stadtuhren, die zum 100. Kanalgeburtstag 1995 aufgelegt wurden. Die Stadt ehrte Friedrich Voß unter anderem mit einem Denkmal an seiner Stahl-Brücke. Und ein Teil der Kaiserstraße wurde 1952 zur Friedrich-Voß-Straße.

Die Ausstellung wird am heutigen Sonnabend um 17 Uhr eröffnet. Einführende Worte spricht Dr. Erich Thiesen. Der frühere Chefredakteur des „Bauernblattes“ hat zwei Bücher über Hochbrücke und Schwebefähre verfasst, die zum Kauf ausliegen. Die Ausstellung kann bis zum 13. Oktober besichtigt werden (Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Sonnabend/Sonntag 10 bis 17 Uhr).

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erstellt am 06.Sep.2013 | 16:53 Uhr

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