Ferien-Diebe : Urlaubsgrüße an die Einbrecher

Wenn die Bewohner im Urlaub sind, haben Einbrecher oft leichtes Spiel.
Wenn die Bewohner im Urlaub sind, haben Einbrecher oft leichtes Spiel.

Nicht nur ein überfüllter Briefkasten lockt Kriminelle an. Zum Glück hat die Polizei im Raum Rendsburg nur mit wenigen Fällen zu tun.

shz.de von
27. Juli 2018, 11:58 Uhr

Ein Schnappschuss vom Strand auf Juist, ein Twitter-Gruß aus London, eine Bilderserie auf Instagram von der Safari in Botswana: Urlaubsgrüße sind via Smartphone blitzschnell verschickt und deshalb beliebt, bergen aber auch eine stille Gefahr. Öffentlich einsehbare Selfies locken Einbrecher an. Vor allem dann, wenn im Hintergrund zu erkennen ist, dass sich der oder die Betreffende nicht an Eider oder Kanal aufhält, sondern in der Ferne.

Die gute Nachricht: Nach der Hälfte der Schulferien ist im Raum Rendsburg polizeilich noch alles im grünen Bereich. „Es gibt diesmal noch keine auffälligen Einbruchszahlen“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Im Gegenteil: Im Moment spricht viel dafür, dass es in und um Rendsburg eher ruhig bleibt – ähnlich wie im Sommer 2017.

Ohnehin sind Einbrüche im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Die Zahlen für den Kreis Rendsburg-Eckernförde befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Von 2016 auf 2017 war ein Rückgang um 168 Taten auf 521 Fälle zu verzeichnen. Das waren deutlich weniger als im Spitzenjahr 2012, als kreisweit noch 922 Wohnungseinbrüche zur Anzeige gebracht wurden. Ein Erfolg, den sich die Ermittler ans eigene Revers heften: „Die intensive polizeiliche Arbeit in diesem Deliktfeld führte zu mehreren Ermittlungserfolgen und Festnahmen“, erläutert Hinrichs die erfreuliche Tendenz.

Konkret lautet die Zwischenbilanz für den Großraum Rendsburg: Im Monat Juni hatten es die Ermittler mit fünf Einbrüchen oder Einbruchsversuchen zu tun. Vom 1. Juli bis zum vergangenen Wochenende wurden ebenfalls nur fünf Einbrüche bzw. Versuche angezeigt. Davon entfielen auf die erste Ferienwoche zwei Taten und auf die zweite eine Tat. Denkbar sei, dass nach der Rückkehr aus dem Urlaub weitere Anzeigen erstattet werden, so Hinrichs. Für alle, die die schönsten Tage des Jahres noch vor sich haben, empfiehlt er, es Eindringlingen so schwer wie möglich zu machen. „Besonders wichtig ist Nachbarschaftshilfe.“ Wenn der Briefkasten geleert wird, bei längerer Abwesenheit der Garten nicht zuwuchert und die Anwohner aktiv werden und die Polizei unter Tel. 110 anrufen, sobald Fremde sich auf dem oder am Grundstück aufhalten, ist schon viel gewonnen.

Aber auch wer nur für Stunden zum Strand will, sollte Regeln einhalten. So sollten Fenster, Balkon- und Terrassentüren immer ganz geschlossen werden. „Gekippte Fenster sind offene Fenster“, warnt die Polizei. Auch sollten Schlüssel niemals draußen versteckt werden. „Einbrecher finden jedes Versteck“, weiß der Polizeisprecher. Und so schön Urlaubsfotos und Filmchen in den sozialen Medien auch sind: „Sie sollten keinen Hinweis auf die Abwesenheit geben. Denn auch Straftäter surfen gern mal im Internet.“

Ein anderer Ermittler weist auf die Privatsphäre-Einstellungen der sozialen Netzwerke hin. Diese sollten so konfiguriert sein, dass nicht jeder x-beliebige Nutzer Bilder einsehen kann. „Urlaubsbilder lieber gezielt Einzelpersonen schicken oder in eine Gruppe posten“, empfiehlt er. Auch automatische Antworten des E-Mail-Programms oder Mitteilungen auf dem Anrufbeantworter könnten Hinweise auf eine leerstehende Wohnung sein.

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