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Zu Ehren von Adolphe Sax : Uraufführung als krönendes Finale

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sinfonietta-Konzert würdigte den Erfinder des Saxophons. Viel Beifall wurde für einen jungen Komponisten gespendet. Auch die „Altmeister“ kamen zu Wort.

„Vor genau 61 600 Tagen hat Adolphe Sax das Patent für ein Instrument mit gebogenem Schalltrichter angemeldet“, begrüßte Christian Gayed das Publikum im Festsaal der Freien Waldorfschule. Zu Ehren des vor 200 Jahren geborenen Erfinders hatte Gayed mit seiner Orchesterwerkstatt wieder einmal ein außergewöhnliches Programm einstudiert. Adolphe Sax hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Klang der bis dahin verwendeten Bass-Blasinstrumente zu verbessern und ein Instrument zu entwickeln, das man wie in Militärkapellen auch unter freiem Himmel spielen konnte. Die noddeutsche sinfonietta folgte dem Weg des Instruments von den Anfängen bis in die Gegenwart. Zum Schluss gab es sogar eine Uraufführung des „Band des Orion“, einem „Concerto für Saxophon und Kammerorchester“ des 1992 geborenen Fynn Jannis Großmann. Der Komponist trat auch als Solist auf.

Mit der „Arlésienne-Suite“ aus dem Jahr 1872 von George Bizet ging es in die Vergangenheit. In Darius Milhauds „La creation du monde“ aus dem Jahr 1923 wurden schon deutliche Jazz-Elemente hörbar, auch ging es bei dieser sechssätzigen musikalischen Erschaffung der Welt teils gewollt chaotisch zu – wie das in der Schöpfung auch von Joseph Haydn oder Igor Strawinsky vertont wurde.

Als Extra hatten die aus Mexiko stammenden Tänzer Rocio Osorio und David Espinosa Angel das Chaos vor der Schöpfung, die Entstehung von Flora und Fauna, die Geburt von Mann und Frau, das gegenseitige Verlangen sowie dessen Abklingen choreographiert und damit sichtbare Erklärungen zur Musik geschaffen.

Mit lautem Schlag der großen Trommel begann die in Musik gesetzte Hörreise in das Sternbild des „Orion“: Drei Sätze – Alnitak, Alnilam und Mintaka – weisen auf ein Band, einen Gürtel oder eine Verbindung in diesem Sternbild hin. Das „Band des Orion“ ist ein abwechslungsreiches Werk, das mit vielen Variationen ein mosaikmäßiges Bild um den Orion herum zeigt.

Gleich zu Beginn zeigte Fynn Jannis Großmann mit dem samt-edlen Klang seines modernen Saxophons in einer ausgedehnten Solo-Passage den Stand der Entwicklung des Jubiläums-Instruments, weiter ging es abwechslungsreich, teils mit einschmeichelnder, aber auch erschreckender Wirkung: Röhrenglocke, Schlagwerk, Percussion, auch die Stimmen der Orchestermitglieder sowie Glissandi (fortlaufend verändernde Tonhöhe) und ein Klavier waren zu hören. Eine Reise durch die Musikgeschichte – ohne Bilder, aber den Film dazu konnte man sich gut vorstellen.

Frenetischen Applaus ernteten sowohl der Komponist und Solist als auch das Orchester für seine reife Leistung unter Leitung von Christian Gayed. Dafür bedankten sich die Künstler mit dem Walzer Nr. 2 aus der „Jazz-Suite“ von Dimitri Schostakowitsch. Sie wurde zugleich Dankeschön und Abschluss eines mutigen Programms.

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erstellt am 17.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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